Die Spritpreise nach Tankrabatt werden für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland ab Juli voraussichtlich deutlich höher ausfallen. Die befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel endet am 30. Juni 2026. Rechnerisch verteuern sich beide Kraftstoffarten dadurch um rund 17 Cent je Liter.
Seit Anfang Mai hatte der Staat die Energiesteuer vorübergehend gesenkt. Die Entlastung lag netto bei 14,04 Cent je Liter. Einschließlich des geringeren Umsatzsteueranteils ergab sich daraus eine Bruttoentlastung von rund 16,7 Cent je Liter.
Eine genaue Prognose für die Spritpreise nach Tankrabatt ist dennoch nicht möglich. Die Preise an den Tankstellen schwanken je nach Region, Tageszeit, Anbieter, Rohölpreis und Euro-Dollar-Kurs. Als grobe Orientierung gilt: aktueller Zapfsäulenpreis plus rund 17 Cent.
Spritpreise nach Tankrabatt: Die rechnerische Größenordnung
Auf Basis bundesweiter Durchschnittspreise am Montagvormittag, 29. Juni 2026, ergäbe sich rechnerisch folgendes Bild: Super E5 könnte von etwa 1,85 Euro auf rund 2,02 Euro je Liter steigen. Super E10 läge ausgehend von etwa 1,79 Euro bei rund 1,96 Euro. Diesel käme von etwa 1,71 Euro auf rund 1,88 Euro je Liter.
Diese Werte sind keine Garantie für den 1. Juli. Sie zeigen aber die Größenordnung, falls die Steuerentlastung vollständig wegfällt und andere Einflussfaktoren unverändert bleiben. Auch der ADAC rechnet damit, dass Benzin und Diesel nach dem Ende des Rabatts rasch um rund 17 Cent je Liter teurer werden.
Ausgehend von bundesweiten Durchschnittspreisen am Montagvormittag, 29. Juni 2026, ergäbe sich rechnerisch ungefähr folgendes Bild:
| Kraftstoff | Durchschnittspreis vor Auslaufen des Rabatts | Rechnerischer Preis nach Wegfall von rund 17 Cent Rabatt |
|---|---|---|
| Super E5 | ca. 1,85 Euro je Liter | ca. 2,02 Euro je Liter |
| Super E10 | ca. 1,79 Euro je Liter | ca. 1,96 Euro je Liter |
| Diesel | ca. 1,71 Euro je Liter | ca. 1,88 Euro je Liter |
Der Preisanstieg muss aber nicht überall exakt dieser Rechengröße entsprechen. Der Tankrabatt wirkt über die Energiesteuer im vorgelagerten Markt und nicht direkt über einen festgelegten Endpreis an der Tankstelle. Schon beim Start der Entlastung kam nicht jeder Cent sofort und überall in gleicher Weise bei den Verbrauchern an.
Warum die Preise nicht exakt um 17 Cent steigen müssen
Neben der deutschen Energiesteuer beeinflussen weitere Faktoren die Spritpreise nach Tankrabatt. Dazu zählen Rohölpreis, Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar, Raffineriemargen, Transportkosten, regionale Wettbewerbssituation und die Preispolitik einzelner Anbieter. Sinkt der Ölpreis parallel, kann das den Wegfall des Rabatts teilweise abfedern. Steigt er zusätzlich, kann der Preissprung stärker ausfallen.
Auch der Zeitpunkt der Preisanpassung ist offen. Der Rabatt endet mit Ablauf des 30. Juni 2026. Ein bundesweit einheitlicher Sprung um Mitternacht ist trotzdem nicht zwingend zu erwarten. Nach der neuen Preisregelung dürfen Tankstellen ihre Preise grundsätzlich nur einmal täglich um 12 Uhr erhöhen; Senkungen sind jederzeit möglich.
Viele Preisanpassungen dürften daher am 1. Juli rund um die Mittagszeit sichtbar werden. Der ADAC empfiehlt, vor dem Ende des Tankrabatts noch einmal zu tanken. Nach seinen Auswertungen ist Tanken derzeit häufig kurz vor 12 Uhr günstiger als direkt nach der täglichen Preiserhöhung.
Was das Ende des Tankrabatts kostet
Für einzelne Tankfüllungen lässt sich der Effekt leicht berechnen. Bei einem 50-Liter-Tank bedeuten 17 Cent mehr je Liter zusätzliche Kosten von 8,50 Euro. Bei 60 Litern sind es 10,20 Euro. Wer monatlich 100 Liter Kraftstoff verbraucht, zahlt rechnerisch rund 17 Euro mehr, bei 150 Litern etwa 25,50 Euro.
Stärker betroffen sind Pendler, Familien mit zwei Autos, Selbstständige und Beschäftigte im Außendienst. Für Haushalte bleibt der Kraftstoffpreis zudem nur ein Teil der Mobilitätskosten. Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Finanzierung oder Leasing kommen hinzu.
Benzin und Diesel entwickeln sich dabei nicht immer gleich. Diesel hängt stärker an gewerblicher Nachfrage, Logistik, Heizöl- und Raffineriemärkten. Benzin wird stärker vom privaten Autoverkehr geprägt. Der Wegfall des Tankrabatts trifft beide Kraftstoffarten rechnerisch gleich stark, weil die temporäre Senkung der Energiesteuer einheitlich 14,04 Cent netto je Liter betrug.
Preisvergleich bleibt für Autofahrer wichtig
Autofahrer können höhere Spritpreise nach Tankrabatt nicht verhindern, aber abmildern. Der wichtigste Hebel bleibt der Preisvergleich zwischen einzelnen Tankstellen. Die Unterschiede können mehrere Cent je Liter betragen. Besonders groß ist die Spanne häufig zwischen Autobahntankstellen und Stationen abseits der Autobahn.
Bei Benzinern kann Super E10 eine günstigere Alternative sein, sofern das Fahrzeug dafür freigegeben ist. Der ADAC verweist darauf, dass viele Benziner ab Produktionsdatum November 2010 E10 vertragen. Der Preisvorteil gegenüber Super E5 kann je nach Marktlage mehrere Cent je Liter betragen.
Für Vielfahrer lohnt zudem eine Gesamtrechnung. Neben dem Literpreis zählen Verbrauch, Fahrprofil, Versicherung, Wertverlust und mögliche Alternativen wie Fahrgemeinschaften, BahnCard, Homeoffice-Tage oder ein effizienteres Fahrzeug.














