9. Januar 2014, 09:35

“Social-Media-Aktivitäten können immense Auswirkungen haben”

Die Versicherer können es sich nicht leisten, die sozialen Medien zu ignorieren, meint Professor Dr. Marco Hardiman, Leiter Kompetenzzentrum Social Media am Institut für Management und Marketing der Fachhochschule Kiel. Im Interview erklärt er, warum die Verbreitung von Markenbotschaften nicht reicht.

Professor Dr. Marco Hardiman, Leiter Kompetenzzentrum Social Media am Institut für Management und Marketing der Fachhochschule Kiel.

“Nachholbedarf besteht vor allen Dingen in der umfänglichen Nutzung von Social Media.”

Cash.: Wie sehen Sie die deutsche Versicherungswirtschaft in der Social-Media-Kommunikation aufgestellt? 

Hardiman: Einige Versicherer machen es ganz gut und weitere sind auf einem guten Weg. Generell hat die deutsche Versicherungswirtschaft in den sozialen Medien nach anfänglichem Zögern aufgeholt – und das Zögern war bei vielen nicht nur schlecht. So haben einige Gesellschaften die Zeit genutzt, um sich gezielt auf die Herausforderungen und Chancen vorzubereiten. Sie haben Grundlagen im Unternehmen geschaffen und valide Social-Media-Strategien entwickelt, bevor sie angefangen haben.

Wo sehen sie noch Nachholbedarf?

Nachholbedarf besteht vor allen Dingen in der umfänglichen Nutzung von Social Media. Damit meine ich nicht, möglichst viele Kanäle zu belegen, sondern strategisch nicht nur auf die Verbreitung von Markenbotschaften zu setzen – Social Media kann um ein Vielfaches mehr leisten! Häufig sind diese Optionen allerdings nicht bekannt.

Welchen generellen Rat würden Sie Versicherern erteilen, wenn diese eine Social-Media-Strategie planen?

Die sozialen Medien sind heute in vielen Bereichen ein erfolgskritischer Faktor. Social-Media-Aktivitäten können immense Auswirkungen haben. Daher ist es unerlässlich, die Entwicklung von Social-Media-Strategien auf eine solide Informationsgrundlage zu setzen. Nur so ist gewährleistet, dass die Strategien umsetzbar, wirksam und effizient sind. Üblicherweise führen wir hierfür interne und externe Analysen durch, in denen wir beispielsweise das Unternehmenspotenzial, die Zielgruppe, deren Consumer Journey und die Consumer Energy untersuchen. Letztere Analyse kann Auskunft darüber geben, wo welche Maßnahmen für wen am erfolgreichsten sind.

Wie würden Sie einem Versicherer, der im Web 2.0 noch zögerlich agiert, den konkreten Nutzen einer umfassenden Social-Media-Präsenz beschreiben?

Mittelfristig wird es sich kaum ein Versicherer leisten können, nicht aktiv zu werden. Nicht aktiv zu werden bedeutet, sämtliche Gespräche, die über einen geführt werden, “laufen zu lassen” oder keine Fragen zu beantworten. Die Liste der Vorteile hingegen ist lang. Zum Beispiel können Kundenbeziehungen aufgebaut und gestärkt werden. Es können neue Zielgruppen erreicht werden. Versicherer können viel über ihre Kunden, die eigene Marke sowie über die eigenen Angeboten und Serviceleistungen lernen. Dies beschleunigt auch die Innovationszyklen und schafft komparative Wettbewerbsvorteile.

Interview: Lorenz Klein

Foto: FH Kiel


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Versicherungen


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien


Ab dem 19. Mai im Handel.

Rendite+ 2/2016 "Altersvorsorge"

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds- und Indexpolicen – Dividendenfonds – Zinshäuser – Robo-Advisors


Ab dem 12. Mai im Handel.

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Warum Riestern wichtig bleibt

Altersvorsorge wird zum Politikum: Runde Tische, Deutschlandrente, Rückabwicklung der Riester-Rente oder gleich die große Rentenreform – die Sicherung der finanziellen Zukunft könnte sich zum Wahlkampfthema entwickeln. Grund genug besteht. Gastbeitrag von Tobias Haff, Procheck24.

mehr ...

Immobilien

Effizientes Heizen: Mehrfachförderung möglich

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat am 12. Mai eine Offensive für das Energiesparen gestartet. Die Bundesregierung fördert Umbaumaßnahmen für mehr Energieeffizienz besonders stark, wenn Verbraucher auf erneuerbare Energien setzen.

mehr ...

Investmentfonds

Dem “Brexit” ein Schnäppchen schlagen

Anleger können auf eine breite Auswahl von Assetklassen zurückgreifen, um ihr Portfolio für die verschiedenen Ausgangsszenarien des britischen EU-Referendums abzusichern.

mehr ...

Berater

Interessieren statt informieren: Setzen Sie auf Kundennutzen statt Faktenflut!

Verkaufen heißt, andere zu Taten zu bewegen. Fünf Tipps helfen Ihnen dabei, im Verkaufsgespräch sicherzustellen, dass Sie gegenüber Ihren Kunden die richtigen Signale senden. Die Limbeck-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Hahn Gruppe: Großes Stühle-Rücken im Aufsichtsrat

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Reinhard Freiherr von Dalwigk sowie Wolfgang Erbach, Robert Löer und Bärbel Schomberg sind mit Auslaufen ihrer Mandate aus dem Aufsichtsrat der Hahn Gruppe ausgeschieden.

mehr ...

Recht

Immobilie geerbt: Was ist zu tun?

Viele Bundesbürger werden in den kommenden Jahren eine Immobilie erben. Doch welche Schritte sind im konkreten Fall notwendig, um das Erbe anzutreten und wie steht es mit den Freibeträgen? Gastbeitrag von Dr. Anton Steiner, Deutsches Forum für Erbrecht e.V

mehr ...