Der US-Aktienmarkt wartet auf neue Impulse. Der S&P 500 liegt nur rund 2 Prozent unter seinem Rekordhoch, bewegt sich aber seit Anfang August kaum vom Fleck. Mit einem Plus von 8,5 Prozent seit Jahresbeginn liegt der Industriesektor zwar deutlich hinter dem Energie- und Technologiesektor, zählt aber weiterhin zur oberen Hälfte der elf S&P-500-Sektoren.
Neue Bewegung könnte der ISM Manufacturing PMI für September bringen, der am Donnerstag veröffentlicht wird. Erwartet wird ein Anstieg von 54,6 auf 54,9 Punkte. Die US-Industrie scheint ihre mehrjährige Schwächephase überwunden zu haben. Hoher Kostendruck, steigende Anleiherenditen und der ungelöste Nahostkonflikt verschärfen jedoch die Abwärtsrisiken.
Entscheidend ist nicht nur der Gesamtindex, sondern seine Zusammensetzung. Steigende Aufträge und eine robuste Produktion wären positiv. Bei längeren Lieferzeiten und höheren Lagerbeständen kommt es dagegen darauf an, ob starke Nachfrage oder Lieferstörungen und ungewollter Lageraufbau dahinterstehen.
Ein extrem starker ISM wäre für den Aktienmarkt nicht unbedingt optimal, da er neue Zinserhöhungsängste auslösen könnte. Angesichts der hohen Ölpreise könnte bereits eine stabile Nachfrage ohne zusätzliche Kostenbeschleunigung positiv aufgenommen werden. Das größte Risiko bleibt eine stagflationäre Kombination aus sinkenden Aufträgen und steigenden Preisen.
Entscheidend ist, ob die Unternehmen ihre zusätzlichen Kosten auf die Kunden überwälzen. Für Anleger gewinnen im aktuellen Umfeld Aktien von Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht und soliden Bilanzen an Bedeutung.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












