Rentenreform: Jeder dritte Deutsche kennt die neuen Regeln nicht

Alina vom Bruck, Vorständin GothaerBarmenia Lebensversicherung
Foto: GothaerBarmenia/Frank van Groen Photography
Alina vom Bruck: "Die zentralen Zielgruppen wurden bisher nicht ausreichend erreicht."

Die geplante Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge ist vielen unbekannt. Eine Studie zeigt: Vor allem junge Menschen wissen kaum Bescheid – dabei sehen sie selbst den größten Beratungsbedarf.

Ein Drittel der Deutschen kennt die aktuellen Pläne zur Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge nicht. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Studie der BarmeniaGothaer hervor. Selbst unter denjenigen, die von der Reform bereits gehört haben, bewertet eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent ihr eigenes Wissen zu Inhalten und Auswirkungen als schlecht oder sehr schlecht.


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Besonders ausgeprägt ist die Wissenslücke bei jungen Erwachsenen. Hier sagt mehr als die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen, dass sie noch nie etwas von der Altersvorsorgereform und den daraus resultierenden neuen Produkten gehört hätten. „Das zeigt, dass die zentralen Zielgruppen – bei denen frühzeitige Weichenstellungen für ihre Altersvorsorge entscheidend sind – bisher nicht ausreichend erreicht wurden“, sagt Alina vom Bruck, Vorständin der Lebensversicherung bei der BarmeniaGothaer. Fehlten Wissen und Zugang, steige das Risiko, dass Vorsorgechancen ungenutzt blieben, so vom Bruck. Das widerspreche dem zentralen Ziel der Reform, die Durchdringung der privaten Altersvorsorge zu erhöhen. Insgesamt geben 67 Prozent der Befragten an, die Reform zumindest wahrgenommen zu haben. Mit zunehmendem Alter steigt der Studie zufolge die Bekanntheit der Reform.

Gehört, aber nicht verstanden

Der Informationsstand zur Altersvorsorgereform ist insgesamt niedrig, heißt von Seiten des Versicherers. Rund zwei Drittel, beziehungsweise 65 Prozent, der Befragten, die bereits von der Reform gehört haben, fühlen sich über deren Inhalte und Auswirkungen eher schlecht oder sehr schlecht informiert. Zwischen den Geschlechtern zeigen sich dabei deutliche Unterschiede: 57 Prozent der Männer, aber 72 Prozent der Frauen bewerten ihren Informationsstand als eher oder sehr schlecht.

Unabhängig davon, ob die Befragten die Reform überhaupt wahrgenommen haben, sind ihre Erwartungen an die neuen Produkte von Skepsis geprägt. 67 Prozent rechnen mit komplexen oder sehr komplexen Produkten, nur 21 Prozent erwarten einfache Lösungen. Vom Bruck sieht darin ein klares Signal: „Wenn eine klare Mehrheit bereits vor Einführung der Produkte von hoher Komplexität ausgeht, zeigt das, wie groß der Bedarf an verständlicher Beratung und einfacher Strukturierung sein wird.“

Junge Menschen sehen größten Beratungsbedarf

Auf den ersten Blick wirkt der Beratungsbedarf begrenzt: 69 Prozent der Befragten erwarten eher keinen oder nur geringen Unterstützungsbedarf. Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt jedoch ein anderes Bild. Unter den 18- bis 29-Jährigen sieht jede zweite Person einen hohen oder sehr hohen Beratungsbedarf. In den älteren Gruppen nimmt dieser Anteil kontinuierlich ab: Bei den 30- bis 44-Jährigen liegt er bei 38 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen bei 31 Prozent und bei den über 60-Jährigen nur noch bei 16 Prozent.

Vom Bruck erklärt sich diese Verteilung mit der gestiegenen Komplexität der Altersvorsorge: „Altersvorsorge ist heute deutlich komplexer organisiert als noch vor einigen Jahrzehnten. Während frühere Generationen stärker auf klar strukturierte Systeme vertrauen konnten, sehen sich jüngere Menschen heute mit einer Vielzahl von Optionen und Entscheidungen konfrontiert.“ Verständliche Informationen und fundierte Beratung seien deshalb umso wichtiger, um frühzeitig die richtigen Entscheidungen für eine nachhaltige Altersvorsorge zu treffen. Beratung koste zwar Geld, doch Fehlentscheidungen könnten langfristig deutlich teurer sein, so vom Bruck.

Der Ansatz der BarmeniaGothaer sei es daher, Kundinnen und Kunden umfassend zu beraten, sie transparent durch die neuen Möglichkeiten zu führen und sie auf ihrem individuellen Weg in der Altersvorsorge langfristig zu begleiten – auch mit Produktlösungen, die das Unternehmen derzeit entwickelt.

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