Am Mittwoch legte die Bank of America ihre Zahlen für das dritte Quartal vor. Demnach fiel der Nettogewinn auf 6,9 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 8,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Rückgang von rund 17 Prozent. Grund dafür ist eine Strafzahlung in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar, die das US-Finanzministerium über seine Behörde FinCEN tags zuvor wegen vorsätzlicher Verstöße gegen den Bank Secrecy Act verhängt hatte.
Die Börse reagierte prompt. Noch am Dienstag war die Bank-of-America-Aktie bei einem Schlusskurs von 53,96 US-Dollar notiert. Im vorbörslichen US-Handel am Mittwoch sackte sie zwischenzeitlich bis auf 49,63 US-Dollar ab. Abhängig vom Messzeitpunkt bewegten sich die gemeldeten Kursverluste zwischen rund fünf und acht Prozent.
Milliardenstrafe: Was FinCEN, OCC und OFAC beanstanden
Laut FinCEN versäumte es Bank of America, verdächtige Transaktionen im Volumen von mehr als fünf Milliarden US-Dollar rechtzeitig zu melden. Die Behörde erklärt, dass über ein Fünftel dieser Transfers unmittelbar mit sicherheitspolitischen Prioritäten des Landes verknüpft gewesen sei. Darunter fallen Netzwerke zur Geldwäsche aus China sowie illegale Geldflüsse entlang der Südwestgrenze der USA.
Darüber hinaus belegte das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) das Institut mit einer Zivilstrafe von 750 Millionen US-Dollar - der höchsten Einzelsanktion, die die Behörde in ihrer 163-jährigen Existenz je verhängt hat. Zusätzlich einigte man sich laut US-Finanzministerium mit dem Office of Foreign Assets Control (OFAC) auf einen Vergleich in Höhe von 11,6 Millionen US-Dollar wegen Verstößen gegen Sanktionsvorschriften, die unter anderem Iran und Russland betrafen.
US-Finanzminister Scott Bessent sagt dazu: „Today’s actions send a clear message that even the biggest financial institutions are not above the law.“ Und weiter: „When a bank of this size fails to meet its anti-money laundering and sanctions obligations, the consequences extend far beyond its own walls, exposing the entire U.S. financial system to significant illicit finance risks.“
Bank of America erklärt in einer eigenen Stellungnahme: „Financial crime compliance is serious, and we are responsible for getting it right.“ Das Institut verweist darauf, Milliarden Dollar in Technologie investiert und tausende Mitarbeiter gegen Finanzkriminalität eingesetzt zu haben. Die von den Aufsichtsbehörden aufgeworfenen Punkte will es nach eigenen Angaben vollständig abarbeiten. Schon 2024 waren Aufsichtsbehörden an die Bank herangetreten mit der Forderung, die Vorkehrungen gegen Geldwäsche auszubauen. Nach Einschätzung des Finanzministeriums genügten die daraufhin eingeleiteten Schritte jedoch nicht.
Bank of America Quartalszahlen: Was das operative Geschäft zeigt
Die Strafzahlung ist nicht die einzige auffällige Position. Die Erlöse aus dem Geschäft mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen (FICC) sanken um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Aktienhandel hingegen wuchsen die Erträge um elf Prozent - verfehlten damit aber dennoch die Erwartungen der Analysten.
Der Gesamtumsatz erhöhte sich insgesamt um drei Prozent und erreichte 30,0 Milliarden US-Dollar. Das Netto-Zinsergebnis legte um acht Prozent auf 16,4 Milliarden US-Dollar zu, wozu ein konzernweiter Anstieg des durchschnittlichen Kreditvolumens um sechs Prozent beitrug.
Wie stark sich die Strafe auswirkt, zeigt sich am Ergebnis je Aktie: Nach GAAP betrug es 0,91 US-Dollar gegenüber 1,04 US-Dollar im Vorjahresquartal. Rechnet man die steuerlich nicht absetzbare Strafzahlung heraus, die mit etwa 0,17 US-Dollar je Aktie zu Buche schlug, wäre ein Wert von 1,08 US-Dollar erreicht worden. Der Gewinnrückgang in den Bank of America Quartalszahlen lässt sich somit größtenteils auf diesen Sondereffekt zurückführen.
Was der Kursrückgang für ETF-Anleger bedeutet
Für Anleger mit ETF-Positionen stellt sich eine andere Frage: Wie stark trifft ein solcher Kursrückgang das eigene Depot? Die Antwort richtet sich nach dem jeweiligen Produkt: Breit gestreute US-Aktien-ETFs mit Bezug zum S&P 500 bekommen davon kaum etwas zu spüren, während spezialisierte ETFs auf den US-Finanzsektor deutlich stärker betroffen sind. Ein Blick auf die jeweiligen Positionsgrößen macht die Unterschiede sichtbar.
| ETF | ISIN / Kennung | Gewichtung Bank of America | Fondsvolumen | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Financial Select Sector SPDR Fund (US-ETF) | Ticker: XLF | 4,54 Prozent | nicht bekannt | 13. Oktober 2026 |
| iShares S&P 500 Financials Sector UCITS ETF | IE00B4JNQZ49 | 4,95 Prozent | rund 2,05 Milliarden Euro | 31. August 2026 |
| Xtrackers MSCI USA Financials UCITS ETF | IE00BCHWNT26 | 5,22 Prozent | rund 917 Millionen Euro | 31. August 2026 |
| iShares Core S&P 500 UCITS ETF (breiter Markt-ETF, zum Vergleich) | IE00B5BMR087 | nicht unter den zehn größten Positionen (Finanzsektor gesamt: 13,62 Prozent) | rund 141,5 Milliarden Euro | 31. August 2026 |
Breiter Index oder Sektor-ETF: Wo die Gewichtung durchschlägt
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 377 Milliarden US-Dollar rangiert Bank of America auf Platz 28 unter den S&P-500-Unternehmen. Unabhängigen Gewichtungsrechnern zufolge liegt der Indexanteil bei ungefähr 0,5 bis 0,6 Prozent - Werte, die von Datenaggregatoren stammen und nicht einer Primärquelle entnommen sind. Ein Kursrückgang in der Größenordnung von fünf bis acht Prozent macht sich im breiten Index entsprechend kaum bemerkbar.
Anders sieht es bei gezielten Wetten auf den US-Finanzsektor aus. Im Financial Select Sector SPDR Fund und im iShares S&P 500 Financials Sector UCITS ETF ist Bank of America jeweils die fünftgrößte Position. Im Xtrackers MSCI USA Financials UCITS ETF liegt der Anteil bei 5,22 Prozent. Dort vereinen zudem allein die zehn größten Positionen 54,85 Prozent des Fonds. Ein Kursrückgang der Aktie wirkt sich in solchen Produkten deshalb spürbarer aus als in breit gestreuten US-Indizes.













