Die eigene Immobilie gehört für viele Deutsche weiterhin zu den wichtigsten Bausteinen der Altersvorsorge. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank. Demnach geben 24 Prozent der Erwerbstätigen an, mit Wohneigentum für den Ruhestand vorzusorgen. Unter den heutigen Rentnerinnen und Rentnern liegt der Anteil bei rund 22 Prozent.
Damit zählt das selbst genutzte Eigenheim neben der gesetzlichen Rente weiterhin zu den am häufigsten genutzten Formen der Altersvorsorge. Für Finanzberater unterstreichen die Ergebnisse, dass Immobilien trotz gestiegener Kaufpreise und Finanzierungskosten einen festen Platz in der Ruhestandsplanung behalten.
Die Erhebung basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 2.059 Personen ab 18 Jahren. Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 5. April 2026 durchgeführt.
Mietfreies Wohnen senkt die Ausgaben im Ruhestand
Nach Einschätzung der Postbank liegt der größte Vorteil einer selbst genutzten Immobilie in den dauerhaft geringeren Wohnkosten. Wer sein Eigenheim bis zum Renteneintritt weitgehend oder vollständig entschuldet hat, spart die monatliche Miete und reduziert seine laufenden Fixkosten erheblich.
„Wer im Alter mietfrei wohnt, kann seine laufenden Lebenshaltungskosten deutlich senken“, sagt Manuel Beermann von der Postbank. Angesichts steigender Wohnkosten könne dies ein wichtiger Stabilitätsfaktor im Ruhestand sein.
Auch in der Finanzberatung gilt die ersparte Miete seit Langem als bedeutender Vorteil. Sie entlastet das Haushaltsbudget dauerhaft und wirkt wie eine zusätzliche, inflationsgeschützte Einkommensquelle.
Wohneigentum bietet Chancen – bringt aber auch Verpflichtungen mit sich
Die Studie macht zugleich deutlich, dass Immobilien keine risikolose Form der Altersvorsorge sind. Der Erwerb bindet langfristig Kapital und verursacht über Jahrzehnte laufende Kosten.
| Chancen | Risiken |
|---|---|
| Mietfreies Wohnen im Alter | Hoher Kapitalbedarf |
| Schutz vor steigenden Mieten | Instandhaltungs- und Modernisierungskosten |
| Vermögensaufbau durch Tilgung | Laufende Nebenkosten |
| Mögliche Wertentwicklung | Geringe Flexibilität bei veränderter Lebenssituation |
Vor allem notwendige Sanierungen können im Ruhestand erhebliche finanzielle Belastungen verursachen. Eigentümer sollten deshalb frühzeitig Rücklagen bilden, um den Wert ihrer Immobilie langfristig zu erhalten.
Einkommen entscheidet häufig über den Immobilienkauf
Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen.
Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mindestens 2.500 Euro nutzen zu 29 Prozent Wohneigentum als Baustein der Altersvorsorge. Unterhalb dieser Einkommensgrenze liegt der Anteil lediglich bei zehn Prozent.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Zugang zum Eigenheim weiterhin stark von der finanziellen Leistungsfähigkeit abhängt. Hohe Kaufpreise, Eigenkapitalanforderungen und Finanzierungskosten erschweren insbesondere Haushalten mit geringerem Einkommen den Immobilienerwerb.
Für wen sich das Eigenheim als Altersvorsorge eignet
Ob eine Immobilie tatsächlich ein sinnvoller Bestandteil der Altersvorsorge ist, hängt nach Einschätzung der Postbank von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind ein ausreichendes Einkommen, vorhandenes Eigenkapital, eine langfristige Wohnplanung, das Alter beim Immobilienkauf sowie eine Finanzierung, die spätestens bis zum Renteneintritt abgeschlossen ist.
Wer eine Immobilie erst in höherem Alter erwirbt oder die Finanzierung weit in den Ruhestand hinein verlängert, profitiert deutlich weniger von den Vorteilen des mietfreien Wohnens.
Immobilien bleiben wichtig – Diversifikation gewinnt an Bedeutung
Die Ergebnisse der Studie fügen sich in einen breiteren Trend der privaten Altersvorsorge ein. Parallel zum Eigenheim gewinnen Wertpapieranlagen weiter an Bedeutung. Nach einer weiteren Postbank-Umfrage investieren inzwischen 58 Prozent der privat vorsorgenden Erwerbstätigen in Aktien oder Fonds.
Damit entwickelt sich die Altersvorsorge zunehmend zu einer Kombination verschiedener Bausteine statt zu einer einzelnen Lösung. Für Finanzberater bedeutet das, dass die selbst genutzte Immobilie ein wichtiger Bestandteil der Ruhestandsplanung sein kann, liquide Rücklagen und kapitalmarktbasierte Anlagen jedoch in den meisten Fällen nicht ersetzt. Ebenso sollten Finanzierung, Modernisierungskosten und die individuelle Lebensplanung frühzeitig in die Beratung einbezogen werden.
Infobox: Vorteile und Grenzen von Betongold
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Dauerhaft geringere Wohnkosten im Alter | Hohe Anfangsinvestition |
| Vermögensaufbau durch Tilgung | Eingeschränkte Liquidität |
| Schutz vor Mietsteigerungen | Instandhaltung und Modernisierung liegen beim Eigentümer |
| Mögliche Wertentwicklung | Regionale Preisentwicklung ist nicht garantiert |













