Autonomes Fahren: „Kein Selbstläufer für die Autoindustrie“

Mit selbstfahrenden Autos könnte die Menschheit nach Ansicht von Schweizer Wissenschaftlern jedes Jahr gigantische Summen sparen. 30 Prozent weniger Sprit- oder Stromverbrauch, 90 Prozent weniger Unfälle und frei verfügbare Zeit im Wert von bis zu vier Billionen Euro seien wahrscheinlich, sagte Andreas Herrmann von der Universität St. Gallen.

Forscher der RWTH Aachen fahren im „Self Driving Lab“ auf einer Teststrecke.

Autonomes Fahren wird unser tägliches Leben gewaltig verändern. Und wir können die gesellschaftlichen Kosten dramatisch verringern“, so Herrmann.

Ein Selbstläufer für die Autoindustrie werde die Entwicklung allerdings nicht. Um den Kampf mit Internet-Riesen wie Google zu bestehen, müssten sich die Hersteller zu Software-Unternehmen wandeln, sagte Hermann. Die Konkurrenz aus dem Netz wolle sofort das völlig autonome Auto, weil es gewaltige neue Geschäftsfelder eröffne.

Anfälligkeit für Hacker-Angriffe

Ein wunder Punkt sei die Anfälligkeit selbstfahrender Autos für Hacker-Angriffe, so Herrmann. Nicht einmal das Netz der Bundesregierung sei sicher, wie die jüngste Attacke zeige. Kriminelle würden ihren Weg auch ins Auto finden.

Schon bald würden autonome Autos in den USA und Asien fahren, sagte Herrmann. Europa dagegen brauche für die Gesetzgebung sowie für gemeinsame Standards zur Kommunikation unter Autos und zwischen Autos und Infrastruktur noch Zeit. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

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