Sparkassen und Volksbanken graben Privatbanken das Wasser ab

In einem andauernden Konzentrationsprozess fusionieren alljährlich Dutzende schwächerer Häuser mit stärkeren. Ganz abgesehen von der Schließung mehrerer tausend Filialen sind seit 2012 insgesamt 264 einst eigenständige Genossenschaftsbanken und Sparkassen vom Markt verschwunden.

Die Zinsüberschüsse werden voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter sinken, doch weder Gebühren noch Kreditgeschäft lassen sich ins Unendliche ausweiten.

Das wirft die Frage auf, ob und wie lang Sparkassen und Genossenschaftsbanken den Tiefzinsen noch widerstehen können, bevor eine größere Anzahl von Häusern ins Minus rutscht.

Einbruch der Konjunktur wäre Worst Case

„Ich bin insgesamt positiv gestimmt“, sagt der bayerische Sparkassenpräsident Netzer. „Wenn es uns gelingt, das Kundengeschäft weiter zu stärken und digitaler und effizienter zu werden, dann wird es uns noch sehr lang ordentlich gehen.“

So äußern sich auch Volks- und Raiffeisenbanken: Zwar werde die Zinsspanne voraussichtlich bis 2023 weiter sinken, sagte kürzlich Jürgen Gros, der Chef des bayerischen Genossenschaftsverbands.

Die internen Modellrechnungen des Verbands aber zeigen nach den Worten des Verbandspräsidenten, dass bis dahin keine roten Zahlen drohen.

Eine Sorge: Sollte die Konjunktur einbrechen, würde das die Regionalbanken sofort treffen. Denn einerseits würde die Nachfrage nach neuen Krediten sinken, und andererseits das Ausfallrisiko bestehender Kredite steigen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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