Für die Märkte zeichnet sich derzeit eine günstige Kombination ab. Der Inflationsdruck lässt nach, während deutliche Schwächesignale der US-Wirtschaft ausbleiben. Die Verbraucherpreise sind im Juli auf 3,4 Prozent gefallen – der zweite Rückgang in Folge. Die Kerninflation sank sogar auf 2,5 Prozent.
Arbeitsmarkt und Inflation liefern damit Argumente gegen eine Straffung der Geldpolitik. Nach den zuletzt schwächeren Arbeitsmarktdaten hat nun auch der nachlassende Preisdruck die Erwartungen an eine Zinserhöhung gedämpft. Die Wahrscheinlichkeit einer kleinen Anhebung im September liegt aktuell bei 36 Prozent. Für Aktien und Anleihen ist diese Kombination zunächst positiv.
Eine Zinserhöhung ist damit noch nicht vom Tisch. Für Dezember preist der Markt weiterhin eine mögliche Anhebung ein. Gleichzeitig bleiben die langfristigen US-Renditen hoch. Zehnjährige Staatsanleihen rentieren bei 4,68 Prozent und damit auf einem Niveau, das bereits im Oktober 2023 erreicht wurde. Neben verbleibenden Inflationsrisiken halten vor allem hohe Staatsdefizite und volatile Ölpreise den Renditedruck am langen Ende aufrecht.
Die US-Einzelhandelsdaten am Freitag könnten das aktuelle Bild bestätigen oder infrage stellen. Entscheidend ist, ob sich der Konsum moderat abschwächt, ohne deutliche Konjunktursorgen auszulösen. Auch für DAX-Anleger sind die Daten relevant. Sie können die US-Zinserwartungen, Anleiherenditen, den Dollar und damit die globale Risikobereitschaft beeinflussen.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.













