Die Boeing-Aktie hat sich seit Monatsbeginn um 13 Prozent erholt und damit den breiten US-Aktienmarkt outperformt. Am Montag schloss der Kurs bei 225 US-Dollar. Allerdings wurde dieses Niveau bereits 2017 erreicht, von einem echten Comeback kann also noch keine Rede sein. Zudem haben sich durch die tieferen Hochs der vergangenen fünf Jahre zwischen 243 und 278 US-Dollar starke Widerstände gebildet. Ein Ausbruch darüber könnte jedoch neue Käufer anlocken.
Am Mittwoch stehen die Zahlen für das erste Quartal sowie ein neuer Ausblick an. Sie dürften zum Gradmesser dafür werden, wie stark die aktuellen geopolitischen Spannungen die Geschäftsentwicklung von Boeing tatsächlich belasten. Der Iran-Konflikt bleibt ungelöst, die Ölpreise sind seit Wochenbeginn um rund 5 Prozent gestiegen. Für Boeing ist das ein zweischneidiges Schwert. Steigende Kerosinpreise setzen die Margen der Airlines unter Druck. Finanzschwächere Fluggesellschaften könnten Bestellungen stornieren oder Auslieferungen verschieben.
Gleichzeitig entsteht daraus aber auch ein struktureller Anreiz zur Modernisierung. Neue, effizientere Flugzeuge verbrauchen weniger Treibstoff, was Investitionen langfristig attraktiver macht. Anhaltende Spannungen könnten wiederum die Nachfrage nach Rüstungsgütern wie Raketenabwehrsystemen, Kampfjets und Tankflugzeugen erhöhen. Boeing ist ein Unternehmen mit zwei Standbeinen, bei dem das Verteidigungsgeschäft als Puffer für die Herausforderungen im zivilen Luftfahrtsegment dienen könnte.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












