Bilanz 2022: Universa mit soliden Zahlen in turbulenten Zeiten

Foto: Universa
Michael Baulig, Vorstandsvorsitzender der Universa Versicherungen sieht sich für 2023 gut aufgestellt.

Corona-Pandemie, Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, stark steigende Energiekosten und Inflationsraten zwischen sechs und acht Prozent: Die Zeiten für Versicherungen waren schon einmal besser. Die Universa Versicherungen konnten sich trotz der Herausforderungen im Markt gut behaupten und verzeichnete für 2022 ein Plus von 3,4 Prozent. Für das Jubiläumsjahr sieht sich der Versicherer gut aufgestellt.

Im Geschäftsjahr 2022 steigerten die Universa Versicherungsunternehmen nach vorläufigen Zahlen ihre gebuchten Bruttobeitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 879,8 Millionen Euro (Vorjahr: 850,6). Die Branche verzeichnete hingegen einen Rückgang von 0,7 Prozent. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen betrug 195,7 Millionen Euro (Vorjahr: 235,4). Die gesamten Leistungen, bestehend aus dem Bruttoaufwand für Versicherungsfälle und der Zuführung zu versicherungstechnischen Rückstellungen, beliefen sich auf 965,8 Millionen Euro (Vorjahr: 1.043,2).

Trotz Krise: Zweitbestes Ergebnis in der Unternehmensgeschichte

Unter dem Strich konnte im vergangenen Jahr ein Geschäftsergebnis nach Steuern von 139,5 Millionen Euro (Vorjahr: 168,5) erzielt werden. „Wir sind in einem erneut sehr herausfordernden Jahr in allen drei Unternehmen gewachsen“, kommentiert der Universa Vorstandsvorsitzende Michael Baulig die Ergebnisse. „Nach dem Rekordergebnis vom Vorjahr ist dies das Zweitbeste in unserer Unternehmensgeschichte“, hob Baulig hervor.

Davon wurden 123,9 Millionen Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung zugeführt, die den versicherten Mitgliedern zugutekommt. Das Eigenkapital wuchs um 4,1 Prozent auf 342,2 Millionen Euro. Die Kapitalanlagen erhöhten sich um 4,8 Prozent auf 7,448 Milliarden Euro.

Krankenversicherung gestärkt

Mit einem Wachstum von 3,5 Prozent (Markt: 3,1) auf 706,2 Millionen Euro bei den Bruttobeitragseinnahmen geht der älteste private Krankenversicherer Deutschlands gestärkt ins Jubiläumsjahr. „Wir blicken in diesem Jahr mit Stolz auf 180 Jahre Erfahrung zurück“, sagte Vorstandsvorsitzender Baulig.

Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit verfügt über eine hohe Substanzkraft und Solidität. Die Eigenkapitalquote liegt mit 33,5 Prozent im Spitzenfeld der privaten Krankenversicherer. Die Quote zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung konnte auf 46,7 Prozent (Vorjahr: 44,2) gesteigert werden. Sie zeigt, wie viel im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen für künftige beitragsentlastende Maßnahmen vorhanden sind.

Lebensversicherung auf Wachstumskurs

In der Lebensversicherung konnte der Versicherer den Wachstumskurs fortsetzen. Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit konnte bei den Bruttobeitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 145,8 Millionen Euro zulegen. „Im Vergleich zur Branche, die einen Rückgang von sechs Prozent zu verzeichnen hatte, ist dies ein hervorragendes Ergebnis“, sagt Baulig. Bei den laufen Beiträgen sei das Plus 7,4 Prozent überdurchschnittlich gewesen. Wachstumsträger waren die Berufsunfähigkeitsversicherung und die fondsgebundene Rentenversicherung. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag 2022 bei 3,3 Prozent (Vorjahr: 3,7).

Zuwächse bei der Allgemeine

Stabile Seitenlage hingegen bei der Universa Allgemeine: In der Schaden- und Unfallversicherung konnte bei den Bruttobeitragseinnahmen gerade um 0,5 Prozent auf 27,8 Millionen Euro zulegen. Mit einem Beitragsanteil von 37,6 Prozent ist die Unfallversicherung nach wie vor der bedeutsamste Versicherungszweig, gefolgt von der Kraftfahrtversicherung mit einem Anteil von 28,5 Prozent. „In beiden Sparten werden wir in diesem Jahr neue Tarife mit verbesserten Leistungen auf den Markt bringen“, sagt Baulig.

Die Brutto-Schadenkostenquote stieg im vergangenen Jahr von 71,7 auf 80,7 Prozent, liegt aber weiter unterhalb des hochgerechneten Branchenwertes von 95,0 Prozent. Das Eigenkapital konnte weiter gestärkt werden. Damit stieg die Eigenkapitalquote auf 271,5 Prozent (Vorjahr: 262,0).

Erfolg versprechender Jahresstart

Der Jahresstart im Neugeschäft verlief nach Angaben der Gesellschaft in den ersten beiden Monaten vielversprechend. „Wir liegen etwa 20 Prozent über dem sehr guten Vorjahreswert“, hob Baulig hervor. Vor allem in der Kranken- und Lebensversicherung zog das Geschäft weiter an. Gesundheitsschutz, Arbeitskraftabsicherung und Altersvorsorge stehen nach wie vor hoch im Kurs. „Zudem können sich viele Verbraucher mit unserer Rechtsform als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit anfreunden und schenken uns ihr Vertrauen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Digitalisierung als Wegbegleiter

Bei der digitalen Transformation sieht sich der Versicherer nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden auf einem guten Weg. Im vergangenen Jahr wurde der Ausbau der elektronischen Abrechnung in der Krankenversicherung zu einem spartenübergreifenden Kundenportal erfolgreich gestartet. Mit Hochdruck wird ebenfalls an einem neuen Bestandsführungssystem gearbeitet.

„Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen wird uns noch eine Weile begleiten“, erklärte Baulig. Sie habe zum Ziel, den Service für Kunden und Vertriebspartner kontinuierlich zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, so Baulig. Darüber hinaus hat der Versicherer seine Nachhaltigkeitsstrategie überarbeitet und hinsichtlich des Verantwortungsbewusstseins bei nachhaltiger Unternehmensführung, Kapitalanlagen und Produktlösungen präzisiert.

„Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sind wir unabhängig von Aktionärsinteressen und konzentrieren uns auf den Ausbau unserer Unternehmensqualität, bei der die versicherten Mitglieder stets im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Michael Baulig. Nur so sei es möglich gewesen, dass die Universa in den letzten beiden Jahren die besten Werte beim Neugeschäft und Geschäftsergebnis ihrer Unternehmensgeschichte verzeichnen konnte und gleichzeitig eine weitere Steigerung der Finanzkraft gelang, betonte der Vorstandsvorsitzende.

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