Einzelhandel: Luxussektor auf Metropolen konzentriert

Sowohl die Anzahl von Einzelhandels-Filialen im gehobenen Sektor, als auch die die Ausgaben der Konsumenten in diesem Bereich wachsen derzeit nur geringfügig. Wie ein aktueller Report zeigt, konzentrieren sich viele Luxusmarken daher auf internationale Metropolen.

Einzelhandel
Während die Zahl der Eröffnungen um Luxuseinzelhandel zurück geht, setzen die Marken vermehrt auf größere Flächen in führenden Metropolen

Wie der Global Luxury Retail Reportdes Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills zeigt, ist die Anzahl neuer Filialen um Luxussegment von rund 470 im Vorjahr auf aktuell 350 gesunken.

Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sei ein starker Rückgang von Eröffnungen in China und dem Mittleren Osten. Machte der Luxussektor in dieser Region 2016 noch 17 Prozent aller Neueröffnungen aus, seien es in diesem Jahr nur noch neun Prozent.

Im Gegensatz dazu ist der Anteil des Luxuseinzelhandels an allen Neueröffnungen in den anderen drei untersuchten Regionen laut Savills leicht angewachsen: in Europa von 36 auf 38 Prozent, im asiatisch-pazifischen Raum von 24 auf 27 Prozent und in Nordamerika von 15 auf 21 Prozent.

Auch Deutschland zieht Marken an

Unter den einzelnen Städten führe die französische Hauptstadt Paris die Weltrangliste mit einem Anteil von 5,9 Prozent an, begünstigt durch Filialeröffnungen von Marken wie Stella McCartney und Louis Vuitton.

Aber auch deutsche Metropolen wie München und Frankfurt können sich durch die erweiterte Präsenz von Häusern wie Woolrich, Furla, Pinko und Coccinelle unter den Spitzenreitern platzieren.

„Begünstigt wird dies durch die im europäischen Vergleich sehr hohen Passantenfrequenzen der großen Einkaufsstraßen Maximilianstraße und Goethestraße sowie einem entsprechend hohen Aufkommen des angesprochenen Klientel“, erläutert Thomas A. Pasiecznik, Director / Head of Retail Agency Germany bei Savills.

Trend zu mehr Fläche

Laut Marie Hickey, Director Retail Research bei Savills, reagieren die Einzelhändler auf die aktuelle Entwicklung mit verstärktem Fokus auf führende Standorte und vermehrter Konsolidierung ihrer Flächen-Portfolios: „Zudem zeigt sich ein Trend zur Vergrößerung, der nicht nur für bereits etablierte Standorte gilt, sondern auch für neue Geschäftseröffnungen.“

Habe die durchschnittliche Flächengröße neuer Geschäfte 2016 noch bei 287 Quadratmetern gelegen, seien es in diesem Jahr schon etwa 307 Quadratmeter und diese Tendenz mache auch vor den teuersten Städten wie Tokio und New York nicht halt.

„Die Weiterentwicklung des weltweiten Luxussegments wird sich für 2018 positiv auf den Bedarf an neuen Flächen auswirken, wenngleich der Fokus wahrscheinlich auch weiterhin auf dem Ausbau bereits etablierter Standorte und noch nicht ausgeschöpfter Märkte in Europa und Nordamerika liegen wird“, ergänzt Anthony Selwyn, Director Global Luxury Retail bei Savills. (bm)

Foto: Shutterstock

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