Mit der jüngsten Verdoppelung der Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen macht das Treasury rund um Scott Bessent unmissverständlich klar, dass es höhere Zinsen am langen Ende nicht einfach hinnehmen will.
Der Markt blieb jedoch unbeeindruckt. Die Rendite dreißigjähriger Treasuries fiel nur kurz und machte bereits am nächsten Tag die Hälfte der Bewegung wieder rückgängig. Der Markt hat unserer Meinung nach Bessents Bluff gecallt und damit klargemacht, dass 4 Milliarden Dollar am langen Ende keine wirklich starke Hand sind.
Der direkte Vergleich mit dem Schuldenberg macht die Dimension noch deutlicher. Die US-Staatsverschuldung hat inzwischen 40 Billionen Dollar überschritten, fast 120.000 Dollar pro Einwohner. Allein in den ersten zehn Monaten des laufenden Fiskaljahres fielen knapp 4 Milliarden Dollar pro Tag an Zinsen an. Ein Rückkauf entspricht damit grob einer einzigen Tagesrechnung und gleicht damit dem Versuch, einen fiskalischen Flächenbrand mit einem Eimer Wasser zu löschen.
Aus unserer Sicht dürfte Bessents Strategie darauf abzielen, Duration aus dem Markt zu nehmen und die Finanzierung stärker ans kurze Ende zu verschieben, wo der Einfluss der Federal Reserve größer ist. Damit rückt finanzielle Repression einen weiteren Schritt näher und mit ihr die schleichende Entwertung und der Kaufkraftverlust sowie eine beschleunigte Flucht in knappe Sachwerte.
Gold und Bitcoin haben diese Botschaft entsprechend sofort verstanden und im Tandem zugelegt. Gleichzeitig bestätigte Trump, dass größere Bitcoin-Käufe diskutiert werden, drängte auf den Clarity Act und die SEC präsentierte ein konstruktiveres Regelwerk für digitale Anlagen.
Nach Monaten ohne klaren Katalysator brennen somit plötzlich mehrere Zündschnüre gleichzeitig. Bessent wollte zwar den Bondmarkt beruhigen, hat aber möglicherweise stattdessen den Startschuss für die nächste Etappe des Hard-Money-Trades gegeben.
Autor Dominic Weibel ist Head of Research, Bitcoin Suisse.














