FPSB: „Komplexe Finanzmärkte erfordern mehr Wissen“

Laut einer aktuellen Studie ist das Finanzwissen vieler Verbraucher unzureichend. Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB), empfiehlt daher, Finanzkenntnisse früh zu ermitteln und qualifizierte Finanzberater zu konsultieren.

Rolf Tilmes: „Den Umgang mit Geld und wirtschaftliche Zusammenhänge kann man nicht früh genug lernen.“

In einer Studie zum Finanzwissen der Bevölkerung von Annamaria Lusardi von der George Washington School of Business, und Olivia Mitchell, University of Pennsylvania, ging es um die Beantwortung von drei einfachen, standardisierten Fragen zu Verzinsung, Rendite und Inflation sowie Rendite-Sicherheit von Aktien beziehungsweise Aktienfonds.

Lediglich 30 Prozent der befragten Amerikaner kannten die richtigen Antworten. In Deutschland lag immerhin knapp mehr als die Hälfte der Befragten richtig. Die Wissenschaftlerinnen zeigten außerdem Auswirkungen des mangelnden Finanzwissens: Wer sich schlecht auskenne, nehme eher einen Kredit auf, spare weniger und bezahle tendenziell höhere Gebühren für Finanzprodukte, so die Forscherinnen. Viele gäben zudem zu viel aus und würden die Konditionen ihrer Hypotheken und Kredite gar nicht kennen.

Finanzwissen früh vermitteln

„Den Umgang mit Geld und wirtschaftliche Zusammenhänge kann man nicht früh genug lernen“, so FPSB-Vorstandsvorsitzender Tilmes. Wichtig sei es aber auch, die Vorteile einer Finanzplanung zu nutzen. „Eigentlich ist es so, dass komplexere Märkte immer mehr Anlegerwissen erfordern – um Risiken einschätzen zu können und Renditechancen zu erhöhen“, so Tilmes weiter. Immer mehr Menschen werden demnach schon in jungen Jahren mit komplexen Finanzentscheidungen konfrontiert. Doch immer weniger Menschen verfügen über ausreichendes Finanzwissen. Tilmes verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Aufruf der OECD hin, Finanzwissen früh zu vermitteln.

Die Finanzmärkte weltweit stünden Privatanlegern so offen wie noch nie, so die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Neue Produkte und Finanzdienstleistungen breiteten sich aus, zudem sei das Kredit- und Hypothekengeschäft mit Privatkunden, das bereits zur vergangenen Finanzkrise beigetragen habe, wieder auf dem Vormarsch. Gleichzeitig steige aber die Verantwortung für die private Altersvorsorge.

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„Eine qualifizierte Finanzberatung kann hier Abhilfe schaffen“, so Tilmes. Die Herausforderung liege vor allem in einer umfassenden Finanzplanung und deren Anpassung an die Marktentwicklungen. „Wichtig ist dabei für den Berater, die gesamte finanzielle Situation des Anlegers im Blick zu haben“, so der FPSB-Vorstandsvorsitzende. Gleichwohl sei die frühe und intensive Beschäftigung mit Finanzthemen eine wichtige Voraussetzung für Anleger, um ihrem Berater die richtigen Fragen stellen zu können. (jb)

Foto: Shuttertsock

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