Vonovia-Chef fordert Reform der Mietregulierung: Ein Drittel Sozialwohnungen, Rest frei

Foto: Vonovia / Simon Bierwald
Unternehmenszentrale von Vonovia in Bochum.

Der Vorstandsvorsitzende des Wohnungskonzerns Vonovia, Luca Mucic, fordert eine grundlegende Reform der Mietregulierung in Deutschland. Er plädiert für eine stärkere soziale Differenzierung, um den Wohnungsneubau wieder anzukurbeln. Was er im Einzelnen vorschlägt.

Der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Wohnungskonzerns, Vonovia, Luca Mucic, hat sich für eine Reform der Mietregulierung ausgesprochen. „Ich glaube, dass wir stärker sozial differenzieren müssen“, sagte Mucic bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf. Er plädiere für eine zielgerichtetere Regulierung.


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Der Manager schlägt vor, die Kappungsgrenzen zu erhöhen und die Mietpreisbremse zu reformieren und festzulegen, dass die großen privaten Wohnungsunternehmen ein Drittel Ihrer Bestände an sozial bedürftige Mieter mit Wohnberechtigungsschein vermieten müssten. An Menschen in diesem Drittel müsste frei werdender Wohnraum dann immer vorrangig vermietet werden. Zur Not müsse es auch weitergehende Beschränkungen geben, was die Preisentwicklung angehe.

Regulierung für ein Drittel, ansonsten freie Mietpreise

Im Gegenzug sollen nach Ansicht von Mucic diese Regeln für die anderen zwei Drittel abgeschafft und die Preisbildung liberalisiert werden. Dies solle mit einem Härtefallmanagement verbunden werden, sagte Mucic weiter. Für Mieter, die mit der Liberalisierung ein Problem bekämen, sollten sozial ausgewogene Einzelfallregelungen geprüft werden. In der Breite würden solche Neuregelungen Investitionen in Neubau in verschiedenen Qualitäten wesentlich interessanter für bauende und verwaltende Unternehmen machen, so Mucic.

Bei der Kappungsgrenze geht es um die zulässige Mieterhöhung während eines laufenden Mietverhältnisses. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt regelt die Mietpreisbremse die zulässige Miete bei Abschluss eines neuen Mietvertrags.

Mucic schlägt Härtefallregeln vor

Das nach Einkommen obere Drittel der Mieter werde im Zweifel kein Problem mit einer solchen Neureglung haben, so Mucic. „Im Bestand knapp oberhalb des unteren Drittels könnte es sein, dass es dann eben aufgrund der sicherlich zu erwartenden deutlich höheren Mietpreisentwicklung zu Härtefällen kommt.“ Diese müssten dann sozial angemessen und ausgewogen gelöst werden.

Der Vonovia-Chef begründete seinen Vorstoß damit, dass sich die Mietpreisbremse seiner Ansicht nach „nicht als wirklich tauglich erwiesen“ habe, das Problem von zu wenig Wohnungsneubauten zu lösen.

Vonovia-Manager gegen Abschaffung von Mietpreisbremse

Der Manager sprach sich allerdings gegen eine ersatzlose Abschaffung der Mietpreisbremse aus. Zwar sei es ein Eingriff in den Markt, der die Preisfindung künstlich beschränke. „Aber da muss man den Wahrheiten ins Gesicht sehen. Ohne das haben Sie ein noch massiveres soziales Problem.“

Vonovia bewirtschaftete Ende März in Deutschland knapp 471.000 eigene Wohnungen. In Schweden waren es rund 40.000 und in Österreich etwa 20.000, zusammen also knapp 531.000 Wohnungen. Die monatliche Durchschnittsmiete in Deutschland lag Ende März bei 8,26 Euro pro Quadratmeter, 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (dpa-AFX)


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