Anzeige
16. Oktober 2014, 08:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

bAV: “Vorsorge mit Wow-Effekt”

Kompliziert, aber lohnenswert – dieser Ruf eilt der betrieblichen Altersversorgung voraus. Cash. sprach mit vier bAV-Experten aus der Assekuranz über das Versorgungsniveau in der bAV und mögliche Wege, den Ausbau der Betriebsrente voranzutreiben.

Altersversorgung

Björn Bohnhoff, Leiter betriebliche Altersversorgung, Zurich (oben links); Dr. Henriette Meissner, Generalbevollmächtigte bAV, Stuttgarter Lebensversicherung (oben rechts); Dr. Stefanie Alt, Geschäftsführerin, Nürnberger Beratungs- und Betreuungsgesellschaft für bAV (unten links); Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender, Talanx Pensionsmanagement.

Der Rentenexperte Professor Dr. Bert Rürup kritisiert in einer aktuellen Studie, dass zwar etwa die Hälfte der Beschäftigten in der Privatwirtschaft einen Anspruch auf eine Betriebsrente habe, allerdings seien diese Ansprüche in aller Regel zu gering. Wie ist dem Problem beizukommen?

Björn Bohnhoff, Leiter betriebliche Altersversorgung, Zurich: Angesichts der fortdauernden Niedrigzinspolitik, die zu einer deutlichen Stärkung des Konsums geführt hat, ist es natürlich schwer, die Menschen zum Sparen und zum langfristigen Vorsorgen zu animieren. Die Vermittlerschaft ist deshalb mehr denn je gefragt, den Bedarf des Kunden aufzuzeigen und ihm eine individuelle Lösung anzubieten. Aufgrund des Niedrigzinses wird es künftig sogar noch viel wichtiger, frühzeitig vorzusorgen, um den langfristigen Effekt des Sparens zu nutzen.

Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender, Talanx Pensionsmanagement: Das möchte ich gerne unterstreichen: Sieben von zehn Menschen wissen mittlerweile, dass sie zu wenig für die Altersvorsorge tun. Die Frage ist, wie wir diese Menschen erreichen können, um sie vom Nutzen einer betrieblichen Altersversorgung zu überzeugen. Das ist ein vertrieblicher Auftrag an uns alle – und den müssen wir auch wahrnehmen. Zugleich muss die Politik natürlich weiter an den gesetzlichen Rahmenbedingungen arbeiten. Ich bin aber guter Dinge, dass dies auch passieren wird.

Dr. Henriette Meissner, Generalbevollmächtigte bAV, Stuttgarter Lebensversicherung: Es muss ein klares Signal von der Politik kommen, dass private Vorsorge notwendig und richtig ist. Denn sie erstreckt sich über dreißig, vierzig oder gar fünfzig Jahre – eine momentane Niedrigzinsphase macht sich in solch langem Zeitraum nur als Episode bemerkbar. Leider gibt es immer wieder Stimmen aus der Politik, die wieder einen Schwenk zur gesetzlichen Rente fordern. Ich denke, ein demografisch gesteuertes System und ein rückdeckungsgesteuertes System mit Kapitalanlage ist auf Dauer die richtige Kombination – das darf nur nicht in Vergessenheit geraten.

Frau Dr. Alt, wie beurteilen Sie das Versorgungsniveau in der bAV?

Dr. Stefanie Alt, Geschäftsführerin, Nürnberger Beratungs- und Betreuungsgesellschaft: Das Versorgungsniveau ist insgesamt zu niedrig. Dies gilt auch und insbesondere für arbeitgeberfinanzierte Versorgungen. Aus meiner Sicht muss von den Vermittlern verstärkt kommuniziert werden, wie vorteilhaft die betriebliche Altersversorgung ist. Wir haben in den letzten Monaten die Wirtschaftlichkeitsfaktoren der bAV nochmals herausgearbeitet und beim Durchrechnen festgestellt, dass die bAV über alle Einkommensschichten hinweg die effizienteste Form der Altersversorgung ist. Das gilt es, den Mitarbeitern klarzumachen.

Seite zwei: “Kleine und mittelständische Unternehmen abholen”

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Service-Ranking: Deutschlands beste Direktversicherer

Welche deutschen Direktversicherer bieten ihren Kunden den besten Kundenservice? Das Kölner Beratungsunternehmen Servicevalue hat Kunden der Versicherungsgesellschaften hierzu befragt. Zwei Anbieter sicherten sich dabei einen der begehrten “Gold-Ränge”.

mehr ...

Immobilien

Anstieg der Immobilienpreise im Norden und Osten verlangsamt

Die Wohnimmobilienpreise steigen weiter. In einigen Märkten zeichnet sich aber bereits ab, dass die Geschwindigkeit, mit der die Preise wachsen, abnimmt. Der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise Region Nord/Ost hat die Wohnimmobilienmärkte in Dresden, Hamburg, Hannover und Berlin untersucht.

mehr ...

Investmentfonds

LSE-Chef Xavier Rolet verlässt Londoner Börse

Die London Stock Exchange (LSE) verliert Ende 2018 ihren Vorstandsvorsitzenden Xavier Rolet. Der Franzose wollte das Unternehmen bereits nach der gescheiterten Fusion mit der Deutschen Börse verlassen. Rolet schaffte es, den Wert der LSE während seiner Amtszeit zu vervielfachen.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...