Drei Berenberg-Manager wagen den Sprung in die Selbstständigkeit

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Hamburger Speicherstadt mit Fondsunterlagen und grüner Kursfläche im Vordergrund.
Bild: KI-generiert
Mit MPC steigt eine traditionsreiche Hamburger Unternehmerfamilie bei der neuen Fondsboutique ein.

Drei frühere Berenberg-Manager starten mit der neuen Fondsboutique Fortequa durch: Im November gehen zwei Aktienfonds für europäische Unternehmen an den Start. Strategischer Investor ist die Hamburger Unternehmensgruppe MPC. Wie der KI-gestützte Investmentprozess funktioniert, zeigt der Überblick.

Mit der Fortequa Fondsboutique entsteht ein neuer Anbieter für europäische Aktienfonds, wie das Unternehmen mitteilt. Im November bringt Fortequa die ersten beiden Publikumsfonds an den Start. Der Fortequa Falcon Fund investiert in europäische Aktien aller Größenklassen. Der Fortequa Merlin Fund konzentriert sich ausschließlich auf Small und Mid Caps in Europa. Im Fokus stehen dabei Firmen, die in ihrem jeweiligen Marktsegment weltweit führend sind.

Gegründet haben die Fondsboutique Matthias Born, Oliver Fritz und Christian Korth. Gemeinsam bringen die drei mehr als 50 Jahre Kapitalmarkterfahrung mit. Als strategischer Investor beteiligt sich zudem die Hamburger Unternehmensgruppe Münchmeyer Petersen & Co. (MPC) mit 25,1 Prozent an Fortequa. Hinter MPC steht die Unternehmerfamilie Schroeder.

Dynamik, Qualität, Bewertung: So wählt die Fortequa Fondsboutique ihre Aktien aus

Bei der Titelauswahl setzt das Team auf drei Kriterien: Dynamik, Qualität und Bewertung. Entscheidend ist dabei vor allem, wie deutlich ein Unternehmen die Erwartungen des Marktes übertreffen kann. Aus einem Universum von 1.200 europäischen Unternehmen trifft ein hauseigenes Scoring-Modell eine erste Vorauswahl. Dieses Modell entwickelt sich fortlaufend mit Hilfe von künstlicher Intelligenz weiter. Die endgültige Entscheidung über einzelne Aktien hängt jedoch weiterhin vom genauen Verständnis der Geschäftsmodelle und Managementteams ab.

Born beschreibt den Investmentansatz so: „Wir setzen dabei den bewährten Investmentprozess um, den ich seit 25 Jahren verfolge - geschärft durch die Erfahrungen aus herausfordernden Marktphasen und ergänzt um ein neues Risikomanagement-Tool. Dank unserer eigenen KI-Plattform können wir nun deutlich schneller und zielgerichteter analysieren.“ Fortequa biete ihm den unternehmerischen Rahmen, die eigenen Überzeugungen konsequent umzusetzen, so Born weiter. Deshalb investierten die Gründer gemeinsam mit Seed-Investoren und Kunden auch erheblich eigenes Kapital in die Gesellschaft und ihre Strategien.

Gründer mit langjähriger Erfahrung im Portfoliomanagement

Alle drei Gründer haben zuvor große Aktienportfolios gesteuert. Zuletzt verantworteten sie bei Berenberg gemeinsam verschiedene europäische Aktienstrategien. Born leitete dort das gesamte Aktienfondsmanagement und den Investmentbereich. Zuvor hatte er bei Allianz Global Investors europäische Wachstumsaktien, Small-Cap-Strategien und Deutschlandfonds verantwortet. Fritz baute seit 2017 als Portfoliomanager die europäischen Aktienstrategien bei Berenberg mit auf. Korth kam über ein Single Family Office zu Berenberg, nachdem er zuvor als Aktienanalyst bei HSBC und Stifel gearbeitet hatte.


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Plattform Eyrie: Wie künstliche Intelligenz die Analyse unterstützt

Von Beginn an setzt Fortequa auf eine Infrastruktur, die durchgängig auf künstlicher Intelligenz aufbaut. Die technologische Basis dafür liefert der Partner SVRN Alpha, den Professor Tobias Blask leitet. Gemeinsam entsteht eine Plattform, die exakt auf den hauseigenen Investmentprozess zugeschnitten ist. Die KI soll vor allem dazu beitragen, dass sich Unternehmensdaten und Research systematisch auswerten lassen. Zugleich sollen Zusammenhänge sichtbar werden und sich Veränderungen frühzeitig abzeichnen. Dadurch bleibt den Portfoliomanagern mehr Zeit für die entscheidenden Investmentfragen.

Co-Gründer Oliver Fritz beschreibt den Effekt so: „Mit unserer Plattform Eyrie analysieren wir in kürzerer Zeit mehr Unternehmen - und das in deutlich höherer Qualität. Zugleich wird ihre Analysefähigkeit Woche für Woche besser.“ Die eigentliche Investitionsentscheidung treffe laut Fritz aber immer ein Mensch.

MPC: Strategischer Investor und Geldgeber für den Start

Für MPC ist die Beteiligung an der Fortequa Fondsboutique eine unternehmerische Langfristinvestition. Das Unternehmen stellt zusätzlich Seed-Kapital für die Investmentstrategien der Fondsboutique bereit. Geschäftsführender Gesellschafter Axel Schroeder begründet das Engagement so: MPC unterstütze erfahrene Portfoliomanager auf dem Weg in die unternehmerische Selbstständigkeit. Diese setzten zugleich selbst Kapital ein. Der langfristige Investmentansatz der Fortequa-Gründer passe zum eigenen Selbstverständnis als Familienunternehmen. Zudem ergänze die Beteiligung das bestehende Engagement bei der Münchmeyer Petersen Capital Markets. Außerdem solle sie dazu beitragen, dass Anleger die Chancen börsennotierter mittelständischer Unternehmen stärker wahrnehmen.

Ampega als Kapitalverwaltungsgesellschaft, BN & Partners als Haftungsdach

Neben MPC ist inzwischen ein weiterer institutioneller Investor als Seed-Kapitalgeber bei Fortequa eingestiegen. Rechtlich tritt die Fortequa Fondsboutique als Fondsberater unter dem Haftungsdach der BN & Partners Capital AG auf. Kapitalverwaltungsgesellschaft ist die Ampega Investment GmbH. Dort unterstützt das Team um David Krahnenfeld den Vertrieb der beiden Fonds.

Falcon und Merlin: Die ersten beiden Fonds im Überblick

Die Namen der neuen Fonds erklären ihre Ausrichtung: Der Fortequa Falcon Fund deckt als breiter Ansatz alle Größenklassen ab. Der Fortequa Merlin Fund, benannt nach dem kleinsten heimischen Falken, setzt gezielt auf kleinere und mittlere Unternehmen.

FondsFokusGeplanter StartEinordnung
Fortequa Falcon FundEuropäische Aktien aller GrößenklassenAnfang NovemberBreiter Europa-Ansatz
Fortequa Merlin FundEuropäische Small- und Mid-CapsMitte NovemberAusschließlich kleinere und mittlere Unternehmen
Quelle: Fortequa

Bei der Fortequa Fondsboutique gilt das Segment der kleineren und mittleren Unternehmen derzeit als besonders aussichtsreich. Ein Grund dafür: In den vergangenen Jahren habe es unterdurchschnittlich abgeschnitten. Zudem könnten Anleger darüber an einigen der europaweit am stärksten wachsenden Unternehmen teilhaben. Laut einer hauseigenen Analyse stammte ein Großteil der Aktien, die sich in den vergangenen zehn Jahren um mehr als das Fünffache verteuerten, aus genau diesem Segment.

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