Wohninvestment-Index AWI: Zenit in guten Wohnlagen überschritten

Die Erwartungen der Marktteilnehmer für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind nach den Ergebnissen des Aengevelt-Wohninvestment-Index (AWI) rückläufig. Dieser Trend manifestiere sich vor allem für die guten Wohnlagen.

Nachdem der AWI im Frühling noch einmal leicht auf 71 Punkte zugelegt habe, sei er nun wieder auf 69,7 Punkte gesunken. Damit liege das Stimmungsbarometer, dass die Markterwartungen für die Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt spiegele, immer deutlicher unter dem Spitzenwert von 71,4 Punkten, der im Herbst 2012 erzielt wurde.

„Differenziert nach Wohnlagen ist der Rückgang in allen Lagen zu beobachten“, kommentiert Markus Schmidt, Leiter Aengevelt-Research. „Als Trend manifestiert hat sich dies allerdings bislang nur in guten Lagen: Hier ist der lagedifferenzierte AWI nun zum dritten Mal in Folge gesunken. Hinsichtlich weiterer überdurchschnittlicher Miet- und Kaufpreissteigerungen haben gute Wohnlagen ihren Zenit damit überschritten.“

Bei den einfachen und mittleren Lagen hat sich laut Aengevelt dagegen noch kein Trend manifestiert. Dort alternierten die Vorzeichen der Veränderungen seit Herbst 2012.

Angebot in den Ballungsräumen bleibt knapp

Entwarnung für den gesamten Wohnungsmarkt gibt Schmidt indessen nicht: „Nachfragegerechte und bezahlbare Wohnungen bleiben insbesondere in den Wachstumskernen knapp. Zwar rechnen 40 Prozent der Befragten mit steigenden Investitionen in den Mietwohnungsneubau, der Erwartungsschwerpunkt liegt hier aber auf guten (56 Prozent) und mittleren (45 Prozent) Lagen, während damit nur 18 Prozent in einfachen Lagen rechnen.“

Nach Einschätzung von Schmidt profitieren vor allem finanzstarke und urbanorientierte Mieter profitieren von der Situation. „Für diese Gruppe gibt es zunehmend mehr Auswahl und zugleich verlangsamt sich das Mietpreiswachstum in den guten Lagen. Schwieriger wird die Situation für weniger zahlungskräftige Haushalte: Zwar können sie (noch) zum Teil auf preiswertere Lagen ausweichen, allerdings steigen auch hier die Mieten und das unabhängig von der Objektqualität“.

Der Aengevelt-Wohninvestment-Index (AWI) wird quartalsweise erhoben und erfasst Stimmungen und Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung an den Wohnungsmärkten. Dazu wird regelmäßig die Einschätzung von jeweils rund 200 Experten aus allen Bereichen der Wohnimmobilienwirtschaft abgefragt. (bk)

Foto: Shutterstock

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