Bitcoins Marktpreis bündelt die jeweils vorherrschenden Informationen zu Adoption, Liquidität, Kapitalflüssen und Risikobereitschaft. Die Abweichung vom langfristigen logarithmischen Preistrend ist daher ein nützliches Maß dafür, wie stark sich die Bewertung relativ zur historischen Entwicklung zurückgesetzt hat. Auf dem aktuellen Niveau handelt BTC deutlich unter seiner langfristigen Best-Fit-Kurve und liegt damit klar im historisch unterbewerten Bereich.
Frühere große Bärenmarkttiefs führte Bitcoin meist auf einen Abschlag von rund 50% gegenüber dieser langfristigen Trendlinie. Der aktuelle Zyklus brachte sogar einen noch tieferen Reset: Je nach Spezifikation fiel das Bewertungsverhältnis auf etwa 0,4x bis 0,5x des Trends, was einem Abschlag von rund 60% entspricht – ob wohl Bitcoin heute deutlich reifer, institutioneller und strukturell weniger volatil ist als in frühere Zyklen.
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Über die gesamte Historie von Bitcoin hinweg waren vergleichbare Niveaus relativer Unterbewertungen außerordentlich selten. Abgesehen von der Frühphase von 2012, als die langfristige Tragfähigkeit des Netzwerks selbst noch höchst unsicher war, handelte Bitcoin kaum je so weit unter seinen historischen logarithmischen Pfad. Das Ausmaß der Abweichung deutet daher darauf hin, dass ein großer Teil der zyklischen Übertreibung bereits aus dem Preis entfernt wurde und aus unserer Sicht zunehmend dafür spricht, dass der Boden erreicht ist – auch wenn dies noch nicht vollständig bestätigt ist.
Das Framework sollte nicht als kurzfristiges Timing-Modell verstanden werden und auch nicht als Hinweis darauf, dass der Preis rasch zu einem fairen Wert zurückkehren muss. Bitcoin notierte historisch über längere Zeiträume deutlich über oder unter seinem angepassten Trend, während Liquidität, Positionierung und Marktnarrative die kurzfristige Preisbildung weiterhin dominieren können. Der aktuelle Abschlag sagt daher mehr über die Tiefe des Bewertungsresets aus als über den genauen Zeitpunkt oder Verlauf der anschließenden Erholung. Auch wenn dieser Bärenmarkt zu den kürzesten gehört haben könnte, zählt er gemessen an Bitcoins eigener Dynamik dennoch zu den niedrigsten.
Historisch boten Phasen ähnlich tiefer Bewertungen gegenüber dem Trend attraktive Bedingungen für einen strategischen Positionsaufbau über längere Anlagehorizonte, auch wenn die unmittelbare Preiserholung uneinheitlich blieb. Zusammen mit der breiteren Verbesserung der Finanzbedingungen und des Konjunkturzyklus stärkt das aktuelle Setup unsere Einschätzung, dass der Bodenbildungsprozess bereits weit fortgeschritten und möglicherweise schon abgeschlossen ist. Insgesamt unterstützen die Marktbedingungen zunehmend einen geduldigen, gestaffelten Aufbau von Positionen, bei gleichzeitiger Flexibilität angesichts der zuletzt wieder erhöhten Volatilität.
Autor Denis Oevermann ist Investment Strategist bei Bitcoin Suisse.















