24. Januar 2017, 07:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neuberger Berman: Spannungsfeld zwischen Signal und Rauschen

Die Amtseinführung von Donald Trump bietet eine gute Gelegenheit, um sich für das stürmische Umfeld zu positionieren. Besonders treffend im aktuellen Kontext ist wohl der Begriff “Signal-zu-Rauschen”-Verhältnis. Gastkommentar Brad Tank Neuberger Berman

Neuberger-Berman CIO Brad-Tank-Kopie in Neuberger Berman: Spannungsfeld zwischen Signal und Rauschen

Brad Tank analysiert die Situation an den Kapitalmärkten nach der Ernennung von Donald Trump

Laut Wikipedia ist dieses Verhältnis eine Messgröße in Wissenschaft und Technik, die das Niveau des gewünschten Signals mit dem Niveau der Hintergrundgeräusche vergleicht. Es wird definiert als das Verhältnis der Signalleistung zur Rauschleistung. Derzeit agieren wir in einem Umfeld, in dem das Signal extrem schwach ist. Es ist also sehr schwierig, herauszufinden, was echte Signale sind.

Es ist nicht lange her, da hörte ich auf meinen Reisen den allgemeinen Tenor: “Ich kann es kaum erwarten, dass die US-Wahl vorbei ist.” Ich teilte dieses Gefühl und die Vorstellung war, dass all die verrückten Sachen, die wir erlebten, abklingen und Dinge wieder normal werden würden.

Heute denke ich, die Dinge werden nicht wieder normal werden. Im Gegenteil, der Groll der Parteien bezüglich der aktuellen Fragen ist weiterhin sehr groß. Außerdem warfen die Wahlen neues Licht auf viele Fakten und dieser Prozess dauert noch an. Hinzu kommt ein Präsident, der in Echtzeit laut denkt und ein Umfeld, in dem echte Signale extrem schwach sind. Dem müssen die Anleger sich stellen – Ich fürchte, dies ist die Realität in der neuen Umgebung.

Was können Anleger also tun? Zunächst konzentrieren sie sich auf wichtige Fakten und nutzen ein Verfahren, um das Rauschen auszublenden.

Einen Filter einsetzen

Schaut man sich an, was die neue Regierung vorgeschlagen hat, zeigt sich, dass es eine sehr ehrgeizige Agenda mit tiefgreifenden Reformen ist – unter anderem zur Abgabenordnung, zur Rolle des Staates im Gesundheitswesen oder Einwanderung. Das sind wirklich komplexe Themen. Dies zeigt sich etwa in all der Berichterstattung, im Lärm und in der Rhetorik rund um die Abgabenordnung. Das Thema beherrschte die Finanznachrichten den Großteil der vergangenen Woche und ist sehr schwer zu erklären, so dass die Kommentatoren sich oft an beängstigenden und oft irreführenden Schlagzeilen festklammern. Hier die Fakten aus dem Lärm zu sortieren, erfordert viel Konzentration.

Für uns lauten einige der wichtigsten Fakten wie folgt: Von allen Zielen auf der Tagesordnung der neuen Regierung dürfte keines mehr Auswirkungen auf die Märkte und die Bewertung einzelner Aktien und Anleihen haben als die Steuerreform. Angesichts dieser Tatsache konzentrieren wir uns auf den Prozess, auf das Handwerk der Gesetzgebung und wer daran arbeitet. Es geht darum, die Perspektive der Autoren und anderen, die wesentlichen Einfluss auf den Zeitrahmen, auf Verabschiedung und Umsetzung haben, zu verstehen. Es ist nicht klar, wie viel Transparenz hier gegeben ist, doch ich denke, Ausgangspunkt für die Analyse muss ein Dokument sein, das schon seit sieben Monaten vorliegt: der Haushaltsentwurf der Republikaner. Die Frage ist nun, wie viel davon übrigbleibt, bis wir die Ziellinie erreichen.

Seite zwei: Die Perspektive eines großen Analysten einnehmen

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Neue Kapitalanlagestrategie: SDK setzt auf Immobilien

Die SDK stellt vorläufige Zahlen des Geschäftsjahrs 2018 vor. Mit einem Überschuss von 116 Millionen Euro ist das Ergebnis der Süddeutschen Krankenversicherung erneut sehr gut.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

E-Autos: Neue Hürden verhindern Verbreitung

Die Deutschen sind in Sachen Elektromobilität sehr optimistisch. Warum es nach wie vor ein Nischenthema ist, hängt an vielen Detailfragen. Die oft noch geringe Reichweite ist nur ein Aspekt. Woran es besonders hakt, ist bislang kaum in der öffentlichen Diskussion kaum aufgetaucht.

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...