12. Juli 2018, 12:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienkredite: Durchschnittsrate und Darlehenshöhe steigen

Mit 218.000 hat das durchschnittliche Baudarlehen erneut einen Höchstwert erreicht. Aber: Der Tilgungssatz bleibt ebenfalls hoch. Die aktuellen Parameter der Baufinanzierungen im Juni kommentiert Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG.

Immobilienkredite: Durchschnittsrate und Darlehenshöhe steigen

“Zu erwarten ist, dass mindestens die Ballungsräume weiterhin höhere Immobilienpreise sehen werden – wenn auch mit reduziertem Tempo.”

Im Sinne der Vergleichbarkeit ermittelt der Finanzdienstleister Dr. Klein eine fiktive Standardrate, die für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet wird.

Im Juni sei sie um rund 2,6 Prozent gestiegen – stärker als in den Monaten zuvor. Mit 480 Euro sei der Wert zwar so hoch wie zuletzt von eineinhalb Jahren, aber immer noch auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau: Im zweiten Halbjahr 2015 habe die durchschnittliche Monatsrate fast durchgängig über dem aktuellen Wert gelegen.

Dauerrekord bei Kreditsumme

Mit 218.000 Euro habe die durchschnittliche Darlehenshöhe erneut einen Höchstwert erreicht. Und wer prognostiziere, dass dies nicht der letzte sein werde, der lehne sich damit nicht weit aus dem Fenster, so Neumann.

Zu erwarten ist ihm zufolge, dass mindestens die Ballungsräume weiterhin höhere Immobilienpreise sehen werden – wenn auch mit reduziertem Tempo. Diese Entwicklung spiegele auch der Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI) wider.

Was die Zinsbindung angehe, entscheiden sich die deutschen Darlehensnehmer aktuell für eine Länge von durchschnittlich 14 Jahren, einen Monat länger als noch im Mai. Damit sichern sie sich die günstigen Zinsen nach wie vor für einen sehr langen Zeitraum.

Beleihungsauslauf steigt leicht

Zu den Vorteilen einer langen Bindung zähle, dass das Zinsänderungsrisiko geringer sei, weil nach Ablauf des Kredits bereits ein größerer Anteil getilgt sei.

Der Beleihungsauslauf gibt den fremdfinanzierten Anteil des Immobilienwertes wider. Je höher er ist, desto weniger Eigenkapital wird im Verhältnis eingebracht.

Steigende Immobilienpreise und Kaufnebenkosten machen es Immobilienkäufern oder Bauherren tendenziell schwerer, mit den eigenen Mitteln prozentual mitzuhalten – der Beleihungsauslauf steige im Juni leicht an.

Anteile der Darlehensarten

Mit 81,36 Prozent spreche er aber nach wie vor für sehr fundierte Finanzierungen. Auch der Tilgungssatz, ein weiterer Indikator für die Solidarität von Krediten, bleibe hoch: Im Juni betrage er durchschnittlich 2,85 Prozent und damit etwas mehr als im Mai.

Die Nachfrage nach Forward-Darlehen nimmt laut Neumann weiter ab: Nach Januar falle ihr Anteil zum zweiten Mal unter die Zehn-Prozent-Grenze (9,96 Prozent). Annuitätendarlehen dagegen setzen ihren Höhenflug weiter fort und seien beliebter denn je.

Von einhundert Euro, die Banken für Immobilien verleihen, entfallen fast 82 Euro auf diese klassische Darlehensart (81,95 Prozent). (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Baufinanzierung:

Sondertilgungen: Schneller schuldenfrei

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Anschlussfinanzierung: Vergleichen und Fristen beachten

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Rentenpolitik: Grundsätze der Versicherungsmathematik nicht aus den Augen verlieren ­

„Die Rentenkommission der Bundesregierung hat bedauerlicherweise die Chance verstreichen lassen, das deutsche Rentensystem dauerhaft zukunftsfest zu machen“, betont der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) Dr. Guido Bader nach eingehender Analyse der Kommissionsempfehlungen.

mehr ...

Immobilien

Aktivität der Projektentwickler kühlt ab

Schon vor Corona ist der Markt für Immobilien-Projektentwicklungen in Deutschland deutlich abgekühlt. Vor allem Wohnungsbauprojekte gehen zurück. Das ergab die “Projektentwicklerstudie 2020” des Marktforschungsunternehmens bulwiengesa.

mehr ...

Investmentfonds

Chris Iggo: Leugnung, Panik, Hoffnung

Chris Iggo, CIO Core Investments  bei Axa Investment Managers (AXA IM) über die Corona-Krise und die Perspektiven für die Kapitalmärkte.

mehr ...

Berater

WhoFinance hilft bei der Suche nach Fördermittel-Beratern

Die Finanzberatungsplattform WhoFinance hat in Anbetracht der Coronakrise ein Verzeichnis von Fördermittel-Beratern erstellt. Dort findet man Berater, die Unternehmen und Selbstständigen bundesweit per Videoberatung in der Krise helfen wollen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Online-Tool für RWB-Vertriebspartner stärker gefragt

Die RWB Group, Spezialist für Private-Equity-Dachfonds, stellt ihren angebundenen Vertriebspartnern eine hauseigene Online-Beratungs- und Zeichnungsplattform zur Verfügung. Die Nachfrage danach hat in den letzten beiden Wochen spürbar zugenommen, so das Unternehmen.

mehr ...

Recht

Coronavirus: Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Muss ich ins Büro, wenn der Kollege hustet? Wie muss mich mein Arbeitgeber vor dem Coronavirus schützen? Was ist, wenn ich nicht ins Büro komme, weil Bus und Bahn nicht mehr fahren? Muss ich meinem Chef meine Handynummer geben, wenn er mich ins Home-Office schickt? Darf ich mich weigern, zu Hause zu arbeiten? Muss ich Überstunden wegen der Corona-Krise machen? Wer zahlt meinen Lohn, wenn ich in Quarantäne geschickt werde? Fragen über Fragen, die sich in einer sehr besonderen Zeit wohl jeder Arbeitnehmer früher oder später stellt. Die Arag-Experten gaben Antworten.

mehr ...