Am Dienstag um 11 Uhr stehen die Inflationsdaten für die Eurozone an. Erwartet wird ein Anstieg von 2,9 auf 3,3 Prozent. Das wäre der höchste Stand seit 2023 und würde die Inflation wieder deutlich vom 2-Prozent-Ziel der EZB entfernen. Einen ersten Vorgeschmack haben bereits die deutschen Inflationsdaten geliefert. Die Teuerungsrate stieg im August auf 2,9 Prozent, allerdings weniger stark als erwartet. Nun wird sich zeigen, ob auch die Inflationsdaten für die Eurozone positiv überraschen können.
Höhere Energiepreise sind ein wichtiger Treiber des jüngsten Inflationsanstiegs. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben Öl und Gas zuletzt verteuert. Für die EZB ist jedoch entscheidend, inwieweit sich der Preisdruck bereits auf andere Bereiche ausgeweitet hat. Deshalb dürfte vor allem die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel im Fokus stehen. Ziehen auch die Preise für Dienstleistungen und Kernwaren stärker an, würde das auf einen breiter verankerten Inflationsdruck hindeuten.
Für die EZB wäre ein deutlicher Inflationsanstieg problematisch. Am Markt wird für die Zinsentscheidung in der kommenden Woche bereits fest mit einer weiteren Zinserhöhung gerechnet. Spannender ist daher die Frage, wie es danach weitergeht. Denn erwarten Anleger weitere Zinsschritte, können Anleiherenditen und Finanzierungskosten bereits steigen, bevor die EZB tatsächlich erneut handelt.
Das würden auch Verbraucher zu spüren bekommen. Höhere Finanzierungskosten verteuern beispielsweise Immobilienkredite. Gleichzeitig verliert unverzinstes oder niedrig verzinstes Guthaben bei steigender Inflation schneller an realer Kaufkraft.
Auch für Aktien könnte eine restriktivere EZB kurzfristig Gegenwind bedeuten. Je länger der Anlagehorizont, desto weniger ins Gewicht fallen kurzfristige Zinsbewegungen gegenüber der langfristigen Entwicklung von Unternehmen und ihren Gewinnen.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.












