RTL-Aktie unter Druck: Streaming fängt schwache TV-Werbung ab

RTL-Zentrale
Foto: stock.adobe.com/Ralf
RTL wächst im Streaming, verliert aber TV-Werbeumsätze. Die Prognose für 2026 bleibt bestehen.

RTL spürt weiter die Schwäche im klassischen TV-Werbemarkt. Gleichzeitig gewinnt das Streaming-Geschäft an Gewicht und schrieb erstmals schwarze Zahlen. Warum Anleger dennoch vorsichtig bleiben.

RTL hat die anhaltende TV-Werbeflaute auch im ersten Quartal zu schaffen gemacht. Rückenwind kam aber vom Streaming-Geschäft. Für den neuen Konzernchef Clement Schwebig ist RTL solide in das Jahr gestartet. Das Umfeld für lineare TV-Werbung bleibe angesichts der anhaltenden Verlagerung in Richtung Streaming aber weiterhin herausfordernd, so der Manager. Die Prognose für 2026 bestätigte der Konzern. An der Börse zeigten sich die Anleger vorsichtig.


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Für die Aktie ging es am Mittag um fast vier Prozent auf 29,05 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2025 nach unten. Seit Jahresbeginn haben die Papiere 16 Prozent an Wert eingebüßt; seit dem Zwischenhoch von 39 Euro im April dieses Jahres summiert sich das Minus sogar auf etwas mehr als 25 Prozent. RTL wird an der Börse derzeit mit 4,5 Milliarden Euro bewertet. Etwas mehr als drei Viertel der Aktien gehören dem Medienkonzern Bertelsmann.

Analyst Annick Maas vom Investmenthaus Bernstein verweist auf den Rückgang bei den TV-Werbeeinnahmen. Das Geschäft leide nach wie vor unter der zunehmenden Konkurrenz durch Streaming-Anbieter.

Der Umsatz lag im Quartal mit rund 1,3 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Dies lag im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Dabei konnten geringere Umsätze aus der TV-Werbung vor allem durch höhere Erlöse im Streaming ausgeglichen werden.

Insgesamt verringerten sich die Werbeumsätze um 3,2 Prozent auf 663 Millionen Euro. Der TV-Werbeumsatz sank dabei deutlich um 6,5 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Erlöse mit digitaler Werbung stiegen indessen um 14,6 Prozent auf 118 Millionen Euro.

Gut lief es bei den Streaming-Diensten. Hier kletterte der Umsatz um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro. Laut Mitteilung waren die ersten drei Monate des Jahres das erste profitable Quartal für das Streaming-Geschäft. Für das Gesamtjahr rechnet das Management hier mit einem operativen Gewinn zwischen 25 und 50 Millionen Euro.

Mit dem Kauf von Sky Deutschland möchte RTL sein Streaming-Geschäft ausbauen. Die EU-Kommission hat den Deal im April genehmigt. RTL geht davon aus, das Geschäft Anfang Juni abzuschließen. Mit dem Zusammenschluss würde RTL TV-Sender, Bezahlsender und Streaming-Portale im deutschsprachigen Raum bündeln.

Im Geschäft mit der Produktion von Sendungen bei der Inhaltetochter Fremantle war der Umsatz mit 372 Millionen Euro nur moderat rückläufig. Kennziffern zur Gewinnentwicklung im ersten Quartal gab der Konzern wie gewohnt nicht bekannt. (dpa-AFX)

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