28. September 2017, 09:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Chancen auf “Enkeltauglichkeit” mit Jamaika

Infolge der Bundestagswahl vom 24. September wird heftig über eine mögliche Regierungskoalition aus Union, FDP und Grünen diskutiert. Ein solches Bündnis besitzt Perspektiven für nachhaltige Altersvorsorge.

Die Weirich-Kolumne

Chancen auf „Enkeltauglichkeit“ mit Jamaika

“Mit konkreten gesetzgeberischen Maßnahmen ist erst in der zweiten Hälfte der neuen Legislaturperiode zu rechnen.”

“Der beste Platz des Politikers ist das Wahlplakat“ witzelte einst Loriot. So sei er “tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen”. Diese Vorzugsstellung verlieren seit der Bundestagswahl die Kandidaten, aus denen mehr als 700 Abgeordnete in einem “Mammut-Parlament“ geworden sind.

Jetzt geht es um die spannende Frage, wie die Zukunft aussieht. Betrachtet man sich nach dem spektakulären Wahlergebnis und dem Aufstieg der AfD mögliche Farbenspiele, so schränkt sich die Sicht einer möglichen Regierungsbildung inzwischen auf schwarz-gelb-grün ein. Eine Dreier-Koalition, welche die Farben der Landesflagge von Jamaika widerspiegelt.

Eine Alternative dazu gibt es nicht. Mit der rechtspopulistischen AfD will keiner paktieren, eine Neuauflage der Großen Koalition kommt für die unter Volkspartei-Niveau geschrumpfte SPD nicht in Frage.

Eine Minderheitenregierung mögen die stabilitätssüchtigen Deutschen nicht und baldige Neuwahlen können dem Wähler ohnehin nicht zugemutet werden. Deutschland braucht also rasch wieder eine handlungsfähige Regierung. Warum also nicht Jamaika?

Bündnis mit neuen Chancen

Betrachtet man sich die Vorstellungen der vier unterschiedlichen Parteien zur Bewältigung der demographischen Probleme, so darf man sich berechtigte Hoffnungen machen, dass die Tragfähigkeitslücke zu Lasten nachfolgender Generationen bei der Rentensicherung in einer solchen neuen Konstellation auf keinen Fall größer wird.

Neue Rentengeschenke wie in der vergangenen Legislaturperiode mit der Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren und der Mütterrente wird es kaum geben.

Der Wahlkampf von CDU/CSU und vor allem der SPD war von der Furcht vor den älteren Wählern bestimmt. Jeder zweite Wähler ist älter als 52, das Medianalter ist in den letzten zwei Jahrzehnten um sechs Punkte angewachsen.

Ältere Wähler wurden gezielt angesprochen

Da die Senioren zwischen 60 und 69 die größte Wahlbeteiligung aufweisen und die Volksparteien überrepräsentativ in diesen Zielgruppen sind, wurde kräftig Wahlspeck verteilt.

Die SPD verabschiedete sich ganz von der Agenda 2010 ihres einstigen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, gab eine neue Haltelinie für das Rentenniveau aus, propagierte eine Solidarrente und erklärte das Renteneinstiegsalter zum Tabu.

Die Union packte zwar nicht ein ähnliches Füllhorn aus, wenn man von der Ausweitung der Mütterrente im Bayernplan der CSU absieht, vermied es aber, generationengerechte Vorstellungen zu entwickeln.

Sie will in der neuen Legislaturperiode eine Große Rentenreformkommission einsetzen und unter Beteiligung der wichtigsten gesellschaftlichen Kräfte ein tragfähiges Zukunftskonzept entwickeln.

Seite zwei: An die junge Generation denken

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Also ich weiß nicht wann der Autor dieses Artikels gewählt hat. Die meisten von uns werden am 24. September zur Urne gegangen sein.

    Kommentar von Hugin Munin — 29. September 2017 @ 09:13

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Wie die Versicherer das Nadelöhr erweitern

Makler stoßen beim Gespräch mit dem Kunden immer wieder auf einen hatnäckigen Vorbehalt gegenüber der BU: das Verhalten der Versicherer im Leistungsfall oder vielmehr die Angst vor der Nichtleistung.

Gastbeitrag von Markus Kruse, Assekurata Solutions GmbH, und Christian Schwalb, BU-Expertenservice GmbH

mehr ...

Immobilien

Immobilienpreisanstieg im Norden und Osten weniger schwunghaft

Die Preise für Wohnimmobilien im Norden und Osten Deutschlands steigen im ersten Quartal 2018 weiter – für Wohnungen allerdings mit gedrosseltem Tempo. Laut Trendindikator Immobilienpreise des Finanzdienstleisters Dr. Klein (DTI) ist die Entwicklung in Berlin nach wie vor am dynamischsten: Im Jahresvergleich kosten Wohnungen über 15 Prozent mehr, verglichen mit dem vorigen Quartal sind Häuser um rund vier Prozent teurer.

mehr ...

Investmentfonds

Stimmung in der Finanzbranche sinkt

Die Stimmung in der Finanzbranche ist schlechter als im Vorquartal. Doch bleibt sie auf einem hohen Niveau. Die längerfristigen Erwartungen in der Finanzindustrie sind positiv. Die Ergebnisse im Detail: 

mehr ...

Berater

Deutsche haben ihre Finanzen im Griff – nach eigener Einschätzung

Die Deutschen sind überzeugt davon, gut mit ihrem Geld umgehen zu können. Mehr als drei Viertel haben nach eigenen Angaben einen sehr guten oder guten Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben. 88 Prozent beschäftigen sich regelmäßig mit ihren Ausgaben, 22 Prozent sogar täglich. Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Immobilienkauf: Notartermin platzt – kein Schadensersatz

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit seinem Urteil vom 13. Oktober 2017 – AZ.: V ZR 11/17 – die Haftung eines potenziellen Verkäufers einer Eigentumswohnung bei einem geplatzten Notartermin nur in Ausnahmefällen bejaht.

Gastbeitrag von Oliver Renner, Rechtsanwälte Wüterich Breucker

mehr ...