Ab wann ist man reich: IW zeigt Einkommensgrenzen in Deutschland

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Gelbes Sparschwein mit Sonnenbrille am Strand
KI-generiertes Bild (OpenAI)
Wo beginnt der Reichtum? Ein Blick auf das Median-Nettoeinkommen.

Wer zählt zur Mittelschicht, wer gilt als arm oder reich? Das IW Köln hat Einkommensgrenzen für Singles, Paare und Familien berechnet - inklusive Rechner zum Selbsttest. Ein Überblick mit allen Schwellenwerten.

Wie wohlhabend ist man im Vergleich zum Rest der Bevölkerung - und ab wann ist man reich? Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat dazu eine Auswertung vorgelegt. Sie basiert auf Daten der Europäischen Union aus dem Jahr 2024 und ist seit Juli verfügbar. Mit einem eigens entwickelten Online-Rechner können Verbraucher zudem ihre eigene Position im Einkommensgefüge bestimmen. Sie sehen dort, wie viele Menschen in Deutschland mehr oder weniger verdienen.

Ab wann gehört man zur Mittelschicht?

Grundlage der Berechnung ist das Median-Nettoeinkommen: Genau die Hälfte der Haushalte verdient mehr, die andere Hälfte weniger. Für einen Alleinstehenden lag dieser Wert laut IW bei 2.419 Euro im Monat. Daraus leiten sich alle weiteren Schwellen ab. Wer 60 Prozent dieses Betrags oder weniger zur Verfügung hat, gilt als relativ arm, ab 250 Prozent als vergleichsweise reich. Dazwischen liegen die untere, die mittlere und die obere Einkommensschicht.

Das Median-Einkommen unterscheidet sich jedoch deutlich nach Haushaltsgröße. Allerdings berücksichtigt die Berechnung weder Vermögen noch Wohneigentum oder regionale Preisunterschiede, sondern ausschließlich das laufende Nettoeinkommen.

Ab wann ist man reich? Die Einkommensgrenzen im Überblick

Wie stark sich die Schwellen je nach Haushaltstyp unterscheiden, zeigt die folgende Tabelle. Sie listet das monatliche Nettoeinkommen, ab dem ein Haushalt laut IW als arm, zur unteren, mittleren oder oberen Mitte beziehungsweise als reich zählt.

HaushaltstypArm bisUntere Mitte bisMittelschicht bisObere Mitte bisReich ab
Single1.450 Euro1.940 Euro3.630 Euro6.050 Euro6.050 Euro
Alleinerziehend, ein Kind unter 14 Jahren1.890 Euro2.520 Euro4.720 Euro7.860 Euro7.860 Euro
Paar ohne Kinder2.180 Euro2.900 Euro5.440 Euro9.070 Euro9.070 Euro
Paar, ein Kind unter 14 Jahren2.610 Euro3.480 Euro6.530 Euro10.890 Euro10.890 Euro
Paar, zwei Kinder unter 14 Jahren3.050 Euro4.060 Euro7.620 Euro12.700 Euro12.700 Euro
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln

Bei einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren beginnt die relative Armut demnach erst bei einem Nettoeinkommen von 3.050 Euro im Monat. Reich ist ein solcher Haushalt ab 12.700 Euro. Ab wann eine Familie als reich gilt, hängt also maßgeblich von der Zahl der Haushaltsmitglieder ab. Das gilt ebenso für die Grenzen zur unteren und oberen Mittelschicht.


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IW-Einkommensrechner: So bestimmen Sie die eigene Position

Mit dem IW-Einkommensrechner lässt sich das eigene Nettoeinkommen direkt mit der Verteilung in Deutschland vergleichen. Studienautorin Judith Niehues verweist dabei auf eine verbreitete Fehleinschätzung: „Reich sind vor allem die anderen - dieser Eindruck ist nachvollziehbar, kann aber täuschen“, sagt die IW-Ökonomin.

Laut Niehues unterschätzen viele Menschen, wie hoch ihr Einkommen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung tatsächlich liegt. Untersuchungen zufolge verorten sich die wenigsten an den Rändern der Einkommensverteilung. Die meisten sehen sich selbst in der Mittelschicht.

Reallöhne steigen, Inflation zieht wieder an

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass sich der eigene Status verändern kann. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer real 1,5 Prozent mehr zur Verfügung als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal waren es sogar 1,8 Prozent. Die Reallöhne wuchsen damit schneller als die Verbraucherpreise. Getrieben von hohen Energiepreisen zog die Inflation zuletzt allerdings wieder an und überstieg erstmals seit Ende 2023 die Marke von drei Prozent.

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