Ansparfonds: Die Zielgruppe ist nicht das Problem

Eine weitaus größere konzeptionelle Herausforderung sind neben dem erhöhten laufenden Verwaltungsaufwand des Fonds vor allem die anfänglichen Weichkosten. Da Vertriebs- und Konzeptionsaufwand zu Beginn anfallen, ist in der Regel die Kostenbelastung bezogen auf das eingezahlte Kapital in den ersten Jahren entsprechend hoch. Verfechter von Ratenzahlungen rechtfertigen dies nicht selten damit, bei Kapitallebensversicherungen sei das schließlich nicht anders.

Das trifft zu, ist aber dennoch ein schlechtes Argument. Zum einen wird ein Kritikpunkt ja kaum dadurch entkräftet, dass andere es genauso schlecht machen. Zum anderen lässt sich eine unternehmerische Beteiligung nur schwer mit einer Lebensversicherung gleichsetzen (vor allem dem Vertrieb ist dringend von einem solchen Vergleich abzuraten). Dieser Punkt lässt sich wohl nur dadurch ausräumen, dass Initiator und Vertrieb in Vorleistung gehen und überwiegend erst während der Laufzeit vergütet werden, so wie es der Initiator Gerald Feig aus Schorndorf bei seinen Anspar-Flex-Fonds vorsieht.

Festzuhalten bleibt: Die richtige Zielgruppe zu treffen, ist nicht das zentrale Problem von Ansparkonzepten. Jedenfalls ist es nicht größer oder kleiner als bei Fonds mit Einmalzahlungen. Dennoch ist bei Ansparfonds die Herausforderung nicht nur für die Konzeptionäre größer, sondern auch für den Vertrieb: Er muss die speziellen Risiken und Nachteile der Konzepte erstens selbst erkennen und zweitens den Anleger offen darüber informieren. Ansparfonds deshalb generell zu verteufeln, ist jedoch nicht gerechtfertigt.

Stefan Löwer ist Chefanalyst der G.U.B., Deutschlands ältester Ratingagentur für geschlossene Fonds, und begleitet den Themenbereich geschlossene Fonds in der gesamten Cash.-Unternehmensgruppe. Als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst  beobachtet Löwer die Branche und ihre Produkte insgesamt bereits seit mehr als 15 Jahren.

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