25. April 2017, 09:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Verlauf von Kundenakquise, Beratung und Abschluss wird wichtiger”

Robert Annabrunner, Bereichsleiter Vertrieb Drittvertrieb bei der Postbank-Tochter DSL Bank, sprach mit Cash. über eine erste Bilanz zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie und den Wettbewerb zwischen Hausbanken und Baufi-Vermittlern.

Annabrunnerkopie in Verlauf von Kundenakquise, Beratung und Abschluss wird wichtiger

“Auch künftig wird eine Kombination aus digitalem Abschluss und persönlicher Beratung im Vordergrund stehen.”

Cash.: Wie sieht eine erste Bilanz hinsichtlich der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und ihrer Auswirkungen auf die Baufinanzierungsberatung aus?

Annabrunner: Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie hat aus meiner Sicht zwei ganz wesentliche positive Aspekte gehabt. Das ist zum einen die Stärkung des Kundenschutzes, weil unsere Berater noch intensiver in die Rentenbetrachtung eingestiegen sind. Zum anderen geht es natürlich einher mit einer Qualifikation der Finanzdienstleistungsbranche. Es ist also diesbezüglich eine Win-Win-Situation. Das Hauptproblem war in der Tat, dass der Gesetzgeber mit dem Gesetz große Interpretationsspielräume gelassen hat und zum Teil über das Ziel hinausgeschossen ist. Das wird sich durch die jetzt angestoßene Konkretisierung hoffentlich verbessern. Für uns Banken und auch für unsere Vertriebspartner wäre es am einfachsten gewesen, die Richtlinie wäre in ein 20-Punkte-Plan formuliert worden, den wir alle “nur” hätten abarbeiten müssen. Vielleicht hätte sich so auch das ursprüngliche Versprechen halten lassen, dass die Kosten für die Kreditwirtschaft bei Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie in einem überschaubaren Rahmen bleiben.

Wie entwickelt sich momentan der Wettbewerb zwischen den Hausbanken auf der einen und den Baufinanzierungsbrokern auf der anderen Seite?

Auch künftig wird eine Kombination aus digitalem Abschluss und persönlicher Beratung im Vordergrund stehen. Unser Endkunde wünscht überwiegend Beratung. Es ist enorm wichtig, eine Symbiose aus Technik und Mensch zu realisieren, damit wir im Partnergeschäft die bessere Lösung im Vergleich zur klassischen Filialbank oder zur Sparkasse anbieten können. Nicht zuletzt deshalb sind wir und viele unserer Partner in die Fläche, um dort vor Ort bei den Menschen ansprechbar zu sein. Wichtiger wird zudem, wie die Kundenakquise, die Beratung und der Abschluss verläuft. Weil wir auch dann das Thema Digitalisierung spielen können oder stärker einbringen und so auch unsere Vertriebspartner unterstützen können. Aber nur mit Technik wird es nicht gehen. Deshalb wird das Partnergeschäft weiter wachsen.

Was werden Anfang 2018 die wichtigen Themen sein?

Wir werden auf ein erfolgreiches Partnergeschäft der DSL Bank sowohl in der Baufinanzierung, der Rate als auch im Bausparsegment zurückblicken. Erfolgreich zu sein bedeutet einerseits Marktanteile zu gewinnen, andererseits bedeutet es aber auch, ein ertragreiches Wachstum mit Qualität zu realisieren. Zudem werden wir über die Themen Digitalisierung, Regulierung und über die Anforderungen unserer Partner sprechen, damit diese das Geschäft in den Folgejahren weiter ausbauen können. Potenzial dazu ist ausreichend vorhanden.

Interview: Barbara Kösling

Foto: DSL Bank


Mehr zum Thema:

Die fünf größten Fehler bei der Baufinanzierung

Immobilienrente: Raus aus der Nische

Maklervertrag: Diese zwölf AGB-Klauseln sind tabu

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Aon zu steigenden Sturmschäden: “Die wirklichen Extreme stehen uns noch bevor”

650 Millionen Euro betragen die Sturmschäden seit Monatsbeginn in Deutschland, so die Schätzung von Rückversicherer AON. 350 Millionen Euro sollen auf Verträge der Sachversicherung entfallen. 300 Millionen Euro sind voraussichtlich an Kaskoschäden in der Kfz-Versicherung auszubezahlen. Im Gespräch erläutert Jan-Oliver Thofern, CEO des Rückversicherungsmaklers bei Aon, dass sowohl das Volumen an Schäden als auch die Höhe der Zahlungen für versicherte Schäden die Branche vor eine neue Herausforderung stellen.

mehr ...

Immobilien

Digitalisierung der Baufinanzierung: Das Ende der Filialbanken?

Die Hausbank, wie wir sie kennen, ist am Straucheln. Ein regionaler Bankberater und der wöchentliche Gang zum Schalter sind Relikte der Vergangenheit. Gastbeitrag von Valentin Drießen, Hausfrage.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi’s Kommentare beeinflussen europäischen High Yield-Markt

Draghi’s Aussagen auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, stellen einen wichtigen Impuls für den europäischen High Yield-Markt dar. Wenn der EZB-Chef erklärt, dass „weitere Leitzinssenkungen und Maßnahmen zur Eindämmung von Nebenwirkungen Teil unserer Instrumente bleiben“, ist zu erwarten, dass diese der Kreditwirtschaft und insbesondere dem High Yield-Markt zugutekommen. Ein Kommentar von Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

„Das beste Lob, das man als Versicherer bekommen kann“

Daniel Bahr war von 2011 bis Dezember 2013 Bundesgesundheitsminister, gilt als „Vater des Pflege-Bahr“, ist seit 2017 Vorstand der Allianz Krankenversicherung und ein Experte beim Thema Pflege. Cash. sprach mit ihm über das unterschätzte Risiko der Pflegebedürftigkeit, die Zurückhaltung des Vertriebs sowie die Kampagne der Allianz mit Markenbotschafter Dieter Hallervorden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...