Inter Versicherungsgruppe steigert Bruttobeiträge auf 1,1 Milliarden Euro und gibt sich eine neue Strategie

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Der Vorstandssprecher der Inter Versicherungen, Roberto Svenda
Foto: Inter Versicherungsgruppe
oberto Svenda, Sprecher des Vorstands der Inter

Die Inter Versicherungsgruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihre gebuchten Bruttobeiträge um fünf Prozent auf rund 1,12 Milliarden Euro gesteigert. Gleichzeitig belasten explodierende Gesundheitskosten und Bundesreformen das Geschäftsmodell. Darauf reagiert der Konzern.

Die Inter Versicherungsgruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 in allen drei Versicherungssparten – Kranken, Leben und Komposit – Beitragszuwächse erzielt. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 1.122,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich auf 18,2 Millionen Euro, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konzerneigenkapital kletterte um 2,9 Prozent auf 634,3 Millionen Euro, die Bilanzsumme wuchs um 3,4 Prozent auf 12.794,8 Millionen Euro.

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Auch die konzerneigene Bausparkasse Mainz trug positiv zum Ergebnis bei: Sie steigerte ihr Neugeschäft und lieferte mit vier Millionen Euro erneut einen nennenswerten Beitrag zum Konzernergebnis.

„Wir sind stolz auf unsere sehr gute Finanzkraft, die uns in zahlreichen Ratings erneut bestätigt wurde. So sind wir auch in gesamtwirtschaftlich herausfordernden Zeiten bestens gerüstet und können in die Ausweitung unseres Geschäftsmodells investieren“, sagt Roberto Svenda, Sprecher des Vorstands.

Gesundheitskosten als strukturelle Belastung

Die Prognosen für das laufende Jahr 2026 fallen nach Unternehmensangaben positiv aus: In der Personenversicherung wird ein deutlich höherer Rohüberschuss erwartet, in der Kompositversicherung hält der Wachstumstrend mit einem prognostizierten Prämienanstieg von über sechs Prozent an. Allerdings beobachtet der Konzern die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen mit wachsender Aufmerksamkeit.

Die Ausgaben für Arzneimittel und allgemeine Krankenhausleistungen stiegen zuletzt innerhalb eines Jahres um jeweils zehn Prozent. Eine Blinddarmoperation kostet heute im Durchschnitt fast doppelt so viel wie vor fünf Jahren.

„Steigende Gesundheitskosten sind für das Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung eine zentrale Herausforderung. Wir müssen medizinischen Fortschritt, verlässliche Leistungen und langfristige Bezahlbarkeit in Einklang bringen“, sagt Finanzvorstand Dr. Sven Koryciorz. „Dabei hilft uns die Verzinsung unserer Kapitalanlagen, die seit Jahren zu den höchsten der Branche zählt.“

Bundesreformen erschweren den PKV-Wechsel

Wie alle Personenversicherer ist Inter von den aktuellen Reformvorhaben der Bundesregierung betroffen – insbesondere durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie das geplante Pflegeneuordnungsgesetz. Eine außerordentliche Anhebung der Jahresarbeitsentgeltgrenze erschwert dabei den Wechsel in die private Krankenversicherung zusätzlich.

Vertriebsvorstand Dr. Günther Blaich sieht darin jedoch auch eine Chance: „Durch die beschlossenen Leistungskürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung beschäftigen sich immer mehr Menschen mit einem Wechsel in die private Krankheitskostenvollversicherung oder mit privaten Zusatzversicherungen. Hierin sehen wir mit unserem ausgezeichneten, umfassenden Produktangebot eine große Chance.“

Mit der Unternehmensstrategie „Inter 2030″ will der Konzern auf diese Rahmenbedingungen reagieren und in allen drei Sparten nachhaltig wachsen. „Wir wollen die Anzahl der Berater in unserer Ausschließlichkeitsorganisation stetig erhöhen, neue Maklerverbindungen schaffen und bestehende weiter ausbauen. Zusammen mit unseren Vertriebspartnern zeigen wir Stärke zum Wohl unserer Versicherten“, so Dr. Blaich.

100 Jahre Inter Krankenversicherung

Das Jahr 2026 ist für den Mannheimer Konzern auch ein Jubiläumsjahr: Die Inter Krankenversicherung AG feiert ihren 100. Geburtstag. Ihren Ursprung hat die heutige Gruppe in der 1926 in Speyer gegründeten Krankenunterstützungskasse „Nothilfe Deutscher Landwirte und verwandter Berufe“. In den 1930er-Jahren verlegte sie ihren Sitz über Ludwigshafen nach Mannheim, wo der Konzern bis heute ansässig ist.

„Der Vereinsgedanke prägt unsere gesamte Unternehmens-DNA. Wir wirtschaften für unsere Mitglieder und wollen ihnen hochwertigen Versicherungsschutz zu attraktiven Preisen bieten“, sagt Svenda. Zum Stichtag waren am Unternehmenssitz 940 Personen tätig, konzernweit beschäftigte Inter im Jahresdurchschnitt 2025 insgesamt 1.631 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Innen- und Außendienst.

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