Aktienmärkte und Anleihemärkte senden gegensätzliche Signale – die einen feiern die KI-Rally, die anderen warnen vor steigenden Zinsen und geopolitischen Risiken. Bitcoin scheint sich zu positionieren, doch die Treiber der jüngsten Rally verschieben sich.
Die Aktienmärkte bleiben in Feierlaune, getragen von der KI-getriebenen Rally. Die Anleihemärkte hingegen richten ihren Blick zunehmend auf die geopolitischen Spannungen und die anhaltende Blockade der Straße von Hormus. Je länger die Störung andauert, desto stärker dürften sich inflationäre Effekte aufbauen – über steigende Ölpreise und Engpässe bei wichtigen Rohstoffen wie Helium. Die Markterwartungen verschieben sich deshalb weg von Zinssenkungen hin zu möglichen erneuten Zinserhöhungen. Vor diesem Hintergrund ist die rollierende 30-Tage-Korrelation zwischen dem S&P 500 und der US-Zweijahresrendite auf extrem niedrige Niveaus gefallen. Historisch halten solche Divergenzen selten lange an – und risikobehaftete Assets wie Bitcoin beginnen einzupreisen, dass die Zinsmärkte am Ende recht behalten könnten.
Interessanterweise scheint die jüngste Bitcoin-Rally aber primär von starken ETF-Zuflüssen und den fortgesetzten Käufen der Digital Asset Treasuries getrieben worden zu sein, während die Aktivität am Derivatemarkt vergleichsweise gedämpft blieb. In den vergangenen Tagen haben sich die ETF-Flows ins Negative gedreht, doch die Funding Rates bei Perpetual Futures sind deutlich gestiegen. Das deutet darauf hin, dass die Marktaktivität nach mehreren Monaten gedämpfter Handelsbedingungen wieder anzieht.
Autor Marc des Ligneris ist Senior Portfolio Manager bei Coinshares.













