Pflegezusatzpolicen schließen die Finanzierungslücke oft früher als gedacht

Pflege, Pflegeversicherung, Unterfinanzierung, Soziale Pflegeversicherung
Foto: Cash./KI-generiertes Bild
Die Kosten für die Pflege steigen immer weiter.

Die Eigenanteile in der stationären Pflege steigen seit Jahren. Eine neue Analyse von Assekurata zeigt, dass sich diese Lücke mit privaten Pflegezusatzversicherungen schon in jungen Jahren zu vergleichsweise niedrigen Beiträgen absichern lässt. Zugleich wächst der politische Druck die Pflege zu reformieren.

Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen müssen im Schnitt mehr als 3.000 Euro pro Monat selbst tragen. Darin enthalten sind die Kosten für Pflege, Unterkunft und Verpflegung. Nach einer aktuellen Preis-Leistungs-Analyse der Rating-Agentur Assekurata dürfte diese Belastung weiter steigen.

Untersucht wurde das Angebot privater Pflegezusatzversicherungen im Auftrag des PKV-Verbands. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Finanzierungslücke mit privater Vorsorge bereits heute wirksam schließen lässt. Entscheidend ist dabei vor allem der Zeitpunkt des Abschlusses.

So beziffert die Studie die reinen Pflegekosten bei stationärer Unterbringung im Bundesdurchschnitt auf 1.971 Euro im Monat. Eine vollständige Absicherung über ein monatliches Pflegegeld von 2.000 Euro ist demnach für 25-Jährige bereits ab 38 Euro im Monat möglich. Für 35-Jährige liegt der Beitrag ab 56 Euro, für 45-Jährige ab 85 Euro monatlich. Bei 55-jährigen liegt der Monatsbeitrag dann schon bei mindestens 134 Euro.

Pflegezusatzversicherung rückt in die Reformdebatte

Parallel dazu gewinnt die politische Diskussion über die Pflegefinanzierung an Fahrt. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Pflegereform, die unter anderem die stark steigenden Eigenanteile begrenzen soll.

Rückenwind erhält die private Vorsorge durch eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands. Danach sprechen sich 76,3 Prozent der Bundesbürger dafür aus, dass die Bundesregierung die Pflegezusatzversicherung stärker fördert, etwa über die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge.


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Florian Reuther, Direktor des PKV-Verbands, ordnet die Ergebnisse so ein: „Für eine dauerhaft tragfähige Pflegefinanzierung muss die Bundesregierung eine Reform auf den Weg bringen, die auf Eigenverantwortung, mehr Kapitaldeckung und Generationengerechtigkeit setzt.“

Die private Pflegezusatzversicherung erfüllt laut Reuther dafür alle notwendigen Voraussetzungen. „Sie schützt Betroffene vor finanzieller Überforderung im Pflegefall und entlastet die jüngeren Generationen im demografischen Wandel. Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland befürworten eine stärkere Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung. Die Politik sollte ihnen hier entgegenkommen und Eigenverantwortung honorieren“, betont der Verbandsdirektor.

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