28. August 2014, 09:02
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

FPSB: “Komplexe Finanzmärkte erfordern mehr Wissen”

Laut einer aktuellen Studie ist das Finanzwissen vieler Verbraucher unzureichend. Prof. Dr. Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB), empfiehlt daher, Finanzkenntnisse früh zu ermitteln und qualifizierte Finanzberater zu konsultieren.

Finanzwissen: Komplexe Märkte erfordern mehr Wissen – und gute Beratung

Rolf Tilmes: “Den Umgang mit Geld und wirtschaftliche Zusammenhänge kann man nicht früh genug lernen.”

In einer Studie zum Finanzwissen der Bevölkerung von Annamaria Lusardi von der George Washington School of Business, und Olivia Mitchell, University of Pennsylvania, ging es um die Beantwortung von drei einfachen, standardisierten Fragen zu Verzinsung, Rendite und Inflation sowie Rendite-Sicherheit von Aktien beziehungsweise Aktienfonds.

Lediglich 30 Prozent der befragten Amerikaner kannten die richtigen Antworten. In Deutschland lag immerhin knapp mehr als die Hälfte der Befragten richtig. Die Wissenschaftlerinnen zeigten außerdem Auswirkungen des mangelnden Finanzwissens: Wer sich schlecht auskenne, nehme eher einen Kredit auf, spare weniger und bezahle tendenziell höhere Gebühren für Finanzprodukte, so die Forscherinnen. Viele gäben zudem zu viel aus und würden die Konditionen ihrer Hypotheken und Kredite gar nicht kennen.

Finanzwissen früh vermitteln

“Den Umgang mit Geld und wirtschaftliche Zusammenhänge kann man nicht früh genug lernen”, so FPSB-Vorstandsvorsitzender Tilmes. Wichtig sei es aber auch, die Vorteile einer Finanzplanung zu nutzen. “Eigentlich ist es so, dass komplexere Märkte immer mehr Anlegerwissen erfordern – um Risiken einschätzen zu können und Renditechancen zu erhöhen”, so Tilmes weiter. Immer mehr Menschen werden demnach schon in jungen Jahren mit komplexen Finanzentscheidungen konfrontiert. Doch immer weniger Menschen verfügen über ausreichendes Finanzwissen. Tilmes verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Aufruf der OECD hin, Finanzwissen früh zu vermitteln.

Die Finanzmärkte weltweit stünden Privatanlegern so offen wie noch nie, so die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Neue Produkte und Finanzdienstleistungen breiteten sich aus, zudem sei das Kredit- und Hypothekengeschäft mit Privatkunden, das bereits zur vergangenen Finanzkrise beigetragen habe, wieder auf dem Vormarsch. Gleichzeitig steige aber die Verantwortung für die private Altersvorsorge.

“Eine qualifizierte Finanzberatung kann hier Abhilfe schaffen”, so Tilmes. Die Herausforderung liege vor allem in einer umfassenden Finanzplanung und deren Anpassung an die Marktentwicklungen. “Wichtig ist dabei für den Berater, die gesamte finanzielle Situation des Anlegers im Blick zu haben”, so der FPSB-Vorstandsvorsitzende. Gleichwohl sei die frühe und intensive Beschäftigung mit Finanzthemen eine wichtige Voraussetzung für Anleger, um ihrem Berater die richtigen Fragen stellen zu können. (jb)

Foto: Shuttertsock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Krankenversicherung: Aktuare halten Beiträge bis zu 25 Prozent für möglich

Arbeitnehmer wie Arbeitgeber müssen künftig mit deutlich steigenden Sozialversicherungsbeiträgen rechnen. Davon ist neben der Rentenversicherung insbesondere die gesetzliche Kranken- (GKV) und soziale Pflegeversicherung (SPV) betroffen. Aber auch die private Kranken- und Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen. Darauf weist der Past President der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV), Roland Weber, heute in Köln hin.

mehr ...

Immobilien

Wie die Online- und Offlinewelten in der Maklerbranche immer mehr zusammenwachsen

Digitalisierung und Disruption sind zwei der zentralen Themen in der Immobilienbranche. Was einst in Stein gemeißelt war, erfährt aktuell mitunter durch Proptechs einen sukzessiven Wandel. Während etablierte Maklerhäuser zunehmend digitale Prozesse in ihr Tagesgeschäft integrieren, müssen sich die Proptechs darüber Gedanken machen, was sie noch analog respektive menschlich bedienen müssen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden.

mehr ...

Investmentfonds

Genug vom Brexit-Chaos: Brokerhaus GKFX zieht Retail-Geschäft aus London ab

Der Online-Broker GKFX, führender Anbieter von Online-Trading in den Bereichen Forex und CFDs, verlegt den Standort für sein Privatkundengeschäft. Grund dafür ist die unübersichtliche politische Lage in Großbritannien rund um den bevorstehenden Brexit. Sämtliche bisherige Finanzprodukte und sonstige Services wie die beliebten Webinar-Reihen bleiben bestehen und werden den Kunden künftig unter der Handelsmarke GKFX Europe angeboten. Kunden aus dem deutschsprachigen Raum werden nach wie vor vom Team der Niederlassung in Frankfurt betreut.

mehr ...

Berater

Ruhestandsplanung: Was bringen steuerliche Anreize?

Auf politischer Ebene werden zur Zeit verschiedene Ansätze diskutiert, wie die Deutschen zu einer besseren Ruhestandsplanung bewegt werden können. Cash. Online fragte die MLP-Expertinnen Miriam Michelsen und Ursula Blümer, was sie von den Vorschlägen halten.

mehr ...

Sachwertanlagen

„INP Deutsche Pflege Invest“: Offener Spezial-AIF erwirbt drei weitere Pflegeimmobilien

Das Immobilienportfolio des für institutionelle Investoren konzipierten offenen Spezial-AIF „INP Deutsche Pflege Invest“ ist um drei weitere Pflegeimmobilien ergänzt worden. Die INP-Gruppe, Asset Manager des Fonds, hat die Pflegeeinrichtung „Seniorensitz am Hegen“ in Hamburg-Rahlstedt, das „Haus St. Antonius“ in Kemnath (Bayern) und die „Altstadtresidenz Wernigerode“ in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) für den Fonds erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...