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15. November 2011, 11:50
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Umfrage: Die meisten Deutschen wollen nicht für Finanzberatung zahlen

Zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) lehnen eine honorarbasierte Finanzberatung weiterhin ab. Doch mit steigendem Einkommen wächst die Zustimmung. Dies hat eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag der Skandia Lebensversicherung aus Berlin ergeben.

Beratung-127x150 in Umfrage: Die meisten Deutschen wollen nicht für Finanzberatung zahlenVier von zehn Befragten (39 Prozent) mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr sind der Ansicht, dass eine kompetente Beratung auch Geld kosten darf, so die Umfrage.

Viele Deutschen drücken sich jedoch um das ungeliebte Thema „Finanzplanung“ herum. So geben 33 Prozent der Befragten an, dass sie sich noch nie haben beraten lassen. Für die Studienmacher zeigt dieses Ergebnis exemplarisch, warum so viele Bundesbürger für die Zukunft nicht ausreichend versorgt sind. Denn wer sich nicht beraten lässt, erkenne oft gar nicht, welche Versorgungslücken im Alter entstehen. Das Ergebnis zeige aber auch, welch großes Potenzial in Finanzberatungen aller Art stecke, so die Marktforscher.

Die Erfahrungen, die die Befragten in der Vergangenheit mit Finanzberatungen gemacht haben, sind gemischt: Rund jeder fünfte  Bundesbürger (18 Prozent) verbindet das letzte Gespräch mit negativen Gedanken. Ausdrücklich positiv bewertet ihre Finanzberatung rückblickend immerhin ein Viertel der Befragten.

„Die kontroversen Diskussionen um die Honorarberatung sind auch in der Bevölkerung spürbar“, sagt Hermann Schrögenauer, Vorstand Vertrieb und Marketing der Skandia Lebensversicherung: „Für die Zukunft setzen wir auf alternative Vergütungsmodelle, die eine fortlaufende Beratung des Kunden fördern.“

„Kunden wollen aufrichtig, offen und fair behandelt werden“

Weiter ergab die Umfrage, dass sich die Deutschen am ehesten der Familie anvertrauen, wenn sie Rat oder Unterstützung brauchen. Vor allem in privaten und beruflichen Angelegenheiten sowie bei Mode- und Schönheitsfragen steht die Familie an erster Stelle. Fachleute von außen werden vor allem bei Gesundheits- (78 Prozent) und Finanzfragen (70 Prozent) zu Rate gezogen.

Neben den Erfahrungen, Erwartungen und Vorzügen einer Beratung wollte der Versicherer aus Berlin, der zur Old Mutual Gruppe gehört, folgendes wissen: Auf welche Eigenschaften legen die Bundesbürger bei einer Versicherung besonderen Wert? Für fast jeden dritten Befragten (32 Prozent) steht die Ehrlichkeit an erster Stelle. Die übrigen Eigenschaften, wie kompetente Beratung, Transparenz, Seriosität und Verlässlichkeit folgen mit beinah identischen Werten und einigem Abstand.

„Die Kunden wollen also vor allem aufrichtig, offen und fair behandelt werden. Berater, die das beherzigen, werden die Zufriedenheit ihrer Kunden erhöhen und damit sicherlich noch häufiger um Rat gefragt“, glaubt Schrögenauer. (lk)

Honorarberatung Finanzberatung Skandia in Umfrage: Die meisten Deutschen wollen nicht für Finanzberatung zahlen

Foto: Shutterstock

Grafik: Skandia

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3 Kommentare

  1. Zu Herrn Hillenbrand´s Beitrag gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Es gab früher schon Auswertungen z.B. zum Thema „Schadet Rauchen der Gesundheit? Ergebnis: Natürlich nicht! Unterzeichnet: Dr. Marlboro“. So auch hier wieder. Würden die Umfrageergebnisse PRO Honorarberatung gehen, würden sie vermutlich nicht veröffentlicht werden.
    Wenn Bürger gerade in den heute wirtschaftlich angespannten Zeiten zu diesem Thema befragt werden, kann Dank der Intransparenz des heutigen Finanzmarktes kaum jemand mit dem dazu eigentlich nötigen Hintergrundwissen eine begründete Aussage treffen. Mit den üblicherweise von Banken und Versicherungen verbreiteten Angeboten und Produkten bezahlt der Kunde jedoch oft ein Mehrfaches der tatsächlich nötigen Kosten. Das lässt sich inzwischen übrigens auch beweisen.
    Herr Andelfinger, Honorarberatung überzeugt durchaus auch den Normalverdiener, der sich Gedanken um sein Geld macht, nicht nur den Vermögenden. Allerdings machen sich Vermögende mehr Gedanken darum und rechnen eher mal nach. Und genau das führt fast schon automatisch zur Honorarlösung.
    Ich bin davon überzeugt, dass sich Honorarberatung in den nächsten Jahren durchsetzen wird, denn jeder seriöse Berater, der einmal die Chance hatte, hinter die Kulissen der Finanzfabriken zu schauen, wird zuerst einmal ungläubig schauen, dann nachrechnen und dann zu einem entsprechenden Ergebnis kommen, was zukünftig zu tun ist.

    Kommentar von Andreas Wöhrle — 17. November 2011 @ 14:33

  2. Umfrage zur Honorarberatung – oder „Kühlschränke an Eskimos“?

    Ein Eskimo braucht nach landläufiger Auffassung keinen Kühlschrank, weil es idR kalt genug ist. Wenn man Ihn allerdings fragt, ob es nicht schick wäre, wenn der Fisch bei 0-3 Grad liegt und man ihn jederzeit genießen könnte, statt zu warten bis er aufgetaut ist, hat das eine andere Qualität.

    „Jeder ist mit seinem Verstand zufrieden, mit seinem Geld aber nicht“, sagt ein arabisches Sprichwort.

    Es ist schwer auszuhalten, was fortlaufend an Umfragen erscheint, die „beweisen dass Honorarmodelle nicht funktionieren“. Passenderweise werden diese immer von Marktteilnehmern in Auftrag gegeben, die besonders von den Courtagemodellen profitieren.

    Den intelligenten Betrachter wundert es kaum, dass Verbraucher mit „Nein“ antworten, wenn sie befragt werden, „Sind Sie bereit für Finanzberatung Geld zu bezahlen?“, weil er weiß, dass man dem Verbraucher bisher vorgegaukelt hat, Finanzberatung sei kostenlos.
    Würde man den Verbraucher allerdings fragen, „Stellen Sie sich vor, Sie zahlen 30 Jahre lang 50,- € monatlich in eine Lebensversicherung. Von den Beiträgen werden in den ersten 5 Jahren 1.400 € Vertriebskosten abgezweigt, damit 700 € Vergütung bei Ihrem Berater (Vermittler) ankommen. Würden Sie in diesem Fall dem Berater (Vermittler) nicht lieber 700 € direkt bezahlen und die übrigen 700 € sparen?“, so würde ein ebenso intelligenter Betrachter wenig verwundert sein, wenn der Kunde mit „JA, wie geht das?“ antwortet.

    Die Deutsche Verrechnungsstelle ist täglich damit beschäftigt Rechnungen von Versicherungsvermittlern und Finanzdienstleistern zu versenden und den Eingang zu überwachen oder zu 70 % der Fälle gleich abzubuchen. Die Mehrzahl der Rechnungen geht in Privathaushalte. Die Erfahrung zeigt, die Kunden zahlen problemlos – wenn man Ihnen die Wahrheit sagt! Das zeigt wohl auch die Forsa-Studie, denn der Kunde will 1. ehrlich, 2. kompetent, 3. transparent, 4. seriös, 5. verlässlich behandelt werden.

    Hier fragt sich,
    1. Ist das ehrlich, wenn im Produktinformationsblatt 4 % (40 %o) Kosten ausgewiesen werden und viele Makler erhalten 42, 45 %, oder 50 %o und Vertriebe noch mehr?
    2. Ist das kompetent, wenn man sich nicht mit den echten Kosten und alternativen Vergütungen beschäftigt?
    3. Ist das transparent, man den Kunden über die wahren Kosten im unklaren lässt?
    4. Ist das seriös wenn man das alles verschweigt, weil’s viel einfacher ist eine Courtage zu nehmen, als mit dem Kunden über ein „unbequemes Thema“ zu reden?
    5. Wie verlässlich ist jemand, der hier einfach „still hält“ weil‘s halt bequem ist?

    Sind Sie als Makler nicht einmal mit einem „Sendeauftrag gestartet, der in eine ganz andere Richtung weist“?

    Sicher gibt es für Gegner und Befürworter ausreichend Argumente und jeder sollte seinen eigenen Weg gehen. Deshalb ist es nach Ansicht der Dt. Verrechnungsstelle Zeit, die Diskussion zu versachlichen. Intelligente Vermittler durchschauen dieses Spiel und machen sich ihre eigenen Gedanken. Wer an Unabhängigkeit, stabileren und höheren Einnahmen interessiert ist und für seinen Kunden eine niedrigere Gesamtkostenbelastung erreichen will, beschäftigt sich endlich richtig mit alternativen Vergütungsmodellen. Informationen hierzu halten wir für „ehrliche, kompetente, transparente, seriöse und verlässliche“ Vermittler bereit. Nutzen Sie dies Chance für sich und Ihre Kunden!
    Wir wünschen Ihnen Gute Geschäfte.

    Kommentar von Michael A. Hillenbrand (Vorstand Dt. Verrechnungsstelle) — 16. November 2011 @ 21:16

  3. Das bestätigt meine Meinung: Erstens ist der Deutsche träge, was seine Finanzen und Zukunftsvorsorge angeht. Er umgeht das Thema, wenn es nur irgend geht. Zweitens: Gerade die Assekuranz hat hier eine enorme Verantwortung zu tragen und Überzeugungsarbeit zu leisten. Vorsorge muss verkauft werden, denn gerade die, die es am meisten interessieren müsste, kommen nicht freiwillig zu einer Beratung. Drittens: Die Ergebnisse bestätigen, was in anderen Ländern, z.B. UK, schon zu beobachten ist: Honorarberatung wird von denen angenommen, die ohnehin schon viel Geld haben.
    Viertens: Verbraucherschutz ist sehr wichtig. Daran besteht gar kein Zweifel. Er kann aber auch nicht immer nur mit einseitigen Maßnahmen erreicht werden, z.B. indem man die Honorarberatung als Allheilmittel sieht und andere Vergütungsformen verteufelt. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte in einem sowohl als auch. Und der Kunde sollte so gut informiert werden, dass er die Unterschiede kennt, ein transparentes System vorfindet, in dem er sich dann auch bewusst und richtig entscheiden kann, welchen Weg der Beratung er gehen möchte. Dazu müssen viele noch lernen, in vielerlei Hinsicht. Mit Glück kommt es dann doch noch so, wie in “2025 – Die Versicherung der Zukunft” beschrieben. Zu einer vielschichtigen Kooperation mit mündigen Konsumenten.

    Kommentar von Volker P. Andelfinger — 16. November 2011 @ 10:14

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