18. Juli 2017, 12:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vererben: Die häufigsten Fehler im Testament

Durch ein Testament kann der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen sowie Streitigkeiten unter den Erben vermeiden. Werden beim Verfassen und Aufbewahren von Testamenten jedoch scheinbar kleine Fehler gemacht, können diese oft weitreichende Folgen haben.

Vererben: Die häufigsten Fehler im Testament

Beim Verfassen von Testamenten werden häufig zahlreiche folgenschwere Fehler gemacht.

Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Joerg Andres, Geschäftsführer der Düsseldorfer Kanzlei Dr. Andres Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, stellt auf seinem Youtube-Kanal die zehn häufigsten Fehler bei Testamenten dar.

10 – Steuerfalle Berliner Testament

Das sogenannte Berliner Testament, bei dem sich Ehegatten zunächst gegenseitig als Vollerben einsetzen und einen gemeinsamen Schlusserben verfügen, könne erbschaftssteuerrechtlich nachteilig sein.

“Häufig freut sich nach dem zweiten Erbfall nur einer – das Finanzamt”, sagt Fachanwalt Andres. Durch eine “geeignete Gestaltung” könne das Berliner Testament jedoch “entschärft” werden.

Sogar nach Eintritt des ersten Erbfalls gebe es noch Gestaltungsmöglichkeiten, um die Erbschaftsteuer zumindest teilweise zu vermeiden. Andres empfiehlt Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern, sich vor dem Abfassen eines Berliner Testatmens beraten zu lassen. So sei es möglich, sich gegenseitig und ohne steuerliche Nachteile abzusichern.

9 – Missverständliche Formulierungen

In der Praxis komme es immer wieder vor, dass im Testament Begriffe verwendet werden, die das Gegenteil dessen meinen, was sie zum Ausdruck bringen sollen.

Werde beispielsweise eine Person im Testament als “Erbe” bezeichnet, der aber nur ein einzelner Gegenstand vermacht werde, der nur einen Bruchteil des Nachlasses ausmacht, sei das missverständlich, da es sich tatsächlich um einen “Vermächtnisnehmer” handele. Das sorge für unnötige Verwirrung.

Erblasser sollten laut Andres im Testament nicht nur festhalten, wer was erben und welche Funktion bei der Abwicklung des Nachlasses übernommen wird, sondern auch die Motive die hinter diesen Entscheidungen stehen. Im Streitfall könne ein Gericht dann leichter den letzten Willen des Erblassers nachvollziehen.

8 – Kein Aufhebungshinweis

Häufig verfassen Erblasser mehrere Testamente. Wird versäumt im aktuellen Testament darauf hinzuweisen, dass und welche älteren Verfügungen aufgehoben werden sollen, führe dies zu Auslegungsschwierigkeiten, die nach dem Tod des Erblassers kaum mehr zu lösen seien.

Der Erblasser solle daher darauf achten, im Rahmen des neuesten Testaments “alle vorherigen Verfügungen” deutlich zu widerrufen.

 

Seite zwei: Aufbewahrung an sicherer und neutraler Stelle

Weiter lesen: 1 2 3

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Artikel. Bei einem Testament sollte man sich – gerade bei größeren Summen – auf jeden Fall von einem Experten für Erbrecht beraten lassen.

    Kommentar von Amalia B — 19. September 2017 @ 15:06

  2. nette Werbung für die Arbeit eines Rechtsanwaltes…, aber ein korrektes und gültiges Testament zu erstellen, ist bei weitem nicht so schwierig und gefährlich, wie hier geschildert; Und in die “Steuerfalle” beim Berliner Testament fallen die allermeisten “Normalhaushalte” sowieso nicht.

    Kommentar von Nils Fischer — 19. Juli 2017 @ 12:52

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Interne Qualitätsoffensive bei FiNUM.Finanzhaus

Bereits vor mehr als fünf Jahren der ging Finanzvertrieb FiNUM.Finanzhaus an den Start. Die Tochter der JDC Group AG bringt ihre Berater in der internen Wissensschmiede FiNUM.Akademie auf den neuesten Stand hinsichtlich Anlage- und Vorsorgeprodukte sowie regulatorischer Erfordernisse.

mehr ...

Immobilien

BdSt zur Grundsteuer: „Wohnen darf nicht teurer werden!“

Der Bund der Steuerzahler betont: „Wohnen muss bezahlbar bleiben! Dazu gehört eine einfache und faire Grundsteuer, die Mieter und Eigentümer nicht über Gebühr belastet.“ Heute hat der Bundestag mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit den Weg zur Änderung des Grundgesetzes freigemacht und damit den Weg für die Grundsteuerreform geebnet.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche unterschätzen Erträge bei der Geldanlage

Die Zinsen für Spareinlagen sinken auf immer neue Tiefstände. Doch davon wollen viele Sparer nichts wissen und erwarten satte Erträge, so eine aktuelle Postbank Umfrage. Insbesondere junge Anleger rechnen mit fantastischen Gewinnen nahe der Zehn-Prozent-Marke – eine riskante Fehleinschätzung.

mehr ...

Berater

BaFin pfeift Vermögensverwaltung aus Wesel zurück

Die Finanzaufsicht BaFin hat der Ramrath Vermögensberatung & -verwaltungs GmbH, Wesel, aufgegeben, das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft sofort einzustellen und die unerlaubt betriebenen Geschäfte abzuwickeln.

mehr ...

Sachwertanlagen

IVD zur Grundsteuer-Reform: „Chance zur Vereinfachung verpasst!“

“Mit der Grundsteuerreform haben wir eine große Chance zur Steuervereinfachung verpasst.“ Das sagt der Leiter der Abteilung Steuern beim Immobilienverband IVD, Hans-Joachim Beck, anlässlich der heutigen Bundestagssitzung.

mehr ...

Recht

Bauabnahme: Aktuelle Rechtsprechung stärkt Käufer

Die aktuelle Rechtsprechung stärkt die Position des Käufers bei der Bauabnahme von Eigentumswohnungen. Darauf weisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds e.V. (BSB) hin.

mehr ...