22. Dezember 2011, 12:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

2012 wird ein Jahr der Entscheidungen

Die Löwer-Kolumne: Im zu Ende gehenden Jahr erlebten die Akteure im Markt der geschlossenen Fonds ein Wechselbad der Gefühle, insbesondere bei Schiffsbeteiligungen. Auch 2012 wird die Branche vor enorme Herausforderungen stellen.

Im Frühjahr 2011 noch schien die Krise überwunden. Die Charterraten für Containerschiffe näherten sich wieder einem auskömmlichen Niveau, die Restrukturierungskonzepte waren weitgehend umgesetzt und entgegen allen Unkenrufen hatten sämtliche großen Emissionshäuser überlebt. Eine gewaltige Leistung aller Beteiligten.

Stefan Löwer, Chefanalyst der G.U.B.

Cash-Kolumnist Stefan Löwer

Um so größer war der Frust im zweiten Halbjahr. Mit der erneuten Eskalation der Euro-Schulden-Krise rauschten die Charterraten wieder in den Keller. Der Höhenflug des Schweizer Franken brachte nicht wenige Immobilienfonds mächtig in die Bredouille. Auch die Banken kämpfen abermals um die eigene Existenz und scheinen weder den Spielraum noch den Willen zu haben, Fonds und Emissionshäuser weiterhin zu stützen. Hinzu kommt: Die Anleger sind seit Mitte des Jahres im Käuferstreik, nicht nur bei Schiffsbeteiligungen. Die wenigsten Initiatoren verdienen derzeit im Neugeschäft wirklich Geld.

Krisen-Routine macht eine Pleitewelle unwahrscheinlich

Die Stimmung erinnert an die Situation Ende 2008, als niemand wusste, wie es weitergehen soll. Doch anders als vor drei Jahren sind die Kassen leer, die Manager ausgelaugt und durch den erneuten Einbruch am Ende ihrer Kräfte. Zu kurz war der Aufschwung, um die Lücken auf den Konten zu füllen, die Akkus aufzuladen oder gar neue Reserven zu bilden.

Immerhin haben sich die Emissionshäuser, soweit bekannt ist, ihrer Projekt-Pipelines weitgehend entledigt, die Kostenstrukturen angepasst und eine gewisse Krisen-Routine entwickelt. Eine Pleitewelle auf Anbieterseite ist insofern unwahrscheinlicher als 2008. Nicht auszuschließen ist jedoch eine deutliche Zunahme von Notverkäufen und Insolvenzen einzelner Fonds. Ob es dazu kommt, hängt von der weiteren Entwicklung des allgemeinen Umfelds und insbesondere der Schifffahrtsmärkte ab.

Spätestens seit Anbieter wie KGAL und Dr. Peters die Insolvenz jeweils eines ihrer Fonds nicht verhindern konnten, sind jedoch zwei Dinge klar: Erstens können auch renommierte Häuser nicht jeden ihrer Fonds retten, wenn die Bank nicht mitspielt. Zweitens scheinen diesen Umstand auch die schärfsten Kritiker zu akzeptieren. Jedenfalls haben beide Initiatoren die Fondspleiten ohne größeren Image-Schaden überstanden.

Seite 2: Banken und Initiatoren unter Druck

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BRSG: Wie der Vertrieb seine Rolle stärker nutzen kann

Seit über einem Jahr setzt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) Anreize für den Vertrieb, das Thema betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu forcieren. Doch wie ist es um die Ausrichtung des Vertriebs bestellt? Ein Kommentar von Dr. Matthias Wald, Leiter Vertrieb bei Swiss Life Deutschland.

mehr ...

Immobilien

Neue Strategien fürs Energiesparen

32 Prozent der Heizungen in deutschen Kellern sind 20 Jahre oder älter. Sie verursachen höhere Heizkosten und stoßen mehr CO2 aus als moderne Geräte. Steigende Energiepreise sorgen seit Jahren für Frust bei Immobilienbesitzern. Doch der Staat unterstützt energetische Sanierungen mit Fördermitteln. Höchste Zeit, veraltete Anlagen zu ersetzen oder zu modernisieren.

mehr ...

Investmentfonds

NordLB: Finanzspritze verzögert sich – Umsetzung erst im 4. Quartal

Die Rettung der angeschlagenen Norddeutschen Landesbank (NordLB) mit einer vereinbarten Milliarden-Finanzspritze verzögert sich. Wie das Institut am Donnerstagabend in Hannover mitteilte, kann die bisher für das 3. Quartal geplante Umsetzung der Kapitalmaßnahmen erst im 4. Quartal dieses Jahres erfolgen.

mehr ...

Berater

Neuer Trend mit Potenzial: Design Thinking hilft Unternehmen, effizienter zu arbeiten

Die Entwicklung von neuen Ideen, Konzepten und Produkten gehört zu einem der schwersten Arbeitsprozesse. Auf Knopfdruck kreativ und innovativ zu sein, gelingt den wenigsten Menschen. Die Agile Coaches und Unternehmensberater des Darmstädter Unternehmens 4craft packen das Problem an der Wurzel: Für alle, egal ob Angestellten, Produktentwickler oder Führungskräfte, die in der Entwicklung neuer Produkte auf Granit beißen, bieten sie Workshops in Design Thinking an.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...