Chinas Autoexporte haben seit 2017 einen rasanten Aufstieg erlebt. Ihr Wert erhöhte sich von sieben Milliarden auf 114,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Damit rückte die Volksrepublik vom zwanzigsten auf den zweiten Platz der weltweit größten Autoexporteure vor. Deutschland blieb mit Ausfuhren im Wert von 162,7 Milliarden US-Dollar an der Spitze.
Beim Exportvolumen hat China Deutschland allerdings bereits überholt. 2025 lieferte das Land rund zehn Millionen Tonnen Fahrzeuge ins Ausland, Deutschland kam auf 7,7 Millionen Tonnen. Auch nach der Zahl der exportierten Autos liegt China inzwischen weltweit vorn. Ein wesentlicher Grund dafür sind die häufig niedrigeren Preise und Betriebskosten chinesischer Modelle.
Besonders stark wuchs das Geschäft mit batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Deren Exportwert stieg zwischen 2021 und 2025 von 7,2 Milliarden auf 49,3 Milliarden US-Dollar und damit nahezu auf das Siebenfache. Deutschland kam in diesem Segment zuletzt auf 60,6 Milliarden US-Dollar. Das geht aus einer Analyse von Oxford Economics auf Basis der Handelsdaten von TradePrism hervor.
Zölle lenken chinesische Autoexporte um
Mehrere Länder reagierten 2024 mit Handelsbarrieren. Die USA erhöhten ihren Zoll auf chinesische Elektrofahrzeuge auf 100 Prozent, Kanada führte ebenfalls einen Zusatzzoll von 100 Prozent ein. Die Türkei erhob einen zusätzlichen Zoll von 40 Prozent. Die Europäische Union belegte batterieelektrische Autos aus China mit endgültigen Zusatzzöllen zwischen 7,8 und 35,3 Prozent.
In den betroffenen Märkten sanken die chinesischen Verkäufe der von den Maßnahmen erfassten Fahrzeuge in den sechs Monaten nach Inkrafttreten um 28 Prozent – von 5,6 Milliarden auf vier Milliarden US-Dollar. In Kanada brachen die Importe batterieelektrischer Autos aus China von 1,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf nahezu null im Jahr 2025 ein. In der Europäischen Union gingen sie von 11,9 Milliarden auf 8,5 Milliarden US-Dollar zurück.
Allerdings verlagerten chinesische Hersteller ihr Angebot auf Fahrzeugtypen, die nicht von den Zöllen betroffen waren. Die Verkäufe von Plug-in-Hybriden in die Europäische Union stiegen zwischen 2023 und 2025 von 0,8 Milliarden auf 3,4 Milliarden US-Dollar. Bei Benzin- und Dieselautos erhöhte sich der Wert von 2,2 Milliarden auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtabsatz chinesischer Fahrzeuge in der Europäischen Union blieb dadurch nahezu unverändert.
Zölle bremsen chinesische Autoexporte nicht – sie verlagern die Verkäufe
| Maßnahme | Markt | Erfasste Fahrzeuge | Vorher, Mrd. US-Dollar | Nachher, Mrd. US-Dollar | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|
| EU-Zölle, Oktober 2024 | EU-27 | Nur batterieelektrische Fahrzeuge | 3,9 | 3,4 | −14 % |
| Alle anderen Autos | 2,3 | 3,2 | +42 % | ||
| Zusatzzoll, Oktober 2024 | Kanada | Elektro- und Hybridfahrzeuge | 0,9 | 0,0 | −100 % |
| Alle anderen Autos | 0,2 | 0,2 | −19 % | ||
| Zusätzlicher Zoll, Juli 2024 | Türkei | Alle Autos | 0,7 | 0,6 | −9 % |
| Zölle nach Section 301, September 2024 | USA | Nur batterieelektrische Fahrzeuge | 0,1 | 0,0 | −56 % |
Quelle: Oxford Economics, TradePrism
Plug-in-Hybride gewinnen an Bedeutung
Der Anteil von Plug-in-Hybriden an Chinas Autoexporten stieg seit 2023 von vier auf 13 Prozent. Konventionelle Hybridmodelle legten von zwei auf sieben Prozent zu, während der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge von 42 auf 30 Prozent sank. Benzin- und Dieselautos stehen weiterhin für die Hälfte des Exportwerts und 58 Prozent des Gewichts.
Zugleich erschlossen die Hersteller Märkte ohne vergleichbare Beschränkungen. Seit 2023 verzeichnete China die größten Exportzuwächse in Russland mit sieben Milliarden US-Dollar, den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 3,5 Milliarden US-Dollar, Mexiko mit 3,1 Milliarden US-Dollar und Saudi-Arabien mit 2,5 Milliarden US-Dollar. Nach Saudi-Arabien wurden überwiegend Benzin- und Dieselfahrzeuge geliefert.
Neben den ausländischen Zöllen bremst inzwischen auch die chinesische Wirtschaftspolitik. Peking halbierte Anfang 2026 den Höchstbetrag der Kaufsteuervergünstigung für New-Energy-Fahrzeuge von 30.000 auf 15.000 Yuan. Seit Januar benötigen chinesische Unternehmen zudem eine staatliche Lizenz für den Export batterieelektrischer Pkw.
Wachstum elektrifizierter Exporte fällt deutlich
Die Wachstumsraten der Exporte elektrifizierter Fahrzeuge erreichten im Januar ihren Höhepunkt und gingen danach zurück. Bei batterieelektrischen Autos sank das Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 38 auf zehn Prozent. Bei Plug-in-Hybriden fiel es von 130 auf drei Prozent, bei konventionellen Hybridfahrzeugen von 36 auf elf Prozent.
Oxford Economics erwartet, dass Chinas Autoexporte bis 2030 einen Wert von 135 Milliarden US-Dollar erreichen. Das entspräche einem Zuwachs von 18 Prozent innerhalb von fünf Jahren. In den fünf Jahren zuvor hatten sich die Ausfuhren noch mehr als verzehnfacht.
Märkte mit besonders günstigen Bedingungen für Chinas Exporteure
| Market | Imports 2025 | From China | Combustion | Largest incumbent | Growth to 2030 |
|---|---|---|---|---|---|
| UAE | $25.8bn | 25% | 76% | 20% North America | +15% |
| Australia | $22.5bn | 22% | 57% | 45% Japan and Korea | +28% |
| Saudi Arabia | $21.0bn | 25% | 93% | 30% Japan and Korea | +27% |
| Mexico | $20.5bn | 37% | 64% | 27% North America | +9% |
| South Africa | $4.8bn | 23% | 89% | 25% EU | +20% |
| Iraq | $4.3bn | 9% | 91% | 29% Japan and Korea | +20% |
| Kuwait | $3.7bn | 22% | 96% | 37% Japan and Korea | +29% |
| Philippines | $3.7bn | 22% | 59% | 12% Japan and Korea | +33% |
| Chile | $3.2bn | 28% | 79% | 27% Japan and Korea | +2% |
| Oman | $3.1bn | 9% | 94% | 31% Japan and Korea | +1% |
| Vietnam | $3.0bn | 14% | 84% | 16% Japan and Korea | +53% |
| Egypt | $3.0bn | 26% | 80% | 43% EU | +39% |
| Colombia | $3.0bn | 14% | 64% | 25% North America | +18% |
| New Zealand | $3.0bn | 15% | 55% | 44% Japan and Korea | +42% |
| Qatar | $2.2bn | 18% | 90% | 36% Japan and Korea | +86% |
| Ecuador | $1.1bn | 41% | 67% | 17% EU | +12% |
Source: Oxford Economics, TradePrism
Autor Ben Udy ist Marktanalyst bei Oxford Economics.













