17. Oktober 2013, 09:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Google-Vergleichsportal für Kfz-Policen: Schadet sich der Suchgigant selbst?

Was für Branchenkenner ein offenes Geheimnis war, wird nun bald Realität: Google startet ein Kfz-Versicherungsvergleichsportal. Welche Konsequenzen hat der Launch für die Akteure am Markt?

Gastbeitrag von Oliver Hanke, Powerleads

Vergleichsportale

“Ungeklärt ist bisher auch, ob sich wirklich sämtliche Versicherungsanbieter an dem Google-Vergleichsportal beteiligen werden.”

Auf dem Kfz-Versicherungsportal können Nutzer zunächst lediglich Kfz-Versicherungen vergleichen, mittel- bis langfristig sollen weitere Vergleichsmöglichkeiten hinzukommen. Nach Eingabe des passenden Keywords bei Google soll der Nutzer direkt den Vergleichsrechner starten können.

Ein direkter Antrag ist wohl nicht möglich, sondern eine Weitergabe des Leads an den passenden Tarifanbieter. Welche Anbieter mitmachen oder nicht, wird sich zeigen, wenn der Vergleichsrechner online ist.

Google-Portal ein starker Wettbewerber?

Hier und da ist zu hören, dass Versicherungsvermittler und Makler fürchten, dass das neue Google-Versicherungsportal ein starker Wettbewerber sein kann. Diese Befürchtungen sind aus unserer Erfahrung heraus jedoch unbegründet, denn schon heute schließen preisbewusste Konsumenten auf den bekannten Vergleichsportalen ab, hier wird sich lediglich der Marktanteil der Portale zu Gunsten von Google verändern.

Der nicht so preisbewusste oder onlineaffine Verbraucher wird auf eine Beratung durch einen erfahrenen Vermittler nicht verzichten wollen.

Zum Vergrößern auf die Grafik klicken

Vergleichsportale

Beispiel des Vergleichsportals in UK.

Wie werden sich die Google-Rankings entwickeln?

Zudem ist unklar, wie sich das Ranking der Google Suchergebnisse in Zukunft gestalten wird. Es ist wahrscheinlich, dass das Google-Vergleichsportal bei einer entsprechenden Suchabfrage an zweiter oder dritter Stelle des Rankings erscheint – nicht umsonst spricht die Süddeutsche Zeitung im Falle von Google von einem “Quasimonopol”.

Diese Entwicklungen müssen genau beobachtet werden, denn ein fairer Wettbewerb in unserer Branche erfordert von Suchmaschinen wie Google absolute Neutralität.

Wer beteiligt sich am Google-Vergleichsportal?

Ungeklärt ist bisher auch, ob sich wirklich sämtliche Versicherungsanbieter an dem Google-Vergleichsportal beteiligen werden. Aus dem Markt hört man, dass ein Leadpreis von bis zu 80 Euro aufgerufen wird.

Hier stellt sich die Frage der Wirtschaftlichkeit. Der ein oder andere Anbieter wird hier sicherlich nicht mitmachen. Wo bleibt dann die Objektivität des Vergleichsergebnisses?

Google wird zum Konkurrenten seiner Kunden

Google könnte sich mit dem eigenen Vergleichsportal sogar selbst schaden: Sowohl Versicherungsanbieter als auch Vergleichsportale buchen über den Google-Werbedienst Adwords Werbekampagnen mit hohen Klickpreisen.

Macht sich Google nun mit seinem Vergleichsrechner selbst zum Konkurrenten seiner Werbekunden, kann man gespannt sein, was sich besser rechnet.

Googles Angebote werden umfangreicher – doch wie weit wird das gehen?

Google drängt in immer weitere Bereiche des Internets vor. Die Gefahr, dass sich der Gigant nach und nach als Monopolist für alle relevanten Bereiche des Internets etablieren könnte, ist also durchaus gegeben.

Einen sanften Seitenhieb kann ich mir an dieser Stelle jedoch nicht verkneifen: Der Starttermin für das Google Vergleichsportal musste bereits vom 1. Juli auf September verschoben werden.

Aber auch im September ist der Vergleichsrechner noch nicht online. Auch beim scheinbar allmächtigen Google läuft eben nicht immer alles so, wie es geplant ist. Und die Zeit wird knapp, denn in den letzten beiden Monaten 2013 ist Hochsaison im Kfz-Versicherungsmarkt.

Oliver Hanke ist Geschäftsführer der Internetportale Powerleads und Mister Finance.

Foto: Angela Pfeiffer

1 Kommentar

  1. Interessanter Beitrag.

    Kommentar von NL — 21. Oktober 2013 @ 11:09

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Interne Qualitätsoffensive bei FiNUM.Finanzhaus

Bereits vor mehr als fünf Jahren der ging Finanzvertrieb FiNUM.Finanzhaus an den Start. Die Tochter der JDC Group AG bringt ihre Berater in der internen Wissensschmiede FiNUM.Akademie auf den neuesten Stand hinsichtlich Anlage- und Vorsorgeprodukte sowie regulatorischer Erfordernisse.

mehr ...

Immobilien

Wann für das selbstgenutzte Familienheim keine Erbschaftssteuer anfällt

Kinder können das Familienheim steuerfrei erben, wenn sie innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall selbst einziehen. Nur in besonders gelagerten Fällen kann dieser Zeitraum verlängert werden, entschied der Bundesfinanzhof in seinem Urteil vom 28.5.2019.

mehr ...

Investmentfonds

Nervenkrieg um den Brexit geht weiter

Das Brexit-Drama geht abermals in die Verlängerung. Das britische Unterhaus verschob am Samstag die Entscheidung über das neue EU-Austrittsabkommen und fügte damit Premierminister Boris Johnson eine weitere empfindliche Niederlage zu. Nun ist Johnson eigentlich gesetzlich verpflichtet, bei der Europäischen Union eine Verschiebung des für 31. Oktober geplanten EU-Austritts zu beantragen. Und trotzdem will Johnson versuchen, den Termin noch zu halten.

mehr ...

Berater

Mehr Power für den Finanzvertrieb

Mit einer neuen IT-Lösung will die Inveda.net GmbH das Redaktionssystem mit dem Maklerportal vereinen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Bundestag verabschiedet Reform der Grundsteuer

Der Bundestag hat am Freitag nach langem Ringen mit den Ländern Neuregelungen bei der Grundsteuer verabschiedet. Das Parlament stimmte außerdem einer Änderung des Grundgesetzes zu, damit Länder eigene Regelungen entwickeln können.

mehr ...

Recht

P&R: Weitere Anlegerklage gegen den Vertrieb abgewiesen

Ein Vertrieb, der Container der inzwischen insolventen P&R-Gruppe an eine Anlegerin verkauft hatte, hat seine Pflicht zur Plausibilitätsprüfung nicht verletzt. Das geht aus einem weiteren klageabweisenden Urteil hervor, das die Kanzlei Dr. Roller & Partner aus München erstritten hat.

mehr ...