Der Autoleasing- und Fuhrparkmanagement-Anbieter Ayvens hat seine Schadenbilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht. Ausgewertet wurden mehr als 53.000 Kfz-Schäden, die Reparaturkosten verursacht haben. Das Ergebnis zeigt eine gespaltene Entwicklung: Während die Schadenhäufigkeit in beiden Versicherungssparten zurückging, stiegen die durchschnittlichen Kosten pro Schadenfall erheblich.
Teilkasko: Scheibenschäden dominieren, Reparaturen gewinnen an Bedeutung
In der Teilkaskoversicherung führen beschädigte Fahrzeugscheiben die Schadenstatistik weiterhin mit großem Abstand an. Auf Scheibenaustausche entfallen 57 Prozent aller Schäden, auf Scheibenreparaturen weitere 16 Prozent. Dahinter folgen Marderschäden mit sechs Prozent, Sturm- und Hagelschäden mit vier Prozent sowie Kollisionen mit Tieren mit drei Prozent.
Bei den Glasschäden zeichnet sich allerdings eine positive Verschiebung ab. Die Zahl der Windschutzscheiben-Austausche sank um 3,8 Prozent, während die Scheibenreparaturen gleichzeitig um 13,6 Prozent zunahmen. Steinschlagschäden müssen nicht zwingend einen vollständigen Scheibenaustausch nach sich ziehen – wird der Schaden frühzeitig erkannt, reicht häufig eine Reparatur aus, etwa mit einem Scheibenpflaster. Ayvens empfiehlt Fuhrparkbetreibern und Fahrern, diese Option bei Steinschlagschäden grundsätzlich prüfen zu lassen.
Auch die Marderschäden gingen zurück, um knapp zwölf Prozent. Sturm- und Hagelschäden verzeichneten sogar einen Rückgang von rund 36 Prozent. Leicht gestiegen ist dagegen die Zahl der Kollisionen mit Tieren.

Vollkasko: Vandalismus und Rangierschäden auf dem Rückzug
In der Vollkaskoversicherung dominieren Schäden durch unbekannte Verursacher und Vandalismus mit einem Anteil von 28 Prozent, gefolgt von Rangierschäden mit 24 Prozent. Auf Kontrollverlust, Auffahrunfälle und Kollisionen entfallen 15 Prozent der Fälle; Schäden durch hochgeschleuderte Teile kommen auf zwei Prozent, Fahrzeugaufsetzer auf ein Prozent.
Auch hier verlief die Entwicklung positiv. Die Zahl der Schäden durch unbekannte Verursacher und Vandalismus sank um mehr als fünf Prozent, Rangierschäden gingen um knapp fünf Prozent zurück. Konstant blieb dagegen die Gesamtzahl der Schäden durch Kontrollverlust, Auffahrunfälle und Kollisionen.
Moderne Fahrerassistenzsysteme – etwa für das Abstandhalten, den Spurwechsel und das Einparken – tragen nach Einschätzung von Ayvens dazu bei, die Unfallhäufigkeit in Fuhrparks zu begrenzen.

Reparaturkosten steigen trotz sinkender Schadenzahlen
Die rückläufige Schadenhäufigkeit schlägt sich nicht in niedrigeren Gesamtkosten nieder. In der Vollkaskoversicherung stieg der durchschnittliche Schadenaufwand pro Fall von 1.764 Euro auf 1.969 Euro netto. Noch deutlicher fiel der Anstieg in der Teilkaskoversicherung aus: Hier erhöhte sich der Durchschnittswert von 1.367 Euro auf 1.959 Euro netto.
Als Haupttreiber gilt die zunehmende Komplexität moderner Fahrzeugtechnik. Kameras, Sensoren und Fahrerassistenzsysteme machen Fahrzeuge zwar sicherer, erhöhen aber im Schadenfall den Reparaturaufwand erheblich – hinzu kommen gestiegene Arbeitskosten. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Glasschäden: Während eine Scheibenreparatur durchschnittlich rund 113 Euro kostet, liegt der Aufwand für einen Scheibenaustausch inzwischen bei mehr als 1.030 Euro.













