Anzeige
Anzeige
18. November 2014, 14:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wiederanlage: Lebensversicherer tun sich schwer

Haben Kunden die meist langen Laufzeiten durchgehalten, wollen sie die finanzielle Ernte ihrer Lebensversicherung einfahren. Doch auch beim Verzehr ist gutes Wiederanlagemanagement wichtig. Damit tun sich Versicherer und Kunden schwer.

LV-Wiederanlage: Versicherer und Kunden tun sich schwer

Im Durchschnitt über alle Versicherer werden nur rund zehn Prozent des Kapitals tatsächlich wieder bei dem Versicherer angelegt, der die Lebensversicherung ausgezahlt hat.

Jahrzehntelang konnten Versicherungskunden davon ausgehen, dass sich das eingezahlte Kapital nach 20 bis 25 Jahren verdoppelt hat. Wenn ab 2015 der Garantiezins auf 1,25 Prozent im Neugeschäft abgesenkt werden muss, “gibt es nach 25 bis 30 Jahren überhaupt erst den eingezahlten Beitrag zurück”, schätzt Dr. Hanns-Georg Jenssen, geschäftsführender Vorstand des Verbandes Deutscher Versicherungsmakler (VDVM). Mit anderen Worten: Der Kunde erreicht damit nur den Kapitalerhalt, also eine Null-Prozent-Verzinsung.

Schwieriges Neugeschäft

An eine positive Rendite ist kaum noch zu denken, denn länger als 30 Jahre läuft kaum noch eine Lebensversicherung. Dieser Fakt, gepaart mit den weiterhin politisch verordneten Niedrigzinsen, dürfte das Neugeschäft in den nächsten Jahren massiv erschweren. Daher müssen die Versicherer eigentlich umso mehr darauf achten, eingesammeltes Kapital in den eigenen Reihen zu halten. Denn allein 2013 zahlten sie an ihre Kunden die gewaltige Summe von 79,4 Milliarden Euro aus. Allein: Es fehlt an attraktiven Produkten für die Wiederanlage dieses Geldes in den Häusern der Versicherer.

Für die Anlage von Kapitalauszahlungen oder auch von Erbschaften werden vor allem Sofortrenten empfohlen. Doch sind diese Produkte wirklich attraktiv? Für die Anlage von Kapitalauszahlungen oder Erbschaften empfehlen Versicherer und Berater die Sofortrente. Ein aktuelles Beispiel: Eine Kundin (63) hatte aus einer Kapitallebensversicherung knapp 72.000 Euro ausgezahlt bekommen. 60.000 Euro wollte sie in eine sofort beginnende Rentenversicherung einzahlen, um ihre Renteneinkünfte aufzubessern. Der Versicherer bot ihr dafür nur knapp 200 Euro monatliche Sofortrente an.

Die Kundin hält das Angebot für ein schlechtes Geschäft und verzichtet. Dabei hat der Versicherer nur die Mathematik bemüht. Denn nach der Sterbetafel DAV 2004 R der Deutschen Aktuarvereinigung hat die Frau aus heutiger Sicht noch eine statistische Lebenserwartung von knapp 27 Jahren und wird fast 90 Jahre alt. Sollte sie das 81. Lebensjahr erreichen, wird sie vermutlich sogar ihren 92. Geburtstag noch erleben.

 

Seite zwei: Zinskrise nagt an den Sofortrenten

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Patientenschützer mahnen dringend neuen Pflege-TÜV an

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von der neuen Bundesregierung rasch eine Reform des sogenannten Pflege-TÜVs angemahnt. “Der neue Pflege-TÜV sollte 2018 an den Start gehen. Fest steht aber heute schon, dass er nicht termingerecht kommen wird”, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Immobilien

CDU will Mietpreisbremse auslaufen lassen

Die CDU will sich einem Zeitungsbericht zufolge von der Mietpreisbremse verabschieden. Ziel sei es, sich bei Gesprächen über eine Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP auf ein Auslaufen der Mietpreisbremse im Jahr 2020 zu verständigen, berichten die “Stuttgarter Nachrichten” unter Berufung auf Unionskreise.

mehr ...

Investmentfonds

Monega verwaltet neuen Fonds von Wieland Staud

Die Monega Kapitalanlagegesellschaft (KAG) mbH mit Sitz in Köln hat zusammen mit der Staud Research GmbH, Bad Homburg, und der Greiff capital management AG, Freiburg, den neuen StaudFonds aufgelegt.

mehr ...

Berater

Geldanlage: Deutsche schätzen Renditechancen falsch ein

Viele Bundesbürger haben falsche Vorstellungen von den Renditechancen verschiedener Anlageformen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag der Fondsgesellschaft Fidelity International hervor. Demnach unterschätzt eine Mehrheit der Deutschen zudem den Zinseszinseffekt bei Fonds.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Krux mit dem Verfallsdatum

Die neueste Cash.-Markterhebung und eine aktuelle Mitteilung der BaFin lenken den Blick auf eine spezielle Vorschrift für Vermögensanlagen-Emissionen. Einsichtig ist diese nicht – und ein Risiko auch für den Vertrieb. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

Erbrecht: Ausgleichspflicht bei Berliner Testamenten

Das sogenannte Berliner Testament ist in Deutschland eine der beliebtesten und zahlenmäßig häufigsten Testierformen. In der Praxis kann dabei jedoch zu erheblichen Komplikationen kommen, etwa was die Ausgleichspflichten der Erben angeht.

mehr ...