Rund 49,71 Prozent der bundesweit zum Verkauf angebotenen Wohnimmobilien weisen derzeit keine Energieeffizienzklasse aus. Das geht aus einer Untersuchung von Town & Country Haus hervor, die mehr als 12.000 Immobilienangebote auf Immowelt ausgewertet hat. Vor dem Hintergrund der neuen EU-Gebäuderichtlinie könnte die energetische Bewertung von Immobilien künftig stärker an Bedeutung gewinnen.
Die Richtlinie soll nach ihrer Umsetzung in deutsches Recht die energetische Bewertung von Gebäuden stärker vereinheitlichen. Das entsprechende Gesetzgebungsverfahren läuft derzeit noch. Für Eigentümer kann ein fehlender Energieausweis jedoch schon heute praktische Folgen haben, etwa beim Verkauf, bei der Vermietung oder bei der Finanzierung einer Immobilie.
Besonders hoch ist der Anteil der Immobilien ohne Energieausweis in Leipzig mit 70,93 Prozent (siehe Tabelle unten). Es folgen Bielefeld mit 67,11 Prozent, Mannheim mit 65,71 Prozent, Dresden mit 64,85 Prozent und Wuppertal mit 63,24 Prozent. In Berlin, München und Hamburg liegt der Anteil jeweils bei rund 54 Prozent und damit ebenfalls über der Hälfte aller angebotenen Immobilien.
Energieausweise: Deutliche Unterschiede zwischen den Städten
Am niedrigsten ist der Anteil fehlender Energieausweise in Bremen. Dort verfügen nur 25,74 Prozent der angebotenen Immobilien nicht über das Dokument. Auch Kiel mit 25,95 Prozent, Hannover mit 31,63 Prozent, Münster mit 33,33 Prozent und Stuttgart mit 37,92 Prozent liegen deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.
„Eigentümer ohne gültigen Energieausweis riskieren nicht nur Verzögerungen im Verkaufsprozess und rechtliche Unsicherheiten, sondern schwächen auch ihre Verhandlungsposition erheblich. Wer verkaufen, vermieten oder finanzieren möchte, benötigt bereits heute in diesen Fällen zwingend einen Energieausweis, unabhängig von der weiteren Entwicklung der EU-Regelungen“, erklärt Benjamin Dawo, Geschäftsführer von Town & Country Haus. „Der Energieausweis ist damit in der Praxis ein zentrales Pflichtdokument bei Immobilientransaktionen.“
Nach Einschätzung des Unternehmens dürfte die energetische Qualität von Gebäuden mit den neuen EU-Vorgaben künftig stärker in Markt- und Finanzierungsentscheidungen einfließen. Energieeffizienz, CO₂-Emissionen und der Sanierungsbedarf könnten damit bei der Bewertung und Vermarktung von Immobilien an Gewicht gewinnen.
Neue EU-Regeln erhöhen den Handlungsdruck
„Konkret sollten Eigentümer ihre Immobilie frühzeitig gut dokumentieren und energetische Kennzahlen im Blick behalten“, so Benjamin Dawo. „Gerade bei älteren oder unsanierten Gebäuden empfiehlt es sich, zunächst den aktuellen energetischen Zustand der Immobilie prüfen zu lassen, etwa durch einen Energieausweis oder eine Energieberatung. So lassen sich Verbrauchsdaten, Modernisierungsstand und mögliche Schwachstellen besser einordnen und sinnvolle Sanierungsmaßnahmen gezielt planen. Wer hier frühzeitig aktiv wird, kann künftig besser auf Anforderungen von Käufern, Banken und Investoren reagieren.“
Tabelle: So schneidet Ihre Stadt ab
Prozentualer Anteil an zum Verkauf stehenden Immobilien ohne Energieausweis in den jeweils 30 größten deutschen Städten
| Stadt | Häuser ohne Energieausweis | |
|---|---|---|
| 1 | Leipzig | 70,93% |
| 2 | Bielefeld | 67,11% |
| 3 | Mannheim | 65,71% |
| 4 | Dresden | 64,85% |
| 5 | Wuppertal | 63,24% |
| 6 | Chemnitz | 59,34% |
| 7 | Wiesbaden | 58,64% |
| 8 | Duisburg | 57,94% |
| 9 | Nürnberg | 55,24% |
| 10 | Augsburg | 54,70% |
| 11 | Hamburg | 53,74% |
| 12 | Berlin | 53,61% |
| 13 | München | 53,57% |
| 14 | Gelsenkirchen | 53,50% |
| 15 | Essen | 52,61% |
| 16 | Düsseldorf | 48,57% |
| 17 | Braunschweig | 48,04% |
| 18 | Frankfurt am Main | 47,58% |
| 19 | Dortmund | 45,54% |
| 20 | Aachen | 45,30% |
| 21 | Mönchengladbach | 44,84% |
| 22 | Köln | 44,76% |
| 23 | Karlsruhe | 44,16% |
| 24 | Bonn | 42,01% |
| 25 | Bochum | 41,32% |
| 26 | Stuttgart | 37,92% |
| 27 | Münster | 33,33% |
| 28 | Hannover | 31,63% |
| 29 | Kiel | 25,95% |
| 30 | Bremen | 25,74% |
Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 12.403 zum Verkauf stehende Häuser in den 30 einwohnerstärksten Städten in Deutschland auf der Plattform Immowelt analysiert (Stichtag: 2. April 2026). Dabei wurde erhoben, ob innerhalb der Inserate eine Energieeffizienzklasse für das Gebäude angegeben wurde. Quelle: Town & Country Haus
















