Der Stimmungsumschwung bei den Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen ist das markanteste Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2026 des Beratungs- und Forschungsunternehmens Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE). Der Preiserwartungsindex fiel auf bundesweiter Ebene auf minus 14,8 Punkte, nachdem in der vorangegangenen Umfrage im Herbst 2025 noch plus 38,8 Punkte verzeichnet worden waren.
Den Angaben zufolge erwartet aktuell der größte Teil der befragten Expertinnen und Experten mit 42,9 Prozent in den kommenden zwölf Monaten stabile Preise. Allerdings rechnen 36,0 Prozent mit sinkenden Preisen, während nur 21,1 Prozent von Preissteigerungen ausgehen.
Das Bild hat sich gegenüber dem Herbst 2025 damit deutlich verändert, als noch rund 46 Prozent steigende Preise erwartet hatten. Der Ausblick fällt für Einfamilienhäuser leicht negativer aus als für Eigentumswohnungen. Für Einfamilienhäuser liegt der Preiserwartungsindex bei minus 20,0 Punkten, für Eigentumswohnungen bei minus 11,9 Punkten.
Auf Ebene der Bundesländer zeigt sich ein heterogenes Bild. Bayern mit 24,0 Punkten, Mecklenburg-Vorpommern mit 24,2 Punkten und Brandenburg mit 27,4 Punkten weisen positive Indexwerte für Eigentumswohnungen auf. Am negativsten schätzen die Experten die Lage in Berlin mit minus 35,3 Punkten und Schleswig-Holstein mit minus 28,9 Punkten ein.
Bei den Transaktionspreisen für Mehrfamilienhäuser hat sich die Stimmung ebenfalls eingetrübt. Der Preiserwartungsindex sank von plus 28,8 Punkten im Herbst 2025 auf nun minus 27,3 Punkte. Dabei rechnen 39,9 Prozent der Befragten mit sinkenden Transaktionspreisen, 43,3 Prozent erwarten stabile Preise und lediglich 16,9 Prozent gehen von steigenden Preisen aus. Stark negativ beurteilt werden hierbei Berlin mit minus 76,4 Punkten, Mecklenburg-Vorpommern mit minus 28,6 Punkten und Rheinland-Pfalz mit minus 25,1 Punkten.
Wohnungsmieten trotzen dem negativen Trend
Robuster zeigt sich weiterhin das Segment der Wohnungsmieten. Der entsprechende Index sank zwar von 93,7 auf 69,1 Punkte, bleibt damit aber klar im positiven Bereich. 70,0 Prozent der Expertinnen und Experten erwarten demnach steigende Mieten, 26,7 Prozent stabile Mieten und lediglich 3,3 Prozent sinkende Mieten.
Bei den Büro- und Geschäftshäusern setzt sich der Negativtrend fort und hat sich zuletzt beschleunigt. Der Preiserwartungsindex für Transaktionspreise verschlechterte sich von minus 20,2 Punkten im Herbst 2025 auf nun minus 65,2 Punkte. Damit befindet sich der Index wieder in einer pessimistischen Zone, nachdem er in den vorangegangenen Umfragerunden eine allmähliche Erholung signalisiert hatte.
Auch bei den Büromieten hat sich das Stimmungsbild eingetrübt. Der Preiserwartungsindex liegt bei minus 43,0 Punkten, nach minus 24,7 Punkten im Herbst 2025. Der Mitteilung zufolge erwarten 47,3 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer sinkende oder stark sinkende Büromieten in den nächsten zwölf Monaten, 42,2 Prozent gehen von stabilen Mieten aus, und nur 10,5 Prozent rechnen mit Mietpreissteigerungen in diesem Segment.
Erholungsphase der Immobilienpreise unterbrochen
Magnus Danneck, CEO Deutschland bei FPRE, kommentiert: „Die Frühjahrsumfrage 2026 markiert eine deutliche Stimmungskorrektur gegenüber dem Herbst 2025. Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser sind nach einer kurzen Erholungsphase wieder in den negativen Bereich gerutscht – einzig die Wohnungsmieten trotzen dem Trend und zeigen weiterhin mehrheitlich steigende Erwartungen. Im Bürosegment hat die erhoffte Stabilisierung einen Rückschlag erlitten; hier überwiegt der Pessimismus wieder deutlich.“
Für die Erhebung indiziert das Unternehmen halbjährlich die Erwartungen von Fachleuten hinsichtlich der Wert- und Mietpreisentwicklung auf einer Skala von minus 200 bis plus 200 Punkten. Ein Indexwert von Null zeigt erwartete Preisstabilität an. An der aktuellen Umfrage zum zweiten Quartal 2026 beteiligten sich den Angaben zufolge 326 Expertinnen und Experten.
Preiserwartungsindex nach Bundesländern
| Bundesland | ETW (1) | EFH (2) | MWG (3) | BUE (4) | MFH (5) | BGH (6) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg (BW) | 10.5 ↘ | 2.4 ↘ | 71.8 ↘ | -42.8 ↗ | 2.0 ↘ | -42.6 ↘ |
| Bayern (BY) | 24.0 ↘ | 5.3 ↘ | 96.8 ↘ | -30.8 ↘ | -0.9 ↘ | -62.0 ↘ |
| Berlin (BE) | -35.3 ↘ | -76.4 ↘ | 33.6 ↘ | -49.9 ↘ | -76.4 ↘ | -69.1 ↘ |
| Brandenburg (BB) | 27.4 ↘ | 55.2 ↗ | 120.3 ↗ | -5.1 ↗ | 8.7 ↘ | -6.6 ↗ |
| Bremen (HB) | – | – | – | – | – | – |
| Hamburg (HH) | -17.8 ↘ | -27.0 ↘ | 99.8 ↘ | -33.3 ↘ | -8.9 ↘ | -69.8 ↘ |
| Hessen (HE) | 17.5 ↗ | 10.0 ↘ | 66.1 ↘ | -44.1 ↗ | 8.5 ↘ | -38.7 ➔ |
| Mecklenburg-Vorp. (MV) | 24.2 ↘ | -11.8 ↘ | 97.6 ➔ | 23.5 ↗ | -28.6 ↗ | -28.7 ↗ |
| Niedersachsen (NI) | -14.4 ↘ | -27.5 ↘ | 86.9 ↘ | -42.8 ↘ | -4.2 ↘ | -61.1 ↘ |
| Nordrhein-Westfalen (NW) | 4.5 ↘ | 5.4 ↘ | 69.0 ↘ | -58.9 ↘ | -9.4 ↘ | -49.2 ↘ |
| Rheinland-Pfalz (RP) | -7.7 ↘ | 11.3 ↗ | 54.1 ↘ | -24.6 ↗ | -25.1 ↘ | -12.3 ↗ |
| Saarland (SL) | – | – | – | – | – | – |
| Sachsen (SN) | 26.1 ↘ | 39.8 ↘ | 70.7 ↘ | -117.3 ↘ | -5.4 ↘ | -118.3 ↘ |
| Sachsen-Anhalt (ST) | 9.1 ➔ | 5.7 ➔ | 89.1 ↗ | -3.4 ↗ | 2.8 ➔ | -3.4 ↗ |
| Schleswig-Holstein (SH) | -28.9 ↘ | -37.7 ↘ | 63.6 ➔ | -62.9 ↘ | -12.6 ↘ | -69.4 ↘ |
| Thüringen (TH) | 5.9 ↗ | 16.6 ↗ | 82.6 ↗ | -19.8 ↗ | 32.1 ↗ | -30.0 ↗ |
| Deutschland | -11.9 ↘ | -20.0 ↘ | 69.1 ↘ | -43.0 ↘ | -27.3 ↘ | -65.2 ↘ |
(1) Preise von Eigentumswohnungen; (2) Preise von Einfamilienhäusern; (3) Mieten von Wohnungen; (4) Mieten von Büroflächen; (5) Preise von Mehrfamilienhäusern (6) Preise von Büro- und Geschäftshäusern. Anzahl Teilnehmende: 360.
Quelle: FPRE. Datenstand: 2. Quartal 2026. Für Bremen und Saarland liegen keine Daten vor.
Erläuterung: FPRE berechnet aus den Antworten zur Preiserwartung (stark steigend, steigend, sinkend, stark sinkend) einen Indexwert, der zwischen plus 200 und minus 200 liegen kann. Dabei bedeutet ein Indexwert von plus oder minus 200 absolute Einigkeit der Befragten über stark steigende beziehungsweise stark sinkende Preise. Ein Indexwert von plus oder minus 100 ist als hohe Einigkeit über steigende oder sinkende Preise zu interpretieren. Ein Wert von Null kann aus erwarteter Preisstabilität oder Uneinigkeit der Teilnehmer resultieren.














