71 Prozent der in Deutschland aktiven Kreditgeber planen, ihre Kreditvergabe 2026 gegenüber dem Vorjahr auszuweiten. Lediglich acht Prozent rechnen mit einem Rückgang ihrer Finanzierungsaktivitäten. Das geht aus dem „European Lender Intentions Survey 2026 – Germany“ des Immobiliendienstleisters CBRE hervor. Für die Deutschlandauswertung wurden 48 Kreditgeber berücksichtigt.
Wohnimmobilien bleiben mit 38 Prozent die bevorzugte Assetklasse. Dahinter folgen Industrie- und Logistikimmobilien sowie Büroimmobilien. Letztere verbessern sich gegenüber der Vorjahresbefragung vom sechsten auf den dritten Rang. Jeweils 16 Prozent der Befragten nennen Büro- beziehungsweise Industrieimmobilien als bevorzugte Assetklasse.
Auch die Einschätzung von Büroimmobilien verbessert sich: 44 Prozent der Kreditgeber beurteilen das Segment positiver als im Vorjahr. Bei erstklassigen Büroimmobilien stieg der durchschnittlich angebotene Loan-to-Value-Wert von 50 auf 55 Prozent. Gleichzeitig sank die Medianmarge für Senior Loans um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozentpunkte.
Geopolitische Risiken belasten Immobilienfinanzierung
Trotz der höheren Finanzierungsbereitschaft bleiben Unsicherheiten. 81 Prozent der Kreditgeber nennen laut CBRE die geopolitische Lage als eine der wichtigsten Herausforderungen. 46 Prozent verweisen auf die weitere Zinsentwicklung. Jeweils 38 Prozent sorgen sich wegen eines erneuten Inflationsanstiegs beziehungsweise eines weiterhin niedrigen Transaktionsgeschehens.
Die Bedeutung geringer Investitionsaktivitäten als Belastungsfaktor hat allerdings abgenommen. Im Vorjahr hatten noch 54 Prozent der Befragten diesen Punkt zu den größten Herausforderungen gezählt.
Senior Loans bleiben die am häufigsten angebotene Finanzierungsform. 81 Prozent der Kreditgeber sind bereit, entsprechende Darlehen bereitzustellen. 69 Prozent wollen zudem Projektentwicklungsfinanzierungen anbieten. Besonders gefragt sind den Angaben zufolge vorvermietete Projekte sowie Build-to-Suit-Entwicklungen.
Refinanzierungen treiben die Kreditnachfrage
Refinanzierungen machen mit 69 Prozent den größten Anteil der erwarteten Kreditnachfrage aus. Weitere 15 Prozent entfallen auf Projektentwicklungen, neun Prozent auf Akquisitionsfinanzierungen und sieben Prozent auf Kapitalrestrukturierungen.
Bei den Vergabekriterien erwarten die Institute nur geringe Veränderungen. 63 Prozent wollen ihre Anforderungen gegenüber dem Vorjahr unverändert lassen. Jeweils 19 Prozent planen eine offensivere beziehungsweise konservativere Kreditvergabepolitik.
Auch alternative Immobiliensegmente gewinnen für Finanzierer an Bedeutung. 82 Prozent der Kreditgeber sind bereit, mindestens ein solches Segment zu finanzieren, fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zu den bevorzugten Bereichen zählen bezahlbarer beziehungsweise geförderter Wohnraum, Co-Living und Seniorenwohnen. Auch Gesundheitsimmobilien und Self-Storage stoßen laut CBRE auf Interesse.
Nachhaltigkeit bleibt Voraussetzung für Finanzierungen
Nachhaltigkeitskriterien spielen bei Kreditentscheidungen weiterhin eine wichtige Rolle. 57 Prozent der Kreditgeber finanzieren Immobilien nicht, wenn diese weder die jeweiligen Anforderungen erfüllen noch über einen belastbaren Plan zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsperformance verfügen. 23 Prozent geben dagegen an, dass entsprechende Kriterien keinen Einfluss auf einzelne Kreditentscheidungen haben.
58 Prozent der Befragten verlangen bei nicht konformen Immobilien konkrete Verbesserungspläne. Mehr als die Hälfte kontrolliert deren Umsetzung quartalsweise. Von den Kreditgebern, die solche Pläne vorsehen, verankern 75 Prozent Vertragsklauseln mit Sanktionen bei Nichterfüllung. 54 Prozent bieten zugleich Anreize für das Erreichen vereinbarter Nachhaltigkeitsziele.
Die CBRE-Umfrage wurde vom 18. März bis zum 28. April 2026 durchgeführt. Europaweit nahmen 134 Marktteilnehmer teil. Für die Deutschlandauswertung flossen die Antworten von 48 Kreditgebern ein, die ihren Sitz in Deutschland haben oder auf dem deutschen Markt aktiv sind.














