Anzeige
8. November 2017, 10:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Hannover Rück federt Katastrophenschäden mit Aktienverkäufen ab

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat wegen der herben Belastungen durch Wirbelstürme und Erdbeben Aktien für fast eine Milliarde Euro zu Geld gemacht.

Bildschirmfoto-2017-10-19-um-12 50 13 in Hannover Rück federt Katastrophenschäden mit Aktienverkäufen ab

Hannover-Rück-Vorstandschef Ulrich Wallin peilt einen Überschuss von rund 800 Millionen Euro für 2017 an.

Dennoch ist das bisherige Gewinnziel außer Reichweite. Vorstandschef Ulrich Wallin erwartet 2017 jetzt noch einen Überschuss von 800 Millionen Euro. Die zuvor angepeilte Milliardenmarke nimmt er erst 2018 wieder ins Visier. Die Aktionäre sollen aber auch jetzt nicht leiden, wie Finanzchef Roland Vogel bei der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch verdeutlichte. Ihnen winkt eine genauso hohe Dividende wie im Vorjahr – inklusive Sonderausschüttung.

Hurrikan-Serie und Erdbeben belasten Hannover Rück

An der Börse wurden die Nachrichten unentschieden aufgenommen. Nach einem leichten Kurssprung sackte die Hannover-Rück-Aktie am Morgen mit 0,41 Prozent ins Minus und zog die Papiere der Mehrheitseignerin Talanx mit nach unten. Die Hannover-Rück-Aktie hat seit Jahresbeginn fast fünf Prozent an Wert gewonnen – der MDax legte allerdings in diesem Zeitraum knapp 22 Prozent zu. Nach den Katastrophen im September war der Hannover Rück-Kurs vorübergehend abgesackt.

Für die Hurrikan-Serie und die Erdbeben in Mexiko verbuchte die Hannover Rück im dritten Quartal Belastungen von mehr als 720 Millionen Euro. Dennoch hielt sich der Konzern überraschend in den schwarzen Zahlen – weil er im September seinen kompletten Aktienbestand verkaufte, wie Finanzchef Vogel erläuterte. Der Verkauf der Papiere im Wert von 953 Millionen Euro brachte dem Konzern 223 Millionen Euro Gewinn ein – und glich damit einen Teil der Katastrophenbelastungen aus.

Unter dem Strich blieb dem Konzern ein Quartalsgewinn von 14 Millionen Euro – nach 304 Millionen ein Jahr zuvor. Weltmarktführer Munich Re und der Branchenzweite Swiss Re haben für den Zeitraum hingegen Milliardenverluste gemeldet. Bei der Hannover Rück hinterließ Hurrikan “Irma” im dritten Quartal die mit Abstand größten Schäden, gefolgt von “Maria” und “Harvey”. Die genannten Schadensummen seien aber noch “sehr unsicher” gab Finanzchef Vogel zu bedenken.

Hannover Rück erwartet generellen Anstieg des Prämienniveaus

Eigentlich hatte die Hannover Rück in diesem Jahr 825 Millionen Euro für Großschäden vorgesehen. Mit 894 Millionen Euro in neun Monaten ist das Budget schon jetzt überschritten. Für das vierte Quartal hat die Hannover Rück noch einmal 200 Millionen Euro eingeplant. Angesichts der Buschbrände in Kalifornien und dem Sturmtief “Herwart”, das im Oktober in Deutschland und anderen Ländern wütete, sei die Summe bis jetzt schätzungsweise zur Hälfte aufgebraucht, sagte Vogel.

Die Aktionäre der Hannover Rück sollen davon möglichst wenig spüren. Für 2017 will ihnen der Konzern je Anteilsschein wie im Vorjahr fünf Euro Dividende ausschütten. Darin ist eine Sonderausschüttung von 1,50 Euro enthalten. Für die Aktionäre sei dies in diesen Zeiten eine wichtige Sache, sagte Vogel mit Blick auf die anhaltenden Niedrigzinsen. Die Sonderdividende sieht er auch nicht als vorübergehende Angelegenheit: “Der Vorstand wird sich bemühen, keine Dividendenkürzungen ankündigen zu müssen.”

Nach den immensen Katastrophenschäden rechnet die Hannover Rück wie schon Munich Re und Swiss Re mit einem generellen Anstieg des Prämienniveaus. In den vergangenen Jahren waren die Preise für Rückversicherungsschutz immer weiter gefallen. In der Branche wird geschätzt, dass die Hurrikan-Serie die Versicherer insgesamt um die 100 Milliarden US-Dollar kosten könnte. “Wir sehen an den Reaktionen von Maklern, Marktteilnehmern und Kunden, dass es hier eine Reaktion geben soll und muss”, sagte Vogel. Zum Jahreswechsel steht ein Großteil der Rückversicherungsverträge im Schaden- und Unfallgeschäft zur Neuverhandlung an. (dpa-AFX)

Foto: Hannover Rück

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 08/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Emerging Markets – Altersvorsorge – Bausparen – Recruiting

Ab dem 20. Juli im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Digitalisierung: “Versicherer müssen kulturelle Hürden überwinden”

Möchten Versicherer an Schlagkraft gewinnen, müssen sie die digitale Transformation deutlich konsequenter angehen und vor allem die Managementkapazitäten zielgerichtet einsetzen. Denn bisher hat nur jede zweite Versicherung eine Digitalisierungsstrategie entwickelt.

Gastbeitrag von Stefan Geipel, zeb

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: Preise im Norden und Osten steigen weiter

Im zweiten Quartal 2018 haben die Immobilienpreise in Hamburg, Hannover, Berlin und Dresden angezogen – wenn auch mit unterschiedlicher Dynamik. Welche Besonderheiten sich daraus für die Finanzierung ergeben, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

Trump kritisiert Zinspolitik der US-Notenbank

Der US-Präsident sagt mitunter Dinge, die er besser für sich behalten sollte. Diesmal rüffelt er die unabhängige Notenbank Fed, weil diese die Leitzinsen erhöht hat. Seine Sprecherin muss es wieder richten.

mehr ...

Berater

Grundfähigkeiten: Essenziell und schützenswert

Für die meisten von uns ist der Beruf nicht nur die Basis des Lebensunterhalts, sondern auch ein wichtiger Pfeiler der Identität. Kein Wunder also, dass die Absicherung der Arbeitskraft eine höchst individuelle Angelegenheit ist und deshalb von so gut wie allen Experten empfohlen wird.

Die Wald-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

DFV kauft Hotel für weiteren Publikumsfonds

Die DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH, eine Tochtergesellschaft der Immac Holding, hat das Rilano Hotel in Oberursel erworben. Es soll Objekt eines weiteren alternativen Investmentfonds (AIF) werden.

mehr ...

Recht

Unerlaubte Geschäfte: Zieht Olaf Scholz die Zügel an?

Die Anzahl der Verfügungen der Finanzaufsicht BaFin wegen unerlaubter Geschäfte hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Die Gesamtzahl des Jahres 2017 wurde bereits überschritten.

mehr ...