Kassenfusionen? GKV-Spitzenverband weist Vorstoß der CDU zurück

Oliver Blatt
Foto: GKV-Spitzenverband
Oliver Blatt

Der Ruf nach nur noch zehn Krankenkassen sorgt für Widerspruch aus der gesetzlichen Krankenversicherung. Der GKV-Spitzenverband hält die Debatte für realitätsfern und verweist auf sinkende Verwaltungskosten.

Der GKV-Spitzenverband weist den Vorstoß aus der CDU, die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen perspektivisch auf zehn zu begrenzen, deutlich zurück. Vorstandsvorsitzender Oliver Blatt kritisiert die Debatte im „Stern“ scharf und nennt sie realitätsfern.

„Hier wird mal wieder eine Debatte ohne Hand und Fuß geführt, die an der Realität völlig vorbeigeht“, so bewertet Blatt die Äußerungen des CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann, der eine Anzahl von künftig zehn Krankenkassen ins Spiel gebracht hat. „Herr Linnemann hat offenbar den Bericht der Finanzkommission Gesundheit nicht gelesen, der deutlich herausgearbeitet hat, dass der Anteil der Verwaltungsausgaben an den Gesamtausgaben seit Jahren sinkt. Es ist sogar so, dass die gesetzlichen Krankenkassen pro Versicherten weniger als die Hälfte für ihre Verwaltung ausgeben als die private Krankenversicherung“, so Blatt.


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Nach seinen Angaben entfallen bei den gesetzlichen Krankenkassen auf einen Euro Ausgaben vier Cent für Verwaltung. In der privaten Krankenversicherung seien es mit rund zehn Cent etwa zweieinhalbmal so viel.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes standen in den 90er Jahren noch weit über tausend Krankenkassen im Wettbewerb. Heute seien es 93 Kassen, die an der Versorgung beteiligt seien. Für Blatt ist das ein Hinweis darauf, dass sich die Strukturen bereits über Jahre verdichtet haben.

„Die Beratung unserer der 75 Millionen Versicherten bleibt die Kernaufgabe der Krankenkassen, ob am Telefon, vor Ort in der Geschäftsstelle oder online. Wir sind für unsere Versicherten da und wollen es auch bleiben. Wir erwarten von der Politik die Kraft zu echten Strukturreformen und nicht die Flucht in Scheindebatten“, so Blatt zum „Stern“.

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