Am Freitag stehen die US-Arbeitsmarktdaten für September an. Erwartet werden rund 90.000 neue Stellen. Der August-Bericht war überraschend stark. Nun richtet sich der Blick auf die neuen Zahlen.
Ein überraschend starker Arbeitsmarkt könnte die Inflationssorgen der Fed verstärken, wenn er mit anhaltendem Lohndruck einhergeht. Steigen die Löhne dauerhaft schneller als die Produktivität, erhöhen sich die Lohnstückkosten. Unternehmen könnten diese Mehrkosten teilweise über höhere Preise weitergeben und so den Inflationsdruck verstärken.
Für die Fed wäre das problematisch. Sie müsste die Zinsen länger hochhalten oder sogar weiter anheben, um die Wirtschaft abzukühlen. Der Markt preist bereits vier weitere Zinserhöhungen ein.
Deshalb könnten Anleger solide, aber nicht überragende Arbeitsmarktdaten feiern. In einem Umfeld hoher Inflation könnten schwächere Arbeitsmarktdaten an der Börse paradoxerweise positiv aufgenommen werden. Dann würde mitunter der Grundsatz „Bad news is good news“ gelten.
Doch der Arbeitsmarkt wird nicht nur von Zinsen und Inflation geprägt. KI wird ihn fundamental umgestalten. Wir bewegen uns weg von einer Wirtschaft, die Wohlstand vor allem durch mehr Arbeitsstunden schafft, hin zu einer Wirtschaft, die Wohlstand durch algorithmische Effizienz erzeugt.
Für Arbeitnehmer bedeutet das kontinuierliche Anpassung. Für Unternehmen wird die Geschwindigkeit bei der Einführung von KI entscheidend.
Auch Anleger müssen umdenken. Traditionelle Indikatoren wie die reinen Beschäftigtenzahlen verlieren möglicherweise an Aussagekraft. Wer nur auf die NFP schaut, riskiert, die tatsächliche Wirtschaftskraft von Unternehmen falsch einzuschätzen.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.













