2. Oktober 2015, 08:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersvorsorge: “Wer kein Risiko eingeht, geht ein Risiko ein”

Wie sich das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) auf die Produktgestaltung im Bereich der Altersvorsorge sowie auf die Vergütungsstrategien im Vertrieb auswirkt, bestimmte die Diskussion im dritten und letzten Teil des Cash.-Roundtable zum Thema Fonds- und Indexpolicen.

Indexpolice

Obere Reihe von links: Gert Wagner, Swiss Life Deutschland; Guntram Overbeck, Helvetia Leben; Hermann Schrögenauer, Zurich Leben.
Untere Reihe von links: Wolfgang Hanssmann, HDI Leben; Dr. Claus Mischler, Standard Life Deutschland; Jürgen Hansemann, Nürnberger Versicherung.

Cash.: Der Druck auf die Lebensversicherer wächst, in der Altersvorsorge verstärkt flexible, transparente und verständliche Produkte anzubieten. Inwiefern haben Sie diese Forderungen in Ihren Produkten berücksichtigt?

Wolfgang Hanssmann, Vorstand Vertrieb und Marketing, HDI Leben: Ich bin der festen Überzeugung, dass man den Kunden da abholen muss, wo er steht. Das heißt, die Gespräche sollten nicht zu investmentnah geführt werden. Im Kern geht es darum, eine realistische Renditeerwartung für den Kunden hochzurechnen – dann spielt die vielfach debattierte Kostensituation eigentlich keine Rolle mehr. Im Fokus des Beratungsgesprächs darf nicht die Diskussion über die Kosten eines Produktes im Vordergrund stehen, sondern vielmehr: Welche Leistung bekommt der Kunde für sein Geld? Schauen Sie nur auf die Bankprodukte: Wenn Kunden ein Festgeldkonto oder ein Sparbuch eröffnen, kommt das Thema Kosten eigentlich gar nicht vor – obwohl diese Produkte natürlich Geld kosten, es wird nur immer suggeriert, dass es nicht so sei.

Dr. Claus Mischler, Leiter Produktentwicklung, Standard Life Deutschland: Sehr richtig, implizit über den Zinsabschlag. Aber auch das Modell der konventionellen Lebensversicherung bietet dem Versicherer die Möglichkeit, Kosten zu verstecken. 90 Prozent der Überschüsse sind mindestens auszuschütten, bis maximal zehn Prozent dürfen einbehalten werden. Dadurch wird dem Unternehmen ermöglicht, die Kostenstruktur flexibel zu gestalten. So können beispielsweise fünf Prozent aus den Überschüssen herausgenommen werden, ohne dass diese in einem Produktinformationsblatt als Kosten auftauchen. Sie machen sich nur in der Höhe der Überschussbeteiligung bemerkbar. Insofern wird in der Klassik immer die Möglichkeit bestehen, die letzten 0,2 Prozent Kosten dem Kunden nicht transparent zu machen.

Jürgen Hansemann, Direktor Produktförderung, Nürnberger Versicherung: Da muss ich gegenhalten. Durch umfangreiche und verständliche Kundeninformationen, Bedingungen, Begriffserläuterungen und grafische Darstellungen sind unsere Verkaufsunterlagen und Angebote bereits sehr transparent. Dies wird auch zum Beispiel bei unserer Dax-Rente durch das exzellente Ratingergebnis vom Institut für Vorsorge- und Finanzplanung bestätigt. Darüber hinaus sind unsere Produkte mit vielfältigen Optionen ausgestattet, wie zum Beispiel Zuzahlungen, Entnahmen, flexibler Rentenbeginn und ähnliches mehr – so bleibt der Kunde immer flexibel.

Gert Wagner, Leiter Produktmanagement, Swiss Life Deutschland: Mit “Swiss Life Maximo” bieten wir eine modular aufgebaute Produktplattform an, die sich flexibel an sich verändernde Kundenbedürfnisse anpasst. So kann der Kunde zum Beispiel in jungen Jahren das Produkt ohne jegliche Garantien abschließen, um bestmöglich die Chancen der Kapitalmärkte zu nutzen. Mit zunehmendem Alter können dann aufgelaufene Erträge automatisch gesichert werden, wodurch der risikobehaftete Anteil der Kapitalanlagen bis zum Rentenbeginn sukzessive reduziert wird. Dies läuft auf Wunsch vollautomatisch ab, ohne dass Vermittler und Kunde Hand anlegen müssen. Wem ein Produkt ohne anfängliche Garantien nicht zusagt, hat wahlweise die Möglichkeit, ab Vertragsbeginn eine 100-prozentige Kapitalgarantie einzuschließen.

Seite zwei: “Das LVRG bestimmt ganz stark, wo die Produktion in 2015 hingeht”

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Universa baut Fondspalette aus und bringt neue Kfz-Versicherung

Die Universa Versicherungen, Nürnberg, stockt die Fondspalette auf und bietet jetzt fünf iShare-ETFs von Blackrock Asset Management an. Neben einem weltweiten und deutschen Aktienindex werden somit nun auch ETFs angeboten, die einen Aktienindex in Europa und in Schwellenländern sowie einen Index aus Unternehmensanleihen in der Eurozone nachbilden.

mehr ...

Immobilien

Deutsche wollen smarter wohnen

Das Smart Home gilt seit einigen Jahren als der Standard von morgen. Eine Deloitte-Studie zeigt: Das Interesse an diesen Anwendungen ist groß, der Datenschutz bleibt jedoch ein wichtiges Thema. Immerhin 13 Prozent der Haushalte verfügen bereits über einen intelligenten Lautsprecher. Bei der Art der bevorzugten Smart-Home-Lösungen gibt es zudem Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

mehr ...

Investmentfonds

BaFin präzisiert Vorschriften der MiFID II

Die Finanzaufsicht BaFin hat die Neufassung ihres Rundschreibens “MaComp” veröffentlicht und präzisiert darin unter anderem die Grundsätze zur “Zielmarktbestimmung” und diverse weitere neue Vorschriften. Zwei Punkte allerdings fehlen noch.

mehr ...

Berater

Neue Kooperationspartner der BCA AG

Der Oberurseler Maklerpool BCA präsentiert mit der xbAV Beratungssoftware GmbH sowie Honorar Konzept GmbH zwei Unternehmen, die ihre Services den BCA-Partnern zur Verfügung stellen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...