Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet über einen Wendepunkt auf dem deutschen Heizungsmarkt: Im Jahr 2025 war die Wärmepumpe erstmals die am häufigsten neu installierte Heizungsart und löste damit überwiegend fossil betriebene Heizkessel an der Spitze ab. Grundlage ist ein Report des Kopernikus-Projekts Ariadne auf Basis des „Wärme- & Wohnen-Panels“.
Den Angaben zufolge sank die Einbaurate neuer Heizkessel bei selbstnutzenden Eigentümerhaushalten innerhalb eines Jahres von drei Prozent im Jahr 2024 auf 1,4 Prozent im Jahr 2025. Die Einbaurate von Wärmepumpen blieb dagegen mit knapp zwei Prozent stabil. Im Jahr 2021 hatte sie noch bei 0,8 Prozent gelegen.
Insgesamt entwickelte sich der Heizungsmarkt jedoch rückläufig. Die Austauschrate von Heizungen fiel von mehr als fünf Prozent im Jahr 2024 auf 3,4 Prozent im Jahr 2025. Demnach resultiert der hohe Wärmepumpenanteil wahrscheinlich auch daraus, dass viele Eigentümer den Heizungstausch aufgeschoben haben.
Heizkosten unterscheiden sich je nach Heizsystem
Für das „Wärme- & Wohnen-Panel“, befragen Wissenschaftler des IW, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und des RWI seit 2021 jährlich rund 15.000 Haushalte. Das Forschungsprojekt Ariadne wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.
Der Auswertung zufolge verursachten Wärmepumpen 2025 mit durchschnittlich 12,20 Euro je Quadratmeter Wohnfläche die niedrigsten Heizkosten. Haushalte mit Gasheizung zahlten 16,20 Euro je Quadratmeter, bei Ölheizungen lagen die Kosten bei 17,10 Euro. Fernwärme war mit 20,90 Euro je Quadratmeter die teuerste Heizungsart.
Die durchschnittlichen spezifischen Heizkosten sanken insgesamt von 17,70 Euro auf 17,00 Euro je Quadratmeter. Mit einem Rückgang von 11,7 Prozent verzeichneten Wärmepumpen die stärkste Kostenentlastung. Die Kosten für Fernwärme stiegen dagegen um 2,5 Prozent.
Kühlfunktion als zusätzlicher Vorteil
Wie das IW weiter mitteilt, können viele Wärmepumpen im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dadurch lasse sich eine separate Klimaanlage in vielen Fällen ersetzen.
IW-Experte Ralph Henger sagt: „Die Wärmepumpe ist beim Heizungstausch zur ersten Wahl geworden – das ist eine echte Trendwende im Heizungskeller. Dafür gibt es gute Gründe: Wer mit einer Wärmepumpe heizt, zahlt derzeit die niedrigsten Heizkosten und bekommt im Sommer die Kühlung gleich dazu.“
Nach Einschätzung Hengers komme es nun darauf an, die wirtschaftlichen Vorteile der Wärmepumpe nicht nur über Förderprogramme zu sichern. Entscheidend seien vielmehr verlässliche Rahmenbedingungen bei CO₂-Preisen, Stromkosten und Gebäudevorgaben.
















