Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli kalender- und saisonbereinigt um 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, zu denen sich der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) äußerte. Beide Sparten verloren: der Hochbau, den vor allem der Wohnungsbau prägt, und der Tiefbau mit Straßen- und Brückenbau.
Im Hochbau sank der Auftragseingang um 8,4 Prozent, im Tiefbau um zehn Prozent. Der weniger schwankungsanfällige Dreimonatsvergleich fällt dagegen milder aus. Von Mai bis Juli lag der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe noch 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
| Kennzahl | Veränderung zum Vormonat |
|---|---|
| Auftragseingang gesamt (Juli) | minus 9,2 Prozent |
| Hochbau (vor allem Wohnungsbau) | minus 8,4 Prozent |
| Tiefbau (Straßen- und Brückenbau) | minus 10 Prozent |
Auftragseingang Bauhauptgewerbe: ZDB sieht fragile Lage
„Die Auftragsbücher werden dünner“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands ZDB. „Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde.“ Dennoch bleibe die Lage fragil, betont er weiter. Besonders der Wohnungsbau komme nicht voran: Im Juli seien dort erneut weniger Aufträge eingegangen.
ZDB warnt vor Förderlücke im Wohnungsbau ab 2027
Zum Jahreswechsel drohe ein weiterer Rückschlag, sagt Pakleppa. Grund ist die auslaufende Sonderförderung für sogenannte EH-55-Neubauten. Gemeint sind Häuser, die die Effizienzhausklasse 55 erfüllen und besonders wenig Energie verbrauchen. „Die Sonderförderung für EH-55-Neubauten läuft spätestens Ende 2026 aus, für 2027 stehen Kürzungen beim Neubau-Etat im Raum, und wie die Förderung ab Januar aussieht, weiß weiterhin niemand“, sagt er. Eine Förderlücke bis Sommer 2027 sei demnach nicht auszuschließen. Mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung für einen schnelleren Wohnungsbau kritisiert Pakleppa: „So gelingt kein Bauturbo.“
Bauzinsen und Baupreise bremsen die Baufinanzierung
Zuletzt hatte die Baubranche noch von den milliardenschweren Staatsausgaben für Straßen und Schienen profitiert. Auch im Wohnungsbau zeichnete sich zunächst eine Besserung ab, denn die Baugenehmigungen zogen in den vergangenen Monaten deutlich an. Allerdings belasten inzwischen gestiegene Bauzinsen im Zuge des Iran-Kriegs die Nachfrage nach Baufinanzierungen. Zugleich sind die Baupreise nochmals gestiegen, was Bauprojekte zusätzlich verteuert.
Umsatz und Beschäftigung legen trotzdem zu
Trotz des schwächeren Auftragseingangs im Bauhauptgewerbe steigerte die Branche im Juli ihren Umsatz. Preisbereinigt legte der Erlös gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent zu. Nominal stieg er um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Auch die Beschäftigung wuchs leicht. Die Angaben beziehen sich auf Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. (dpa)















