Anzeige
30. Januar 2017, 08:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Kosten- und Risikomarge im Visier der Insurtechs

Die größte Insurtech-Aktivität findet an einem vergleichsweise kleinen Teil der Wertschöpfungskette statt: dem Vertrieb. Die originären Kernkompetenzen der Assekuranz – vor allem das Risiko- und Schadenmanagement – werden bisher vernachlässigt, obwohl dort viel zu holen wäre.

Gastbeitrag von Dr. Marco Adelt, Clark

Start-up

“Insurtech-Start-ups suchen nach Lösungen für tiefgreifende Probleme. Ein Beispiel dafür sind unbetreute Bestände.”

Ob Versicherer, Aggregatoren oder Insurtechs: Alle buhlen um die Gunst des Kunden. Und das ist auch gut so, denn bei Versicherungen ist die Kundenzufriedenheit im Vergleich zu anderen Industrien unterdurchschnittlich, wie Branchenvergleiche zeigen.

Unbetreute Bestände

Insurtech-Start-ups suchen nach Lösungen für tiefgreifende Probleme. Ein Beispiel dafür sind unbetreute Bestände. Je nach Vertriebsweg werden bislang bis zu 85 Prozent der Kunden nicht oder nur passiv betreut. Oft herrscht nach Vertragsabschluss jahrelange Funkstille zwischen den Parteien. Aus dem Kreise der Start-ups kommen nun erste Problemlösungen mit eigenentwickelter Robo-Advisory-Technologie und stark erhöhter Kundenkontaktfrequenz. Insgesamt haben sich etablierte Versicherer und große Insurtechs in den letzten 18 Monaten immer weiter angenähert und Vertrauen aufgebaut. Die Grundlage für gemeinsame Leuchtturmprojekte ist gegeben.

Deutsche Insurtechs wachsen und ziehen verstärkt Kapital an, wie eine kürzlich veröffentlichte EY-Studie unterstreicht. Dabei handelt es sich gewiss um keinen Massentrend. Das eingesetzte Kapital zentriert sich auf wenige Akteure. Mehr als 90 Prozent der Finanzierungen entfallen auf bekannte Start-ups wie Clark, Financefox, Finanzchef24, Friendsurance, Getsafe, Knip und Schutzklick. Solche Unternehmen haben die Frühphase längst hinter sich gelassen und mehrere Finanzierungsrunden abgeschlossen.

Es ist kein Geheimnis: Die meisten Start-ups scheitern in der Frühphase und erreichen nie eine Series-A-Finanzierungsrunde. Fast wöchentlich kündigen sich nun neue Start-ups an und werben um das Kapital von schätzungsweise 120 bis 150 relevanten Business Angels, Venture-Capital-Gesellschaften und Company Buildern. Naturgemäß werden nicht alle Erfolg haben.

Hohe Insurtech-Aktivität im Vertrieb

Die mit Abstand größte Insurtech-Aktivität in Deutschland herrscht an einem vergleichsweise kleinen Teil der Wertschöpfungskette: dem Vertrieb. Start-ups besetzen gezielt die direkte Kundenschnittstelle und partizipieren an der Vertriebsmarge. Mit jährlich 15 bis 16 Milliarden Euro verfügbaren Abschluss- und Bestandsprovisionen sitzt hier im deutschen Markt auch attraktives Umsatzpotenzial.

Seite zwei: Großes Potenzial bei Kosten- und Risikomarge

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 09/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

PKV – Nachhaltige Geldanlage – Wohnen auf Zeit – Hitliste der Maklerpools

Ab dem 16. August im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neue Bestmarke von Fonds Finanz

Der Münchner Maklerpool Fonds Finanz meldet einen positiven Verlauf für das Geschäftsjahr 2017 mit erneut gestiegenem Umsatz.

mehr ...

Immobilien

ZIA: Pläne für Bestellerprinzip setzen einen falschen Fokus

Medienberichten zufolge prüft Bundesjustizministerin Katarina Barley aktuell, ob sich das Bestellerprinzip auch auf Immobilienverkäufe übertragen lässt und künftig derjenige die Kosten zu tragen habe, der den Makler beauftragt – in der Regel also der Verkäufer. Der ZIA Zentraler Immobilienschuss sieht die Ursache für hohe Kaufnebenkosten an anderer Stelle.

mehr ...

Investmentfonds

Albayrak dankt für deutsche Unterstützung

Katar bietet der Türkei an, 15 Milliarden Dollar in die Türkei zu investieren. Doch die Lage bleibt angespannt. Inzwischen hat Albayrak auch mit Olaf Scholz und Emmanuel Macron telefoniert. Die Festnahmen deutscher Staatsbürger enden dennoch nicht.

mehr ...

Berater

Schiffsfinanzierung: Betrugsprozess in Kiel gestartet

Zwei Männer müssen sich seit Donnerstag vor dem Kieler Landgericht in einem Betrugsverfahren um eine angebliche Schiffsfinanzierung verantworten. Dies berichten die “Kieler Nachrichten”.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity kauft in Schwaben zu

Die Leipziger Publity AG hat eine vollvermietete Büroimmobilie in Sindelfingen bei Stuttgart erworben. Das Multi-Tenant-Objekt wurde im Jahr 1992 erbaut und verfügt über insgesamt knapp 6.500 Quadratmeter Mietfläche.

mehr ...

Recht

Umsatzsteuerkartell aufgeflogen – Betrug im größten Stil

Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der Schaden könnte mehrere 100 Millionen Euro betragen.

mehr ...