Lindt-CEO entlassen: Schokoladenkonzern holt Weisskopf zurück

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Zwei Hände halten eine frisch geöffnete Kakaofrucht mit sichtbaren Kakaobohnen im Sonnenlicht
KI-generiertes Bild (OpenAI)
Stark gestiegene Rohstoffpreise für Kakao zwangen Lindt zu Preiserhöhungen von fast zwölf Prozent.

Nach zwei Gewinnwarnungen zieht der Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli die Reißleine: CEO Adalbert Lechner muss gehen. Der frühere Finanzchef Dieter Weisskopf übernimmt übergangsweise die Führung - Grund sind hohe Kakaopreise und ein schwacher Schokoladenabsatz in Europa.

Bei Lindt & Sprüngli gibt es einen Wechsel an der Spitze: Der Verwaltungsrat des Schweizer Schokoladenherstellers hat sich von Konzernchef Adalbert Lechner getrennt, teilte das Unternehmen in Kilchberg mit. Der bisherige Lindt-CEO muss seinen Posten nach zwei Gewinnwarnungen innerhalb eines Jahres räumen. Mit sofortiger Wirkung übernimmt der frühere Finanzchef Dieter Weisskopf interimistisch die Konzernleitung.

Weisskopf übernimmt die Führung des Schokoladenkonzerns

Der 71 Jahre alte Weisskopf kennt den Konzern gut: Er war viele Jahre Finanzchef von Lindt & Sprüngli und hatte das Unternehmen bereits bis 2022 geleitet. Zudem sitzt er im Verwaltungsrat. Einen dauerhaften Nachfolger für den Chefposten will das Gremium erst im zweiten Quartal 2027 benennen.

Zur Begründung erklärte der Verwaltungsrat, das Unternehmen brauche eine neue operative Führung, damit es wieder dauerhaft kräftig wachsen und seine Chancen auf den weltweiten Märkten konsequenter nutzen könne. Zu den genauen Umständen der Trennung von Lechner äußerte sich das Unternehmen allerdings nicht.

Lechner war 33 Jahre für den Konzern tätig, bevor er Anfang 2022 die Konzernleitung übernahm. Nach nicht einmal fünf Jahren an der Spitze ist für den 65-Jährigen nun Schluss.

Teure Kakaopreise drücken auf den Schokoladenabsatz

Hinter dem Führungswechsel steht ein handfestes Absatzproblem, mit dem der scheidende Lindt-CEO zuletzt zu kämpfen hatte. Wegen stark gestiegener Kakaopreise hatte Lindt & Sprüngli seine Verkaufspreise für Lindor-Kugeln, Schokohasen und andere Schokoladenprodukte deutlich angehoben. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Aufschläge im Schnitt bei 11,8 Prozent. Gleichzeitig brachen die verkauften Mengen merklich ein.

Besonders empfindlich reagierten Kunden in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien - stärker, als der Konzern erwartet hatte. Deshalb hat Lindt schon in den Sommermonaten damit begonnen, bei einzelnen Produkten die Preise wieder zu senken, und setzt inzwischen zusätzlich auf kleinere Packungsgrößen.


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Zweite Prognosesenkung löst Kurssturz aus

Ende September musste der Konzern seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr kappen. Statt des ursprünglich erwarteten organischen Wachstums von sechs bis acht Prozent rechnet Lindt für 2026 nur noch mit null bis zwei Prozent.

KennzahlUrsprüngliche PrognoseAktuelle Prognose
Organisches Wachstum 2026sechs bis acht Prozentnull bis zwei Prozent
Durchschnittliche Preiserhöhung (erstes Halbjahr 2026)-11,8 Prozent
Quelle: Lindt & Sprüngli

Neben den hohen Preisen setzte auch der heiße europäische Sommer dem Geschäft zu. Die erneute Prognosesenkung ließ die Lindt-Aktie an der Börse deutlich einbrechen.

Europageschäft im Fokus, Deutschland-Chef geht

Vorrangiges Ziel des neuen Lindt-CEO auf Zeit ist es, das europäische Schokoladengeschäft zurück in die Wachstumsspur zu führen. Zugleich soll der Konzern mehr in seine Marken investieren und profitabler werden. Deutlich besser läuft das Geschäft dagegen bereits in Nordamerika und Asien.

Der Umbau betrifft auch die deutsche Landesgesellschaft: Nach 23 Jahren im Unternehmen scheidet Deutschland-Chef Michal Spiller aus. Seine Nachfolge tritt der bisherige Österreich-Chef Ali Kulein an.

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