Der Gold-Investor-Index (GII) Deutschland stieg im Mai auf 58,3 Punkte – ein Plus von 2,4 Punkten gegenüber dem April-Tief. Damit machte das Stimmungsbarometer von BullionVault einen Teil des Einbruchs vom Vormonat wett, der mit minus 6,7 Punkten den steilsten Rückgang seit sechs Jahren markiert hatte. Der aktuelle Wert liegt 2,4 Punkte über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt und wurde in den vergangenen 60 Monaten nur neunmal übertroffen.
Der GII verfolgt seit 2010 die Handelsentscheidungen der deutschen Kundenbasis von BullionVault und misst das tatsächliche Anlegerverhalten am Edelmetallmarkt. Ein Wert über 50,0 signalisiert, dass mehr Nutzer kauften als verkauften.
„Obwohl die Stimmung bei Gold nach dem jüngsten rasanten Höhenflug stark gefallen ist, bleibt sie deutlich über dem langfristigen Durchschnitt“, sagt Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault. „Auch die weltweiten Erstinvestitionen sind historisch stark, obwohl sie im Mai erneut zurückgegangen sind.“
Nettonachfrage drei Monate in Folge
Da die Großhandelspreise für physisches Edelmetall im Mai auf den niedrigsten Monatsdurchschnitt seit Dezember fielen, kauften BullionVault-Nutzer weltweit als Gruppe den dritten Monat in Folge mehr Gold, als sie verkauften – die längste ununterbrochene Phase der Nettonachfrage seit August 2023. Die Goldbestände der Kunden wuchsen dadurch um weitere 0,2 Prozent auf 43,6 Tonnen, den höchsten Stand seit sechs Monaten.
Dieser in Privatbesitz befindliche Bestand an Anlagegold lagert in von den Nutzern selbst gewählten Tresoren in London, New York, Singapur, Toronto oder Zürich und hat einen Gesamtwert von 5,4 Milliarden Euro.
Die monatliche Zahl neuer, in Deutschland lebender BullionVault-Nutzer stieg im Mai gegenüber April leicht um 1,8 Prozent. Das liegt 47,8 Prozent über dem Monatsdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre – trotz eines gleichzeitigen Rückgangs bei Erstinvestoren im Rest der Welt.
Iran-Krieg drückt auf die Stimmung
Der Geopolitik kommt dabei eine zentrale Rolle zu. „Gold verhält sich weiterhin wie auf einer Wippe zum Rohöl, da der Energiepreisschock durch den Iran-Krieg die Zinserwartungen in die Höhe treibt“, sagt Ash. „Die Nachricht, dass Zentralbanken von Rekord-Goldkäufen zu sporadischen Verkäufen übergehen, dämpft zudem einen wesentlichen Teil der überschwänglichen Begeisterung vom Jahresbeginn. Aber der langfristige Wert von Gold in den staatlichen Reserven ist ungetrübt, und auch Privatanleger nutzen den Preisrückgang, um ihre Bestände auszubauen.“














