Die US-Notenbank Fed dürfte ihren Leitzins nach Einschätzung von Mabrouk Chetouane, Chefstratege bei Natixis Investment Managers, vorerst unverändert lassen. Der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise in den USA ändere daran zunächst nichts.
Nach seiner Einschätzung ist der Preisdruck im März vor allem auf Energie und Lebensmittel zurückzuführen. Daraus lasse sich noch nicht ableiten, dass sich die höheren Kosten bereits breiter auf andere Preise übertragen.
Im Schnitt dauere es rund ein Quartal, bis sich nominaler Druck weiterreiche, so Chetouane. Derzeit zeigten vor allem Umfragen zur Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen deutliche Reaktionen auf den Energieschock. Zugleich gebe es weiter Zweifel an der Stärke des Arbeitsmarktes.
Die Erwartungen der Anleger orientieren sich Chetouane zufolge weiterhin eng an der Medianprognose der Federal Reserve. Diese sieht bis zum Jahresende eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vor.
Aus Sicht von Natixis IM verfolgt die bevorstehende Sitzung zwei Ziele. Die Fed wolle Zins- und Inflationserwartungen stabilisieren, um eine unerwünschte Verschärfung der Finanzierungsbedingungen zu vermeiden. Zugleich dürfte sie sich Spielraum für unterschiedliche Szenarien offenhalten.
Der Energieschock könnte das Angebot über Mengen oder Preise belasten und damit auch die Gesamtnachfrage spürbar dämpfen. Natixis IM sieht daher die Möglichkeit, dass sich konjunkturelle Risiken stärker materialisieren.
Arbeitsmarkt bleibt im Fokus der Fed
Chetouane geht davon aus, dass die Reaktionsfunktion der Fed weiterhin stärker auf die Konjunktur und damit auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet bleibt. Eine mögliche Lockerung der Geldpolitik wäre demnach weniger politisch motiviert als wirtschaftlich begründet.
Natixis IM hält deshalb an der Einschätzung fest, dass die Fed ihren Leitzins 2026 um 25 bis 50 Basispunkte senken könnte. Ziel wäre es, die Nachfrage zu stützen.













